Agnieszka

 
Agnieszka erlebt derzeit die 4. Schwangerschaft und wurde auch mit Cannabis gegen die Übelkeit behandelt (07.05.2012)
 
VorgeschichternMeine Frau sagte, vier Kinder müssten es schon sein. Im Scherz meinte ich, warum sollten wir auf dem halben Weg stehen bleiben.rnEs kam bisher zu vier Schwangerschaften, deren Verlauf ich hier beschreiben möchte.rnErste SchwangerschaftrnBei der ersten Schwangerschaft 2004 bemerkte ich zuerst nicht, dass etwas nicht stimmte. Meine Frau Agnieszka erbrach morgens wenn ich aus dem Haus zur Arbeit ging und als ich wieder kam, ging es weiter. Von Schwangerschaftsübelkeit hatte ich schon etwas gehört, daher vertraute ich darauf, dass sich die Probleme bald legen würden. In völliger Ahnungslosigkeit gab ich Ihr noch den Tipp, vielleicht ein wenig Zwieback zu essen und kaufte einige Kartons Essiggurken in der Dose, weil das angeblich schwangere Frauen mögen. rnDann wachte ich nachts auf, meine Frau hing über der Toilette. Morgens ging ich zur Arbeit, meine Frau war sehr blass und erbrach ständig. Am Abend kam ich von der Arbeit und sie hing wieder über der Toilette und konnte nicht mehr aufstehen. Da wurde mir langsam bewusst, dass hier irgendetwas völlig schief lief und ich brachte sie (aus heutigem Blickwinkel zu spät) in der 6 Schwangerschaftswoche in die Klinik nach Fulda. rnSie wurde sofort stationär aufgenommen und mit Infusionen versorgt. Trotz Infusionen war der Gewichtsverlust massiv mit bis zu 4 kg pro Woche. Durch die Infusionen entzündeten sich die Venen an Armen und Beinen permanent und vernarbten durch das ständige Wechseln der Nadeln und es wurde für die Ärzte immer schwieriger geeignete Stellen für neue Kanülen zu finden. Ein Arzt versuchte in zwölf Anläufen vergeblich eine Kanüle in den Arm zu bekommen und ich konnte beim sechsten Mal schon nicht mehr zuschauen. Meine Frau bekam Rosenmontag 2005 in der 13 Schwangerschaftswoche einen Zentralen Venenkatheder gelegt und wurde von der Gynäkologischen in die Innere Abteilung verlegt. Ein Oberarzt telefonierte damals mit der Universitätsklinik Bonn (Frau Prof. Dr. med. Anke Rohde) und Agnieszka bekam Mirtazapin (Remergil®) empfohlen. Dieses Medikament oder das Erreichen des letzten Drittels der Schwangerschaft, brachte damals die Wende.rnDie Erfahrung, die wir damals machten, war das Fehlen eines Therapiekonzepts, das auf HG-Schwangerschaft abgestimmt war. Es werden Arzneimittel ausprobiert und die Freude ist groß, wenn es wirkt. Die zweite Erfahrung ist, dass es daher kein Vorteil ist, in eine große Klinik zu gehen, sondern ein Krankenhaus auszusuchen, in dem man sich gut aufgehoben fühlt. Medikamente verabreichen und Katheder legen gehört eigentlich zum Standard eines jeden Krankenhauses. Wir entschieden uns daher bei der zweiten und vierten Schwangerschaft für das relativ kleine Krankenhaus in Hünfeld, weil Herr Dr. med. Bertram Stitz sich sehr um die ihm anvertrauten Patienten kümmert, auch vor dem Hintergrund, dass gerade bei HG-Schwangerschaften freundliche Zimmer, nettes Personal und maximal drei Personen in einem Zimmer wichtige Faktoren für das psychische Wohlbefinden sind.rnDas Klinikum Fulda war so ausgelastet, dass meine Frau viele Tage auf einem zugigen Flur lag und ständig Leute vorbei gingen, die Zimmer mit vier Patienten belegt waren und die Ärzte ständig wechselten und die Übergabe nicht richtig funktionierte. Die natürliche Geburt unseres ersten Kindes in der 39 SSW verlief problemlos und meine Frau ging mit Nierenschale in den Kreissaal und kam zu meiner großen Überraschung ohne wieder heraus. Die Geburt dauerte