Mareike

 
Mareike berichtet über 3 Hyperemesisschwangerschaften.Sie hat sehr harte Zeiten hinter sich; hatte zusätzlich noch den MRSAKeim im KH eingefangen; die Geschichte hat ein etwas offenes Ende, weil sie sich nicht mehr in die Lage zurückversetzen möchte (10.09.2013)
 
Meine HG - SchwangerschaftenrnrnEs ist April und ich bin gerade wieder mal im Krankenhaus mit der dritten HG- Schwangerschaft. Wir wollten unbedingt noch ein drittes Kind und das haben wir nun davon. rnAber ich will von vorne Anfangen zu erzählen:rnEs war Mai und wir schrieben das Kalenderjahr 2007. Mein damaliger Freund, der inzwischen mein Mann ist, und ich entschlossen uns für ein gemeinsames Kind, um so unsere Liebe zu besiegeln. Auslöser war damals eigentlich der plötzliche Tod von meinem Großvater, der uns gezeigt hat, dass das Leben schnell vorbei sein kann. Wir dachten uns, wenn nicht jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist ( abgesehen davon, dass es nie den richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt), wann dann. Jetzt sind unsere Eltern noch jung und haben noch was von ihrem Großelterndasein. Naja auf jeden Fall brauchte ich keine Pille absetzen und so legten wir es noch im gleichen Monat darauf an schwanger zu werden. Im nachhinein haben wir uns dann überlegt, dass wir vorher noch heiraten könnten, um einen Familiennamen für das Kind zu haben. Gesagt getan, klammheimlich wurde mit nur einer eingeweihten Person die Hochzeit für den 30. August 2007 vorbereitet. Anfang Juli luden wir unsere Eltern offiziell zum Grillen ein. Dort teilten wir ihnen dann mit, dass wir uns im nächsten Monat schon das JA- Wort geben. rnDas darauffolgende Wochenende ging es mir nicht gut und somit war ich am nächsten Montag gleich beim Frauenarzt. Dieser sagte nur:" Herzlichen Glückwunsch, sie sind in der 5. Woche schwanger." Ich rief sofort meinen Mann an, um ihm die freudige Nachricht( da wusste ich noch nicht, was auf mich zu kommt))mitzuteilen. Dieser freute sich genauso wie ich. Jetzt hieß es nur noch unseren Eltern erneut einen Schock zu versetzen. Mein Vater freute sich von allem am meisten auf ein Enkelkind und obwohl wir ihn gebeten hatten es noch für sich zu behalten, da ich erst in der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) war, holte er die Kiste Bier raus ging auf die Straße und rief:" Wer stößt mit mir auf mein erstes Enkelkind an?" Die Nachbarn kamen alle um die Ecke und somit war es nicht mehr geheim zu halten, dass wir in anderen Umständen waren. rnrnIn der 7. Woche ging es mir dann nicht mehr so gut. Mir wurde schlecht, erst morgens, dann den ganzen Tag über. Ein paar tage später kam das Erbrechen noch hinzu. Ok, dachte ich, dass gehört die ersten 3 Monate einfach dazu. Wird schon wieder besser werden. rnIch sollte eines besseren belehrt werden. rnrnEs hörte nicht mehr auf, mir ging es jeden Tag schlechter. Bald war es so, dass ich nichts mehr bei mir behalten habe, aber trotzdem immer wieder was gegessen habe. Was auch der Grund war, warum ich trotzdem fast 30 kg. zugenommen habe. rnSelbst auf unserer Hochzeit am 30.08.2007 wurde ich nicht verschont. Ich übergab mich den ganzen morgen zwischen Haare machen, Kleid anziehen usw. befand ich mich regelmäßig auf dem Klo, um mich zu übergeben. Dann ging es los zum Standesamt, und selbst davor musste ich mich noch übergeben, zum glück ist das Kleid sauber geblieben. Ich habe mich