Julia

 
Julia hat in der Schwangerschaft 15 kg abgenommen und die Übelkeit mit Vomex \"bekämpft\" (27.04.2012)
 
Von meiner Schwangerschaft habe ich in der 5. Woche erfahren und war ganz aus dem Haeuschen. Zumal weil ich nicht mit ihr gerechnet hatte und eigentlich gerade beruflich am durchstarten war und andererseits weil wir noch recht junge Eltern sind die jeher in einer Fernbeziehung lebten und wir uns trotzdem direkt freuten. Ich hatte aber gar nicht wirklich viel Zeit um mich an die neue Situation zu gewoehnen, denn zwei Wochen spaeter begann die "Veraenderung" in Form von Uebelkeit. Zunaechst war es wirklich nur Unwohlsein und Uebelkeit am Morgen und bei bestimmten Geruechen. Doch nach wenigen Tagen steigerte es sich und ich begann morgens zu spucken. Kein grosses Desaster, versicherte mir doch Jeder, das sei ganz normal. Jede Frau wuerde sich in den ersten Wochen uebergeben, das gehoere dazu. Also troestete ich mich mit dem Gedanken, dass es bald vorrueber gehen wuerde. Doch dieses Bald sollte sich ein wenig hinauszoegern. Das ich wohl nicht mehr an normaler Morgenuebelkeit litt wurde mir dann bewusst, als ich auch ueber den Tag verteilt begann zu erbrechen. Zunaechst nur nach den Mahlzeiten und ich versuchte kleinere Portionen zu mir zu nehmen.rnIch erinnere mich aber noch gut an den Tag, als ich nach jedem Schluck Wasser erbrach und ich meinen Arzt zu Rate gezogen habe. Vomex hiess sein Rezept. Nur: es blieb nicht lang genug drin, um zu wirken. rnPloetzlich ist die ganze Geschichte ausgeartet, ich bin zu meiner Mutter gezogen, weil mein Freund und ich da noch nicht zusammen lebten. Ich konnte mich einfach um nichts mehr kuemmern. Ich lag nur noch und das einzige was ich noch getan habe, war im 20min Tackt meinen Kopf ueber den Eimer zu haengen.rnDieses Gefuehl permanent Wassermangel zu haben, die schlaflosen Naechte, die schrecklichen Magenschmerzen und die extreme Gewichtsabnahme waren fuer mein Arzt gute Argumente, um mich ins KH einzuweisen. Und dort blieb ich dann auch. 4 Wochen. In dieser Zeit fuehlte ich mich oft einsam, ausgelaugt und hatte keinerlei Vorfreude auf mein Baby. Ich konnte Saetze wie: "Das vergeht nach der 12. Woche." "Das wird bestimmt alles besser." und "Vielleicht ist es psychisch bedingt" einfach nicht mehr hoeren. Von allen Seiten kamen gute Ratschlaege, die nix geholfen haben. Meine Familie und meine Freunde standen wirklich toll hinter mir, aber ich stiess oft auf Unverstaendnis bei den Aerzten. Doch ohne Vomex vom Tropf ging gar nichts. Als ich entlassen wurde, hatte ich nochmal einen richtigen Haenger. Es war wieder genauso schlimm wie zu Anfang. rnHatte am 4. Tag dann aber das Erbrechen mit Vomex Kapseln soweit im Griff, dass ich nicht kurz vorm Austrocknen war. Ganz langsam ging es mir nun besser. Ich war von den Tabletten staendig muede und am Alltag konnte ich nicht teilnehmen. 15kg hatte ich abgenommen, den Spass am Essen total verloren. Aber die Magenschleimhautentzuendung ist abgeklungen und das Erbrechen reduzierte sich von 30 mal taeglich auf 5. rnDas war eine wahre Erholung fuer meinen Koerper. Damals war ich in der 25.SSW und ich sah das erste Mal Licht am Ende des Tunnels. Ich habe Vomex bis zur 30.SSW genommen und hatte von da an nur noch im Ausnahmefall einen schlechten Tag.rnrnEine Schwangerschaft die so ueberschattet wird ist nicht schoen und scheint an manchen Tagen einfach nur unertraeglich. Mir ist bewusst, dass es Frauen gibt die sich durchaus laenger damit plagten, noch oefters spucken mussten, oder kein Verstaendnis von Familie und Aerzte bekommen. Ich habe einen tollen Halt in dieser Internetseite gefunden, hier war ich nicht allein damit. Ich habe vor Schmerzen geweint, geflucht, an mir gezweifelt, ich hatte kein Interesse daran (und auch gar nicht die Kraft gehabt) einen Alltag zu haben und konnte mich nicht auf mein Baby freuen. ABER Gott sei Dank ist Hyperemesis eine Krankheit, die nach der Schwangerschaft zu Ende ist. Sie bleibt nicht ein Leben lang, sie ist nicht chronisch und belohnt letzentlich mit einem meist doch gesundem Baby. Das ist in der schlimmsten Zeit keine Ermutigung, aber es laesst anschliessend darauf zurueck blicken. Und so schrecklich es auch manchmal war, ich hab die Zeit ueberstanden und es macht mich irgendwie auch stolz. Heute kann ich Witze darueber machen, gebe Tips was "Rueckswaertsessen" ganz besonders ekelhaft macht (Pommes, Kekse um nur zwei zu nennen). Aber ehrlich gesagt ziehe ich meinen Hut vor den Frauen, deren zweite oder sogar dritte Schwangerschaft ebenfalls so ablaufen. Ich weiss nicht, ob fuer mich eine dritte SS jemals in Frage kommen wuerde, wenn die Zweite auch so sein wuerde. Ich finde wir stehen eine schwere Zeit durch, aber nichts desto trotz, keine von uns muss damit alleine bleiben.