ab Einsetzen der Wehen 4 Stunden, eine schöne Zeit sich auf die kommende Vaterrolle einzustellen. Ich muss sagen, ich hatte mit einer so abrupten Heilung meiner Frau nicht gerechnet. Wir sind heute sehr stolz auf unseren Sohn.rnZweite SchwangerschaftrnWir hatten im Internet eine Studie gelesen, die einen Zusammenhang zwischen Helicobacter pylori und HG-Schwangerschaft herstellt. Also machte Agnieszka eine Antibiotikatherapie gegen die Bakterien. Die zweite Schwangerschaft endete mit einer Fehlgeburt in einer plötzlich eintretenden Blutung in der 10 Woche. Es war die einzige Schwangerschaft, die Agnieszka als angenehm empfand und die ohne Übelkeit verlief.rnDritte SchwangerschaftrnDie dritte Schwangerschaft verlief ebenfalls sehr schwierig. Aufgrund der Erfahrung der ersten Schwangerschaft bekam Agnieszka relativ schnell, in der 13 Woche, einen Portkatheder unterhalb des Schlüsselbeins gelegt. Wir mussten feststellen, dass eine parenterale Ernährung (intravenös) nicht ausreicht, um den Gewichtsverlust zu stoppen, zumal durch das ständige Erbrechen der Grundumsatz des Körpers sehr hoch ist. Die Versuche, mittels Magensonde die Ernährung aufrecht zu erhalten schlugen fehl, da nach dem Erbrechen immer der Schlauch aus dem Mund hing. Auch machten wir die Erfahrung, dass ein Portkatheder auch seine Tücken hat: Nadeln können sich lösen und die Flüssigkeiten laufen daneben (aus dem reichen Erfahrungsschatz von Agnieszka kann ich berichten, dass dies eine schmerzhafte Angelegenheit ist). Der Port kann verstopfen und muss gespült werden (das ist eher nicht ungewöhnlich). Aber insgesamt erscheint das System sicherer zu funktionieren als ein Zentraler Venenkatheder (ZVK), zumal auch ein ZVK verrutschen kann und auch hier die Flüssigkeit daneben laufen kann (leider mussten wir auch diese Erfahrung mehrmals machen). Die letzten Wochen war Agnieszkas Zustand so, dass sie zu Hause bleiben konnte. Die Geburt unserer Tochter ging rasend schnell, wir schafften es kaum ins Krankenhaus. Wir sagten der Hebamme, dass es toll ist, dass sie auch unsere Tochter zur Welt bringt (sie brachte auch unseren Sohn ans Tageslicht). Sie meinte nur, dass dies ein Irrtum sei, sie habe jetzt Dienstschluss. Aber unsere Tochter hielt sich nicht daran und war innerhalb von 20 Minuten da. Sophie wurde auf natürlichen Weg aber unter Einsatz der Saugglocke auf die Welt gebracht. Die Geburt verlief mir persönlich zu hektisch, man war noch außer Atem vom Transport ins Krankenhaus und da war unsere Tochter auch schon da.rnEntscheidung zur vierten SchwangerschaftrnZur vierten Schwangerschaft entschieden wir uns nicht so leicht wie zu den ersten drei, denn bei der ersten Schwangerschaft wussten wir nicht, welchen Verlauf die Ereignisse nehmen würden. Bei der dritten Schwangerschaft hatten wir Hoffnung, dass die erste Schwangerschaft nur unglücklich verlaufen ist und bei der dritten Schwangerschaft alles besser läuft. Wir waren dank Internet zu „Fachleuten“ auf dem Gebiet der HG-Schwangerschaft geworden. Wir verfolgten die Behandlung vieler Frauen im Internet mit, lasen wie andere Ärzte die Probleme lösten, welche Medikamente eingesetzt wurden und erkannten, dass in Deutschland die Vernetzung der Ärzte, die HG-Schwangerschaften behandeln völlig zu fehlen scheint. In Amerika gibt es die HG-Stiftung, die mit zwei kalifornischen Universitäten vernetzt ist und in Kanada gibt es eine Tradition der "HG-Hotline". rnAus der Fülle der Informationen filterten wir einige Substanzen heraus, auf die wir große Hoffnung setzten. Wir lasen von Cannabis und dass dies bei einigen Frauen mit einer einmaligen bzw. zweimaligen Einnahme die Übelkeit in Luft aufgelöst hätte. Wir forschten weiter und stellten fest, dass Cannabis in Deutschland verschreibbar ist (wenn auch mit Schwierigkeiten) und gegen Übelkeit bei Chemotherapie eingesetzt wird. Wir filterten noch einige Medikamente heraus, die uns viel versprechend erschienen.rnWir überlegten und ich sagte dann zu meiner Frau: „Wenn wir noch ein Kind möchten, dann jetzt, bevor der Erste in die Schule geht.