dann nicht mehr getraut noch was zu essen oder zu trinken, bis die Feier endlich losging. rnAuch ich aß Salat und Fleisch frisch vom Grill. Doch auch dass musste in der nächsten Hecke entsorgt werden. rnDie Spiele, die mit uns gespielt wurden, empfand ich als einfach nur anstrengend und lästig. Am liebsten hätte ich mich zurückgezogen, mich ins Bett gelegt, um einfach nur zu schlafen. rnEs war jedenfalls nicht mein schönster Tag im Leben, wovon man doch eigentlich schon als kleines Mädchen sich diesen tag in rosarot ausmalt. rnIch war froh, wo ich, als einzig Nüchterne noch, die letzten Gäste nach Hause gefahren hatte. Als ich schließlich morgens um halb 5 die Wohnung betrat, war auch hier wieder mein erster Gang aufs Klo, um mich auch noch den Rest des Essens zu entledigen. rnrnIm September war ich nun in der 14 ssw. aber Besserung wollte nicht eintreten. Meine Kollegen an der Arbeit haben sich schon lustig gemacht, dass ich jeden morgen mit einer großen Schüssel zum Kotzen ihnen entgegen kam. rnBeim gemeinsamen Frühstück hielt man mir den Platz frei, der mir den kürzesten Weg zur Toilette ermöglichte. rnWeiterhin gewöhnten sich meine Kollegen auch daran. dass ich mich hin und wieder einfach auf die Erde legen musste, um mich vom Erbrechen zu erholen. rnBeim Frauenarzt, wo ich mich jedes Mal hin quälen musste( schon alleine das duschen morgens Früh war eine Qual) erwähnte ich immer wieder das Problem mit der Übelkeit und dem Erbrechen, doch dieser tröstete mich jedes Mal, das wird mit der 20. ssw bzw. mit der 25. ssw besser oder geht weg. rnDie 20. ssw kam und ging, doch was blieb war die Übelkeit und natürlich auch das Erbrechen. Ich konnte keine Geburtstagsfeiern und sonstige Veranstaltungen besuchen ( und davon waren in dieser Zeit eine Menge), mit anderen Worten, ich konnte eigentlich nicht mehr am Leben und schon gar nicht am öffentlichen Leben teilnehmen. rnSchlimm und als besonders belasten empfand ich dann noch das Unverständnis vieler Leute, die nicht nachempfinden konnten, wie es mir oder meinem Mann, als hilflosen Beteiligten, bei der ganzen Sache erging. Wir durften uns anhören, geh mehr an die frische Luft, denk nicht dran, dann ist dir auch nicht schlecht usw. rnWenn wir mal spazieren gehen wollten, dann taten wir das dort, wo sonst kein normaler Mensch hergeht. Dort sah mich dann wenigstens keiner, wenn ich mal wieder die Vögel mit meinem Frühstück, Mittagessen was auch immer, fütterte. rnUnser einziges Glück war, dass wir nah am Wald wohnen und dadurch keinen weiten Weg ins Nichts hatten. rnIrgendwann kam dann Weihnachten. Es hieß sich zusammen nehmen, denn dies bedeutet, zweimal essen gehen. Erst mit der einen Seite der Verwandtschaft, dann mit der anderen Seite der Verwandtschaft. Man reservierte mir immer den Platz, der mir den kürzesten Weg zum Klo ermöglichte. Es gab so leckeres Essen, doch ich konnte höchstens ein trockenes Schnitzel mit trockenen Klößen oder Kartoffeln essen. Nachtisch ging gar nicht, wenn er auch noch so lecker war. rnIch war jedenfalls froh, als die Feiertage und auch Silvester rum waren. Es kam der Januar und ich hätte noch drei Wochen bis zum Mutterschutz arbeiten müssen. Doch dieses mal tat mein Frauenarzt mir mal was Gutes und schrieb mich bis zum Mutterschutz krank. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch nie so dankbar für eine Krankenschreibung.rnDann kam der 21. Januar 2008. Ich hatte noch 7 Wochen bis zur Geburt. rnMir war schon den ganzen Morgen schlecht und ich fühlte mich nicht gut. Somit verbrachte ich den Vormittag auf der Couch. Am Nachmittag ging ich dann mal zu meinen Eltern um ihnen mein leid zu klagen. Mein Vater war nicht da, nur meine Mutter. Ich vergesse die Uhrzeit nie: Es war 15:34Uhr als das Telefon bei meiner Mutter klingelte. Da sie unter der Dusche stand ging ich dran. Das andere Ende verstand ich ganz schlecht, es war nicht das beste Deutsch. Ich verstand nur, das was passiert sein musste und der Notruf schon abgesetzt wurde. Da kam meine Mutter, ich reichte ihr das Telefon. Mit einem Schlag wurde sie kreidebleich und legte auf. Sie sagte nur zu mir, Papa ist was passiert. Sie rief bei meiner Tante an, dass diese mit ihr kommt. ich wusste nur, dass Papa im Wald war um Holz zu machen. rnIch wollte auch mit fahren, aber meine Mutter wollte mich aufgrund der Schwangerschaft lieber nicht mit nehmen, weil sie nicht wusste was uns erwarten würde. rnSomit fuhren die beiden los. rnrnIch blieb alleine zurück. rnMeine Schwester war an der holländischen Grenze, dort machte sie ein freiwilliges soziales Jahr in einer Jugendherberge. rnIch rief erst mal meinen Mann an der Arbeit an. Dieser setzte sich sofort in den nächsten zug nach Hause. rnIch saß da und wartete und wartete. Ich weiß heute nicht mehr, wie lange ich gewartet habe, aber irgendwann fuhr mein Onkel mit meiner Mutter auf den Hof. rnSie stiegen aus, ich lief ihnen schon entgegen, ich wollte schließlich so schnell wie möglich wissen, wie es Papa geht. Ich erwartete sie an der Haustür. rnMeine Mutter war kreidebleich und mein Onkel sagte nur, komm erst mal mit rein und setz dich. rnMeine Mutter konnte sich nicht mehr beherrschen und es sprudelte nur so aus ihr raus: Papa ist tot, der kommt nicht mehr. rnIch weiß nur ich schrie und konnte mich vor weinen nicht mehr halten, nicht mein VATER. Mir war sofort so schlecht, dass ich mich wieder übergeben musste. rnWas sagt ihr da, ich glaube euch kein Wort. rnIch brach zusammen, mein Bauch verkrampfte sich und ich glaube auch die kleine in meinem Bauch spürte die Aufregung. rnKurze zeit später traf auch schon unser ,Hausarzt ein, der von meiner Mutter oder meinem Onkel bestellt wurde, um mir eine Beruhigungsspritze zu geben. Mein Mann kam dann auch, er wusste schon was passiert war. Er setzte sich einfach neben mich und nahm mich in den Arm. Die Spritze zeigte bald Wirkung und ich wurde entspannter. Die Tränen liefen mir trotzdem nach wie vor über die Wangen. Aber ich nahm den Rest des Tages und eigentlich die restliche Woche bis zur Beerdigung nichts mehr so wirklich war. ich stand neben mir und hatte eigentlich, wie alle anderen auch, angst, dass die ganze Aufregung dem Kind geschadet hat oder noch schaden könnte. rnIch verbrachte die Nächte weinend im Kinderzimmer auf der erde, meistens so lange, bis mich mein Mann wieder zurück ins Bett geholte.rn Dann kam der tag, ich war mal wieder nur am erbrechen, wo die Verabschiedung von meinem Vater erfolgen sollte. Wenn es nach meiner Mutter gegangen wäre, dann hätte ich mich nicht verabschiedet. doch ich bin bis heute froh, dass ich mich durchgesetzt habe und mich von ihm ( in Begleitung meiner Schüssel) verabschiedet habe. Ich habe ihm das schönst 3D Ultraschallbild in die Hände gelegt, denn wenn er schon nicht die Möglichkeit bekommen hat sein Enkelkind kennen