Susanne

 
Susanne erwartet ihr Kind im März 2012.Sie hat bislang sehr viele negative Erfahrungen im Umgang mit Hyperemesispatientinnen gemacht. Sie erlebte viel Ignoranz und Unfreundlichkeit. (18.12.2011)
 
Liebe Chrissi,rnrnvielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Das 1. Mal in der gesamten Schwangerschaft (ich bin jetzt in der 26 SSW) habe ich das Gefühl verstanden zu werden. Besonders erschreckend in dieser ganzen Zeit ist, dass sich weder Frauenärzte, Hausärzte noch die Belegschaft im Krankenhaus so richtig für Hyperemesis interessieren und das man zu 99 % als Hypochonder abgestempelt wird. Sätze wie "Schwangerschaft ist keine Krankheit" und "Versuchen Sie sich abzulenken, dann ist ihnen auch nicht schlecht", "Sie sind nicht die einzige Frau, die in der Schwangerschaft kleine Beschwerden hat" waren nur einige Aussagen, die mich sehr getroffen haben. Wie du sagst, das kann nur jemand verstehen, der das wirklich selbst erlebt hat.rnZum Glück habe ich gute Freunde und meinen tollen Ehemann, die die ganze Zeit versuchen, mich etwas aufzumuntern und mich hier auch sehr ernst nehmen. Die Übelkeit und das Erbrechen begann bei mir erst in der 8 SSW, aber von da an so heftig, dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte und alles - wirklich alles - wieder rauskam, was ich gegessen oder getrunken habe. Nachdem ich fast 3 Tage nichts mehr Trinken konnte, sind wir ins Krankenhaus gefahren. Hier wurde ich schon gleich als "Memme" aufgenommen. So eine Supertolle Schwester meinte nur, ich solle mich nicht so haben, sie hat auch schon ein paar Kinder bekommen und so ein bisschen Kotzerei ist doch nicht schlimm. Um das noch mal klarzustellen. Ich konnte zu dieser Zeit gar nichts mehr bei mir behalten. Habe dann Infusionen mit Vomex, B6 und Folsäure bekommen. Damit ging es mir auch viel besser. Die Übelkeit war zwar immer noch da, aber das Erbrechen hielt sich in Grenzen. Nach einer Woche Aufenthalt wurde ich entlassen. Dann bin ich gleich zur Frauenärztin, um sie zu fragen, wie es jetzt weiter gehen soll. Da ich ja sobald ich keine Infusionen mehr hatte, wieder über der "Schüssel" hing. Ich habe dann u. a. Vomex Dragees, Nausema, Ingwer Tee, Nux Vomica, Sepia und Akupunktur erhalten. Und nichts von alldem hat geholfen. Also habe ich versucht mich weiterhin durchzuschlagen. Und das Thema "Arbeit" war sowieso erstmal erledigt. Nachdem ich von meiner Frauenärztin auch immer nur dumme Sprüche geerntet habe, habe ich den FA gewechselt. Meine jetztige Frauenärztin hat zwar auch keine Ahnung, wie sie mit so einer Situation umgehen soll, aber zumindest überweist sie mich immer gleich ins Krankenhaus (war natürlich noch einige Male im KH), sobald es mir wieder schlechter geht. Auch die Sprüche nach der 12. SSW geht das Ganze vorbei oder dann danach nach der 16 SSW geht es vorbei habe ich zur Genüge gehört. Pustekuchen!rnWas mich aber besonders wütend gemacht hat, ist das arrogante und ignorante Verhalten einiger (vieler) Krankenschwester hier in Münchner Krankenhäuser. Die Damen haben wirklichst die dümmsten und gemeinsten Sprüche drauf. Ich habe es mir aber nicht nehmen lassen, zumindest einer einmal vor die Füße "zu ko....". Sorry dafür, aber man kann sich vielleicht vorstellen, wie dünn das Nervenkostüm nach einigen Monaten Kotzerei wohl ist.rnMittlererweile geht es mir etwas besser. Die Übelkeit/Erbrechen ist jetzt meist morgens und dann Abends immer ab ca. 20/21 Uhr. Das hat sich jetzt so eingependelt. Zum Glück gibt es nur noch wenige Tage, an denen ich total flach liege. Aber besonders lustig ist dieser Zustand natürlich immer noch nicht. Ich versuche aber weiterhin positiv zu denken und freue mich natürlich sehr auf meine kleine Prinzessin, die hoffentlich gesund und munter im März 2012 geboren wird.rnrnLG, Susannernrn