“ – Kinder, die noch in den Kindergarten gehen, lassen sich einfacher mit einem Berufsleben vereinbaren. rnProblem KinderbetreuungrnBei der zweiten Schwangerschaft war der Notfallplatz in einem Kindergarten relativ problemlos zu organisieren gewesen. Bei der vierten Schwangerschaft wurde dieses zu einer echten Herausforderung, da sich die Bedingungen in der Stadt Fulda sehr verschlechterten. rnDas Jugendamt und die Krankenkasse waren - ebenso wie die Caritas - nicht gerade eine Hilfe, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Am interessantesten war die Antwort auf mein Hilfsgesuch bei der Caritas: "Es gibt so viele allein erziehende Mütter und die kommen auch alleine zurecht." Wo die Dame Recht hat, hat sie Recht.rnDas Amt für die Kindergärten war eine völlige Katastrophe. Ich hatte dort vorgesprochen, um einen Kindergartenplatz für unsere Jüngste (zu dem Zeitpunkt gerade 3 Jahre geworden) zu bekommen. Der einzige Tipp war, ich solle aus dem Internetauftritt der Stadt die Kindergärten heraussuchen und abtelefonieren. Das habe ich auch gemacht, leider vergebens. Durch die Leiterin des Kindergartens, in den mein Sohn geht, habe ich dann einen Ganztagesplatz für Sophie bekommen. Allerdings nur bis Juli (wahrscheinlicher Geburtstermin August). Die zeitliche Begrenzung kommt daher, dass die Stadt Fulda seit 2011 keine Kinder aus dem Landkreis in ihren Kindergärten möchte.rnNatürlich verlief das nicht alles so glatt mit dem Kindergartenplatz wie beschrieben. Erstmal habe ich Sophie mehrere Wochen mit an die Arbeit genommen (ich bin sehr froh, dass es gerade so geht bei meiner Arbeit). Dann gab es das Angebot eines Vormittagsplatzes (um 12:00 Uhr Abholen), dann einen Ganztagesplatz ohne Mittagessen (also um 12:00 Uhr abholen und um 14:00 Uhr könnte ich sie dann wieder bringen). Dann endlich ein Ganztagskindergartenplatz (außer dienstags) und schlussendlich nach einer Woche Probelauf mit letzter Variante endlich den Platz von 8:00 bis 16:00 Uhr fünf Tage die Woche.rnSeitdem ich das so erlebt habe, bin ich der festen Meinung, dass eine Stadt ein bestimmtes Kontingent von Kindergartenplätzen für Notfälle bereithalten müsste. Und ein Amt, das für Kindergärten zuständig ist, sollte im 21. Jahrhundert Bescheid wissen, ob in einem Kindergarten in der Stadt noch ein Platz frei ist oder nicht. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, warum die Ämter so schlecht über die Betreuungsmöglichkeiten von Kindern informiert sind.rnLaut Barmer Ersatzkasse steht mir keine Haushalthilfe zu, da ich eine Betreuung für die Kinder während der Arbeitszeit habe und danach mich um Frau, Kinder und Haushalt kümmern kann.rnAuch das persönliche Umfeld distanzierte sich deutlich. Völliges Unverständnis schlug mir entgegen als ich erzählte, dass Agnieszka wieder schwanger war. rnAuch die unvermeidlichen Erkrankungen der Kinder werden zu einer Herausforderung. Wer passt dann auf die Kinder auf, wenn die Großeltern selbst ihre Probleme haben (Krebs bzw. sie arbeiten noch) und mehrere hundert Kilometer weit weg wohnen.rnVerlauf der vierten SchwangerschaftrnVor der Schwangerschaft fragten wir