zu lernen, sollte er wenigstens ein Bild dabei haben. rnAm Tag der Beerdigung stellte man mir eine Bank ans Grab, damit ich mit den anderen die Beleidsbekundungen entgegennehmen konnte. Ich übergab mich 2 mal auf dem Friedhof und musste dabei noch aufpassen, dass ich mich nicht ins Grab übergab. rnInzwischen waren es nur noch 5 Wochen bis zur Geburt. Ich übergab mich jeden Tag mehr und mir ging es auch immer schlechter. Ich konnte kaum noch laufen und mir tat alles weh. rnBei jedem CTG hoffte ich auf Wehen. Weiterhin hatte ich die Hoffnung, dass man den gewollten Kaiserschnitt doch noch zu stimmte, aber mein Frauenarzt war nicht zu überzeugen. rnSomit quälte ich mich noch bis zum 09.03.2008. Wir waren morgens noch frühstücken, doch ich übergab mich schon dort mehrmals. Nachmittags wollten wir noch spazieren gehen, aber ich konnte nicht mehr. Am Abend bekam ich schließlich hohes Fieber, so dass ich meinen Mann weckte und zu ihm sagte, dass wir jetzt ins Krankenhaus müssen, da es mir richtig schlecht ginge. rnAlso fuhren wir los, die Hebamme erwartete uns schon. Sie maß sofort meine Temperatur, die bereits bei 40,2grad lag. Ich quälte mich die ganze Nacht mit Fieber und ständigen Erbrechen im 10 Minuten Takt , bis morgens, als ich dann eine PDA bekam. Darauf hin ging es mir für 3 Stunden etwas besser. Dann ließ sie leider nach. Sie erhöhten zwar die Dosis, aber davon wurden nur meine Beine taub. Ich behielt keine Flüssigkeit und schon gar nichts zu essen bei mir, so dass ich bereits am austrocknen war. Man verständigte endlich den Arzt, der mir eine Infusion mit Flüssigkeit und Antibiotikum verabreichte. Dann setzten die Presswehen ein und ich hatte hierfür kaum noch Kraft, aber wir haben es schließlich geschafft und unsere Tochter erblickte nach über 18 Stunden das licht der Welt. rnDas Glück wehrte nicht lange, denn dann kam der Notarztwagen und unsere kleine musste ins Kinderkrankenhaus auf die Intensiv gebracht werden. rnAlso erst monatelanges quälen und dann kann man noch nicht mal sein Kind in den armen halten. rnVerzeihen konnte ich ihr den Zustand der Schwangerschaft, jedoch vergessen habe ich keine Kleinigkeit. rnrnTrotz allem entschieden wir uns ein dreiviertel Jahr später es mit einer erneuten Schwangerschaft zu probieren. rnrnDas klappte auch dieses mal wieder sofort. Irgendwie hatten wir gehofft , dass es dieses mal anders wird. Doch auch dieses mal wurden wir eines besseren belehrt. rnEs begann alles wieder von vorne ab der 6. Schwangerschaftswoche. Dieses mal nahm ich jedoch anfangs so viel ab, dass ich kurz vor einem Krankenhausaufenthalt stand. Haben dann jedoch in der 16. Woche die kurve gekriegt und ich fing an trotz ständigen erbrechen wieder zuzunehmen. rn dieses mal glaubte ich meinem Frauenarzt nicht, dass es bald aufhört und ich sollte leider recht behalten. Was die Sache diesmal anstrengender machte, war, das dieses mal noch ein kleines Kind da war, der Haushalt erledigt werden wollte und ich noch zusätzlich 6 stunden plus 1 stunde Fahrzeit jeden tag arbeiten war. Weiterhin waren wir am haus dran, es zu sanieren, also Dach neu, Außen Fassaden neu usw. Ich musste teilweise auf der Autobahn bei tempo 130 mich über dem Lenkrad in die Schüssel übergeben oder wenn ich es geschafft habe, auf dem Seitenstreifen anhalten. Mein Frauenarzt fand, dass das kein Grund zum krankschreiben war und so musste ich mit Urlaub zwischendurch