Julia

 
Julia hatte während ihrer Schwangerschaft mit Übelkeit UND extremem Speichelfluss(Ptyalismus grav)zu kämpfen.Sie hat sich mit Soja-Vanillepudding über Wassser gehalten, nachdem Zofran, Vomex etc. nicht halfen (26.01.2015)
 
Bei mir fings circa in der 6. SSW an. Plötzlich Übelkeit und Schwindel/Krankheitsgefühl. Dachte ich hätte einen Magendarminfekt. Erst nachdem es nach einigen Tagen kein bisschen besser war, brachte der SS-Test Klarheit. Ab der 8.Woche kam ein extrem starker Speichefluss dazu (Ptyalismus gravidarum), der Speichel war soviel (das waren Bäche!) und so bitter, dass er unmöglich zu schlucken war. Also musste ich permanent ausspucken. Hätte ich das nicht getan, hätte ich locker 20x erbrochen, so warens meist zwischen 2-7x! Die Sprüche "Schluck doch einfach runter!" konnte ich nicht mehr hören! Am Sofa, oder im Bett hatte ich daneben eine Schüssel stehen. Wenn ich mal auf war, nahm ich einen Gefrierbeutel, stopfte Küchenrollenpapier rein, und spuckte da rein. An verständliches Sprechen war nicht zu denken. Für längere Sätze musste ich dazwischen Ausspucken! Schon alleine deshalb war an Arbeiten gehen nicht zu denken! Nachts legte ich mir ein Handtuch unter und liess den Speichel seitlich rausrinnen. Geholfen hat nichts! Probierte Vomex, Paspertin, Zofran, Ingwer. Ein bischen half Akkupunktur, aber auch erst ab der 13.Woche. Die Myrrhetinktur verbesserte für circa 5 min den Speichelfluss, liess mich dann aber aufgrund des Geschmacks wieder erbrechen. Bis zur 14. Woche hatte ich durch die Übelkeit und die Appetitlosigkeit und immer wieder Erbrechen bereits fast 10% meines Ausgangsgewichtes verloren. Zweimal hatte ich Blut miterbrochen, da die Magenschleimhaut eingerissen ist. rnrnHab vieles ausprobiert und für mich hat folgendes etwas Linderung gebracht:rnMorgends musste ich IMMER erbrechen, also wollte ich mir das erleichtern. Hatte Packung Soja-Vanillepudding am Nachtkästchen stehen, davon ass ich gleich paar Löffelchen, dazu etwas Flüssigkeit. Damit war das darauffolgende Erbrechen viiiel erträglicher und der ekelhafte Magensäuregeschmack, der zu minutenlangem Würgeattacken geführt hatte, war weg. Also erbrach ich einmal und fertig! rnZum Essen: rnEssen konnte ich nur in homöopathischen Dosen, dafür 10-15x am Tag. rnAm besten waren Knäckebrot, Biskotten, Reis, Kartoffel mit Butter und Salz, Schwarzbrot mit Tomate und Salz oder Pastete. Fleisch oder Fisch ging wochenlang praktisch gar nicht. Für Vitaminaufnahme Rohkost mit Karotten/Äpfel und bisschen Speiseöl. Dazwischen immer wieder Sojapuddings, die drosselten etwas die Magensäueproduktion! Joghurt war mir zu sauer! Meine Mutter hat mich damals bekocht und mich vor einem Krankenhausaufenthalt bewahrt, allein hätte ich nicht für mich sorgen können! rnZum Trinken:rnTrinken konnte ich auch fast nichts, insbesondere kein neutrales Wasser, da hatte ich wieder den Speichelgeschmack. Also ging alles nur mit Geschmack und am besten Kohlensäure, damit überdeckte ich am besten den Kloss im Hals und den Speichelgeschmack. Also verdünntes Cola, verdünnter Almdudler, verdünntes Schweppes. Nicht besonders gesund, aber was solls!rnrnAlles in allem ging zumindest das morgendliche Erbrechen bis zur 32.SSW, das war aber mit der Sojapuddingtaktik sehr erträglich! Der Speichelfluss liess um die 24.SSW nach und ab 29.SSW konnte ich den Speichel zumindest wieder schlucken. Zumindest konnte ich wieder (mit Not-Gefrierbeutel in Handtasche) nach draussen, sogar Essen gehen und Umstandsmode einkaufen! rnAm meisten haben mich die Sager meines Hausarztes verärgert "Das ist alles nur psychisch!" und "Sie wehren sich gegen die SS"!rnrnHoffe, ich konnte paar Tipps liefern, die auch bei anderen HG Patientinnen zumindest Linderung bringen könnten. rnIch habe für mein Durchhalten, das süsseste, liebste und hübscheste Geschenk der Welt erhalten! Hoffe auch irgendwann auf eine Nummer 2! ;))rnrnrnrnrnrn