den Chefarzt wie er die medizinischen Voraussetzungen einschätzt, die Schwangerschaft erfolgreich zu beenden. Er sagte, er sehe vom medizinischen Standpunkt keine Probleme, die gegen eine neuerliche HG-Schwangerschaft sprechen. Etwa am 16. Dezember brachte ich Agnieszka in der ca. 6. Schwangerschaftswoche das erste Mal ins Krankenhaus. In der 14 Schwangerschaftswoche bekam sie einen Portkatheder gelegt, der den in der ca. 12 SSW gelegten ZVK ablösen sollte. Dabei wurde in den Pneumothorax gestochen und damit ist Luft in den Pleuraspalt gekommen und somit die Ausdehnung des Lungenflügels behindert worden und somit funktionierte die Atmung nur noch sehr eingeschränkt. Verbunden ist das ganze mit starken Schmerzen. Als Reaktion darauf kam Agnieszka auf die Intensivstation und ihr wurde eine Thoraxdrainage gelegt. Auf der Intensivstation blieb Agnieszka 2 Tage. rnDie Medikamente, die verabreicht wurden, halfen nicht die Übelkeit einzudämmen, darunter waren: Vomex (in diversen Darreichungsformen), Emend, Homöopathie, Heilstein, Akupunktur, Ingwer, Paspertin etc. rnAlle diese Medikamente zeigten kaum oder nur wenig Wirkung, die dann aber auch rasch nachließ.rnDie Gewichtsabnahme ging unverändert weiter, sie hatte bis zur 19 SSW insgesamt über 10kg abgenommen. Seit der 18 SSW wird nach dem die Ethik-Kommission des Krankenhauses zugestimmt hat, Cannabis verabreicht. Der Hersteller hat dem Krankenhaus eine "Unbedenklichkeitsbescheinigung" bei Schwangeren ausgestellt. Wir haben große Hoffnung in das Medikament, weil wir im Selbstversuch bereits feststellten, dass es hilft.rnrnDas Cannabis ist in Alkohol gelöst und wird per Inhalation über einen Vaporizer verabreicht. Dazu wurde kurzfristig Hydracortison verabreicht, welches aber zu weiteren Beschwerden von Agnieszka führte und nach einmaliger Gabe wieder abgesetzt wurde. Vomex wurde ebenfalls bei Bedarf gegeben.rnHinzu kommt ein Infekt, der seit ca. vierzehn Tagen anhält und sich immer wieder mit erhöhter Temperatur bemerkbar macht. Dieser sorgte auch dafür, dass zweimal eine Antibiotikatherapie eingeleitet wurde. Die Gewichtsabnahme auf unter 43kg war sehr schlimm für uns, zumal die Ärzte anfingen über einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischen Gründen nachzudenken um das Leben der Mutter zu retten.rnrnEs ist traurig mit anzusehen, was HG aus einer fröhlichen, lebenslustigen und sportlichen Frau macht, und dass ein solcher Schwangerschaftsverlauf massive Auswirkung auf die Familienplanung hat.rnMit Ende der zwanzigsten Schwangerschaftswoche wurde die Medikamentation auf Cannabis und Haldol (4 Tropfen morgens, 4 Tropfen mittags und 8 Tropfen abends) umgestellt. Der Blutdruck schwankt stark und wird dreimal täglich gemessen. Insgesamt ging die Übelkeit deutlich zurück und die Stimmung hellt sich deutlich auf. Der Gewichtsverlust kam zum Stillstand und es ist sogar eine Gewichtszunahme zu verzeichnen. Wir befinden uns jetzt in der 25 Schwangerschaftswoche. Agnieszka hat deutlich zugenommen und 46 kg überschritten. Heute kam der Rückschlag, verdacht auf Norovirus.rnrnAuswirkungen auf die FamiliernKinderrnDie Kinder gehen überraschend gut mit der Situation um. Die Bezugspersonen verändern sich und sie vermissen die Mama, aber es gab bisher keine gravierenden Ereignisse.rnBei Fabian der erstmals mit 3 Jahren die stationäre Aufnahme seiner Mutter für 8 Monate erlebte verschob sich die Bezugsperson von der Mama auf den Papa. Der Ganztagsplatz im Kindergarten mit 3 Jahren war völlig problemlos, trotz des großen Einschnitts. Fabian geht sehr gerne in den Kindergarten und entwickelt