bis zur Geburt über Wasser halten. rnIm November erblickte dann unser Sohn das licht der Welt. Er brauchte auch nicht verlegt werden, sodass ich dieses mal die ersten tage mit meinem Kind genießen konnte. Auch hier erbrach ich wieder die ganze zeit unter der Geburt. so dass ich wieder mit Flüssigkeit über die Venen versorgt werden musste. rnMit der Zeit fingen wir an unser beiden Kinder zu genießen und wir erholten uns von den Schwangerschaften. rnSomit kam im Jahr 2011 wieder der Wunsch nach einem dritten Kind auf. rnrnDiesmal war ich mir im Klaren, dass ich wohl keine schöne Schwangerschaft haben werden, aber wie es dieses mal lief brach all meine Vorstellungen. rnAls Mitte Dezember meine Periode ausblieb, hatte ich ein tränendes und ein lachendes Auge. Auf der einen Seite freute ich mich, auf der anderen Seite war ich auf das erbrechen und den Kampf mit dem essen eingestellt. und so kam es, wie es kommen musste, kurz nach Weihnachten , Ich war anfangs der 7. Ssw ging es zunächst mit der Übelkeit, ein paar tage später auch mit dem Erbrechen los. Bis Anfang Januar hatte ich allerdings schon ein paar Kilo zugenommen, habe beim 1. Untersuchungstermin noch zu meiner Frauenärztin gesagt, wenn dass so weitergeht, habe ich am ende der Schwangerschaft 40 Kilo mehr auf den Rippen. Das war ein Trugschluss.rnrnMitte Januar bekam ich eine Grippe mit hohem Fieber, die gab mir den Rest. Ich weiß nicht mehr wie ich unsere Große ( damals 3 Jahre alt ) in den Kindergarten gekriegt habe und auch nicht mehr, wie ich unseren Kleinen damals 2 Jahre alt vormittags bis zum Abend betreut habe. Meistens haben die Kinder den ganzen Tag Fernsehen geguckt und zum essen gab es jeden tag Pommes, weil ich dafür nur die Fritteuse anmachen musste. rnAls Ich dann am 19. Januar den nächsten Termin bei meiner FA hatte, fragte sie mich, wie es mir gehen würde. ich war offen und ehrlich zu ihr und klagte ihr mein ganzes leid. Sie hatte das Wochenende dienst und bot mir an, ambulant Infusionen mit vomex in der Klinik zu geben. Dieses nahm ich gerne an. Die erste vertrug ich noch, am nächsten Tag ging es mir schon schlechter und am dritten, dies war ein Sonntag, ging gar nichts mehr, so dass sie mich im Krankenhaus für ein paar Tage behalten . Daraus wurden insgesamt 7 Wochen, mit einer Menge Höhen und Tiefen.rnAm schlimmsten war vor allem das Unverständnis der Schwestern und am Anfang auch dass der Ärzte. Ich durfte mir anhören ob es nicht besser wäre das Kind nicht zu bekommen ( wo wir selber schon drüber nachgedacht haben), ich solle nicht dran denken , dann wäre mir auch nicht schlecht und warum ich eigentlich überhaupt noch mal schwanger geworden bin, nach den ersten beiden Schwangerschaften. Das ist die morgendliche Übelkeit, die geht vorbei nach der 12. SSW ( dies erzählte man mir auch noch, als ich bereits in der 16 und 17 SSw war) oder das Ganze kommt von der Psyche, die einem ein Streich spielt.rnIrgendwann verstand mich jedenfalls meine Frauenärztin, der wir letztendlich auch zu verdanken haben, dass nicht nur das Kind es bisher überlebt hat, sondern auch ich. rnSie reagierte innerhalb von ein paar Tagen und ließ mir einen zentralen Venenkanter (ZVK)legen ( der bald wieder gezogen werden musste, weil er anfing sich zu entzünden) worüber ich nun erst mal mit Flüssigkeit und Nahrung versorgt werden konnte. Inzwischen hatte ich fast 10 Kilo abgenommen. Nachdem dieser wieder raus musste wurde ich über die Venen mit etwas Nahrung versorgt. Jedoch ging darüber nicht so viel wie über einen ZVK. rnZwischendurch wurde ich in ein anderes Krankenhaus verlegt, wo ich 30 Stunden durch die Hölle ging( die wollten mich in den OP fahren, weil ein Übergabefehler erfolgte und noch eine Menge mehr. Ich habe mich dann selber entlassen. Wir sind aus der Klinik geflüchtet mit noch liegendem ZVK, was im nachhinein lebensgefährlich war. rnMeine Frauenärztin hat ich dann wieder im ursprünglichen Krankenhaus aufgenommen. rnAuch hier gab es weitere Tiefen und Höhen. rnDie ganze Sache machte mich einfach nur noch fertig, so dass ich nebenher noch eine Therapie machte, die ich übrigens selbst verlangt habe. rnZwischendurch lag ich aufgrund der vielen Medikamente, die man ohne weiteren Erfolg ausprobierte einen Tag im Wachkoma, wovon ich nichts mehr weiß, was auch gut ist.Ich konnte mich wohl nicht mehr bewegen und habe meine Umwelt nicht mehr realisiert. rnEnde Februar entschied man sich dann mir eine Dünndarmsonde durch die Bauchdecke durch zu legen, nachdem die Chirurgen das Legen eines Portes abgelehnt hatten. Hierfür wurde ich für 2 Tage noch mal in ein anderes Krankenhaus verlegt. Nach der Rückverlegung blieb ich noch eine Woche im Krankenhaus. In dieser Zeit wurde meine Entlassung sorgfältig geplant. Somit durfte ich endlich nach 7 Wochen wieder nach Hause. Dort wurde ich von einem ambulanten Pflegedienst und von einer Vertreterin von der Firma Fresenius betreut. Diese lieferte mir die Sondennahrung, und alles was sonst noch dazu gehörte. rnDies ging Drei Wochen gut, dann hatte ich wieder einen Termin bei meiner FA, der nicht gut verlief. Das Kind und ich wiesen Mangelernährung auf. Ich wollte aber nicht wieder ins Krankenhaus, somit informierte meine FA das Gesundheitsamt, dass mich mit richterlichem Beschluss einweisen wollte, wenn ich nicht freiwillig ging. Also entschied ich mich freiwillig zu gehen. Vielleicht hatte ich auch hier schon den Gedanken, einfach zu verhungern und somit die ganze Sache zu beenden. rnrnDiese Gedanken hatte ich immer wieder zwischendurch, einfach die Sache beenden, indem ich mir das Leben nehme. rnZu allem Überfluss musste ich isoliert liegen, da ich mir den Krankenhauskeim MRSA eingefangen hatte. Dieses mal lag ich nicht auf der Gyn sondern auf der Inneren. Somit fing das Unverständnis wieder von vorne an. Auf dieser Station war es noch schlimmer als auf der anderen zuvor. rnMan ging ernsthaft davon aus, dass ich mir den Finger in den Hals stecke um absichtlich zu erbrechen. Und noch mehr solcher Kommentare durfte ich mir anhören. Z. B. auch noch ich wäre das dem Kind schuldig, da wir es gezeugt hätten und ich solle es dann lieber nach der Geburt zur Adoption freigeben, wenn ich es schließlich nicht will. Das traf mich sehr, denn auch dieses Kind war ein Wunschkind. rnMan behandelte mich auch auf dieser Station so, als wenn ich das absichtlich mache, weil ich das Kind nicht will. Ich sah morgens eine Schwester, die mir das Frühstück brachte, Mittags, ums Mittag essen zu bringen und abends für das Abendbrot und um das alte Geschirr mitzunehmen. Somit kam teilweise zwischen 5- 7 Stunden keiner bei mir rein. Da hat man eine Menge Zeit zu grübeln. Oft saß ich einfach am Fenster und weinte vor mich hin. Dort fing ich auch an, meine Geschichte aufzuschreiben. Aber ich fing auch wieder an, mich selbst zu