sich bisher problemlos, außer dass er Logopädiestunden bekommt. Die Logopädin ist sich aber sicher, dass bis zur Einschulung im Sommer alles in Ordnung ist, es werden nur bestimmte Laute in Worten nicht deutlich genug artikuliert. rnBei der vierten Schwangerschaft gibt es für Fabian keine Probleme, außer dass er Krankenhäuser langweilig findet. Sophie kam in den gleichen Kindergarten wie Fabian und nach einer Woche Eingewöhnungszeit nun auch ganztägig. Ihre Bezugsperson ist Fabian geworden. Sie macht alles, was Fabian macht. Hört Fabian auf zu essen, ist auch sie satt. Möchte Fabian etwas trinken, dann hat auch sie Durst. Sophie fragt ab und zu abends nach der Mama und freut sich auf das Baby. Ab und zu sagt sie, dass sie gerne Kuchen möchte, weil Agnieszka mehrere Kuchen und Torten in der Woche gebacken hat.rnrnAls Ehemann ist es eine komische Situation. Ganz praktisch ist die Situation psychisch und emotional sehr belastend. Man denkt an die Frau, macht sich sorgen und versucht ständig die Situation zu bewerten. Wie sind die Ereignisse einzuschätzen, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie gefährlich ist das eingesetzte Medikament für das neue Leben? rnAuf der anderen Seite die praktischen Probleme Beruf, Kinder, Haushalt und Krankenhausaufenthalt zu organisieren. Zumal die Kinder ja auch an Vorschule, Fußball, Feuerwehr, Schwimmkurse etc. aktiv teilnehmen. rnHinzu kommt, dass Frauen mit Hyperemesis gravidarium nicht gerade ausgeglichen sind und sehr empfindlich reagieren auf das Verhalten und die Einschätzungen ihrer Umwelt. Sie brauchen sehr viel Zuwendung und Ruhe, die mit zwei Kindern beim Besuch zu kurz kommt. Insbesondere das Thema „Essen“ ist schwierig, auf der anderen Seite stehen die Ärzte und sagen „Wen es so weiter geht müssen wir die Schwangerschaft abbrechen.“ Diesen Spagat zu vollbringen ist fast unmöglich. rnHinzu kommt das Kopfschütteln der Bekannten und Verwanden, dass man es noch einmal wagt und einen verantwortlich macht für das Leiden und vorbeugend auch gleich für alle eventuellen Gefahren die eintreten können für das Leben von Mutter und Kind. Und dann auch gleich für alle nicht den Erwartungen entsprechenden Verhalten der Kinder. Sei es, dass sie mal lauter sind oder das Sophie mit drei Jahren nicht offen auf fremde Menschen zugeht. Nicht zu vergessen, viele Ratschläge wie eine Schwangerschaft mit chirurgischen Mitteln in Zukunft vermieden werden kann. rnEine schöne und wertvolle Geste war, dass ein ehemaliger Arbeitskollege einige Gerichte wie Hackfleischsoße und Frikadellen klein portioniert tiefgefroren vorbeibrachte. So hatte man doch ab und zu ein wenig mehr Zeit für die Kinder. Da kommen wir zum nächsten Problem. Es ist der ständige Anspruch an einen selbst, den Kindern möglichst eine heile Welt zu bieten und sie an allen Aktivitäten teilhaben zu lassen. Dies führt einerseits dazu, dass man sicher deutlich toleranter bei der Erziehung wird, weil einem das schlechte Gewissen plagt das die Zeit doch knapp ist und sicherlich zeitweise eine Überforderung einstellt die zu einer gewissen Gereiztheit führt. Vor der Schwangerschaft hat man Aufgaben von der Arbeit im Arbeitszimmer in Ruhe erledigt, jetzt hüpfen zwei Kinder schreiend durch die Gegend. Man versucht einen technischen Text zu lesen und mit einem Auge beobachtet man die Kinder, dass sich nicht schlagen oder etwas passiert. Der erste Monat ist kein Problem aber mit der Zeit hinterlässt das schon Spuren und man merkt das man der Arbeit nicht mehr hinterher kommt, ständig müde ist und hektischer wird. rnrnrnrn rnrn rn rnrn rn rnrn