verletzen, dieser Schmerz machte manches einfacher.rnWeiterhin empfand ich es als eine Qual meine beiden Kinder 2 Wochen nicht zu sehen ( man durfte nur mit Kittel, Mundschutz und Handschuhen in mein Zimmer) und das ganze auch noch über Ostern. rnNach 2 Wochen Sanierungstherapie ( es war mittlerweile Mitte April) durfte ich endlich wieder nach Hause. rnDoch Anfang Mai musste ich wieder rein, weil ich ja nach wie vor nichts trinken konnte und ich wieder am austrocknen war. Dieses mal zu Glück nur für ein paar Tage, aber auch dies fiel mir schwer. Ich war hin und her gerissen, auf der einen Seite wusste ich, dass mir diese Auszeit gut tun würde, auf der anderen Seite musste ich wieder von zu Hause weg. rnInzwischen nehme ich Paspertin, Diazepam, Mirtazapin gegen das Erbrechen und die Übelkeit( Habe inzwischen auch wieder zugenommen), ein Medikament gegen Schilddrüsenunterfunktion und Pantozol gegen die chronische Magenschleimhautentzündung. rnMan denkt schon manchmal drüber nach, alle Medikamente auf einmal zu nehmen, weil man irgendwann einfach keine Kraft mehr hat. Bis jetzt hat mich der Gedanke an meinen Mann und meine Kinder davon abgehalten. Wobei ich zu geben muss, dass ich irgendwann einfach mal angefangen habe einen Abschiedsbrief an meine Familie zu schreiben. Das ruft mir dann jedes Mal in die Gedanken zurück, dass ich dann meine Kinder nicht mehr groß werden sehen und was ich vielleicht alles verpassen würde.rnInzwischen ist es Anfang Juni und seit ein paar Tagen fällt mir das Essen von fester Nahrung wieder schwerer. Nehme inzwischen eine Menge an Diazepam, doch selbst damit bin ich mittags nicht mit zur Ruhe gekommen und das ganze wegen dieser scheiß Übelkeit. rnIn der Gesprächstherapie kann ich auch nicht mehr über das reden, was mich bewegt, denn dort habe ich offen erwähnt, dass ich keine kraft mehr habe neun Wochen noch durchzustehen, daraufhin hatte man angst, dass ich mir was antue. somit musste ich nach dem Wochenende dort wieder vorstellig werden. Diese ganzen Termine (ambulante Infusionstherapie, Gespräche , Vorsorgeuntersuchungen usw. ) strengen mich einfach zu sehr an und am liebsten würde ich diese gar nicht mehr war nehmen. Es ist ja schon anstrengend genug, den Tag rum zu kriegen. Vor die Türe gehe ich ungern, aus Angst, jemanden zu treffen, der dann wieder scheinheilig fragt, wie geht es dir. Meistens merkt man schon , dass vielen gar nicht klar ist wie es einem wirklich damit geht. Ein Beinbruch oder so das sieht man, die ständige Übelkeit sieht man leider nicht somit sieht man die mitleidigen Blicke, die einem eigentlich nur sagen, stell dich nicht so an, ich hatte auch schon einmal eine heftige Magen-Darm-Grippe. Ich würde den Leuten am liebsten mal einfach vor die Füße kotzen, aber der Anstand hält mich davon ab. rnHeute schreiben wir dem 07.06.2012 und ich bin seit gestern wieder im Krankenhaus. Infusionen erhalte ich und zusätzlich noch ein Eisenpräparat über die Venen. Ich darf Nachmittags immer mal wieder für ein paar Stunden nach Hause, dass macht mir die Sache leichter. Meinem Mann fällt es auch auf, dass es mir so deutlich besser geht. rnEs wird jeden Tag ein CTG geschrieben, um zu schauen, wie die Herztöne des Kleinen sind. rnSeit 2 tagen weiß ich auch, dass am 27.07. 2012 mit der Einleitung begonnen wird, das heißt, es sind jetzt noch gute 7 Wochen bis zu Entbindung. rnHeute schreiben wir den 31.07.2012 und alles kam anders, als es eigentlich geplant war. Meine FA war im Urlaub und somit wurde ich nett und freundlich von ihrer Vertretung betreut.rnIch bekam immer mal wieder ambulant Infusionen und regelmäßig wurde ein ctg geschrieben. rnIch habe mich auch in dieser zeit mal mit embryotox in Verbindung gesetzt und denen mitgeteilt, welche Medikamente ich alle nahm. diese meldeten sich dann auch prompt bei mir und bei meiner Frauenärztin. Sie rieten von einer normalen Geburt ab und vor allem sollte das Kind in einer Klinik mit Anschluss an eine Kinderklinik zur Welt bringen. Dies bedeutete, dass ich wieder in das Krankenhaus musste, wo ich zuvor 30 stunden durch die Hölle ging. Ich flehte meine FA regelrecht an, dass Kind doch im Heimatkrankenhaus zu bekommen, sie ließ sich jedoch nicht darauf ein und behielt einen kühlen kopf. Was im nachhinein gut war, denn der kleine hätte den Transport ins Kinderkrankenhaus nicht überlebt. für mich war es die Hölle, ich weinte das ganze Wochenende durch. am Montag den 23.07.2012 musste ich mich dort vorstellen, ich habe denen alles unterschrieben auch, das ich eine Vollnarkose wollte und vor allem den Kaiserschnitt. Die wollten allerdings aufgrund des MRSA Keims , der noch in der wunde war, wo die Dünndarmsonde lag ( die mir am Freitag zuvor gezogen wurde), eine Einleitung machen. dies lehnte ich ab und nahm durch meine Unterschrift das Risiko auf mich. rnDer Termin wurde auf Mittwoch den 25.07.2012 gelegtrnUm 11:21 wurde dann per Kaiserschnitt unser Sohn Tjark Ole geboren. er musste nach der , Geburt reanimiert werden, da er nicht nur die Vollnarkose sondern auch die Medikamente über den ganzen Zeitraum abbekommen hat. Nun liegt er seit dem auf der Intensivstation . rnIch sitze an seinem Bett, aber ich kann die letzten Monte nicht einfach ausblenden. Auf der einen Seite mache ich mir Vorwürfe, auf der anderen Seite mache ich ihn wahrscheinlich auch ein wenig verantwortlich für die letzten Monte. ich weiß, dass wir beide nichts dafür können und sich keiner seine Krankheit aussucht. Mir persönlich hat in den ganzen Monaten und auch jetzt nach der Geburt das Forum "Hyperemesis gravidarum " sehr geholfen. Man fühlte sich unter gleichgesinnten verstanden und oft wurde man dort auch ermutigt, weiter ums Überleben zu kämpfen. Am allermeisten muss ich jedoch meiner Frauenärztin danken, die mir zum Glück nicht nur einige wichtige Entscheidungen abnahm, sondern mir einfach auch glaubte und zuhörte. sie war immer erreichbar für uns, was uns eine Menge Sicherheit gab. Sie kämpfte mit uns und nicht gegen uns, was für sie wahrscheinlich auch nicht immer einfach war. Sie bereute es wahrscheinlich schon zwischendurch mal, aber sie gab nicht auf. Mein Mann und Ich sind uns da einig, ohne sie gäb es den kleinen und vielleicht sogar auch mich nicht mehr. rnrnNun können wir nur noch hoffen, dass wir in ein normales Leben zurück finden. Ich mache nun den Entzug, mit heftigen Entzugserscheinungen, der kleine muss weiter fortschritte machen und eine weitere Unterstützung in den nächsten Monaten uns zur Seite steht. ( z.B eine Haushaltshilfe, eine Familienhebamme usw.)bis auch ich wieder ins Leben zurück gefunden habe. rnrnHeute ist der 08.09.2012 und ich bin wieder mal im KH. Ich bin eigentlich mehr oder weniger freiwillig hier, da man mich vor die Wahl gestellt hat. Das Jugendamt macht eine menge stress wegen unserer Haushaltshilfe. rnrnrn