Sandra

 
Sandra bekommt in den nächsten Tagen ihr erstes Kind. Ihr hat gegen die starke Übelkeit Osteopathie geholfen (24.11.2015)
 
Hi, ich heiße Sandra, bin 28Jahre alt und bekomme mein erstes Kind die kommenden Tage. Leider auch ich habe diese schreckliche Hyperemesis mitmachen müssen. Anfang diesen Jahres haben wir mit der Kinderplanung begonnen und es hat auch ziemlich schnell geklappt. Wir haben uns sehr darüber gefreut. Aber wie viele auch kennen, ging es in der 5. Woche los mit dem Erbrechen. Man hat sich da noch keine großen Gedanken gemacht, da man ja schon oft gehört hat, dass das Erbrechen in der Schwangerschaft zum Anfang recht normal ist, nur war das dann nicht mehr normal. Gefühlt jede Stunde musste ich mehrmals brechen. Ich konnte nichts mehr essen, nichts mehr trinken, rein gar nichts und das 5Tage lang. Da kamen Gedanken auf, "Wie kann das Kind nur überleben, wenn ich rein gar nichts aufnehmen kann?" Man hatte keine Kraft mehr. Ich war bei zwei verschiedenen Frauenärzten, beide haben mir was gegen die Übelkeit verschrieben. Einmal das bekannte Vomex und das andere weiß ich leider nicht mehr, wie es hies. Letztendlich hat beides nicht geholfen. Nach den 5Tagen sind wir dann spät abends in die Notaufnahme gefahren, weil mein Freund es nicht mehr mit ansehen konnte. Hatte auch schon einiges in der kurzen Zeit abgenommen. Naja sie haben mich da behalten und an den Tropf gehangen. Tabletten wollte ich nicht mehr nehmen. Das Erbrechen lies zwar nach, aber konnte trotzdem nix essen so stark war die Übelkeit. Da ich nach 4Tagen immer noch nix zu mir nehmen konnte hab ich mich dann doch für die Tabletten entschieden. Laut Krankenhaus ein Wundermittel, wofür ich allerdings unterschreiben musste, dass ich es nehme, weil es das in Deutschland nicht mehr gibt. Deswegen habe ich mich anfangs geweigert es zu nehmen, weil es mir sehr komisch vor kam, Tabletten zu nehmen, die in Deutschland nicht mehr erhältlich sind. Aber wollte nur nach Hause, da auch die Krankenschwestern schon blöde Kommentare abgegeben haben, so in der Art es wäre nur alles Einbilung oder sie wären die erste die dann 9Monate im Kh liegt usw. Dabei bin ich sonst ein lebensfroher Mensch und ich muss immer etwas zu tun haben, denn rum liegen ist überhaupt nix für mich. Trotzdem hatte ich Angst das die Tabletten namens Agyrax dem Kind schaden könnten. Aber soll angeblich nicht sein, worüber ich mir heut noch nicht sicher bin. Naja jedenfalls habe ich sie dann 2mal täglich genommen und sie haben tatsächlich geholfen und ich war überglücklich. Konnte wieder essen und trinken, bekam wieder Kraft. Nach 6Tagen wurde ich dann entlassen und war froh wieder zu Hause zu sein. Tabletten hab ich zwei mitbekommen. Kein Rezept, nix. Und dann fing alles von vorne an, alles zurück auf Anfang quasi. Mein Freund ist dann noch mal ins Kh um irgendwie Tabletten zu bekommen, aber hatten nur noch paar wenige auf Vorrat. So haben wir die Tabletten über Internet in Belgien bestellt, weil sie dort noch in einer Apotheke erhältlich sind. Die kamen zum Glück auch recht schnell und haben gewirkt. Aber leider nicht lange, denn ich wurde schnell immun. Ich habe es dann noch mit Akkupunktur versucht aber auch das war vergebens. Mittlerweile hatte ich auch schon 7kg abgenommen. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich wollte nur noch Abtreiben, hab täglich mehrfach über lange Zeit nur geweint, bin oft hyperventiliert, wollte einfach, so blöd es klingt, nur noch sterben und das jeden Tag über mehrere Wochen. Ich steckte auch schon in einer festen Depression. Wollte niemanden sehen, hören, alles sollten mich in Ruhe lassen, denn niemand konnte mich verstehen. Mir kommen jetzt noch die Tränen wenn ich darüber rede oder schreibe. Alle kamen mit Tipps, aber selbst denen hätte ich was tun können, obwohl sie es ja nur gut meinten. Nur es hat nichts geholfen, das einzigste waren wirklich kurze Zeit die Tabletten Agyrax. Kommentare von manchen, die soll sich mal nicht so haben, ich hab auch gebrochen in der Frühschwangerschaft, haben mir dann auch gezeigt, was für "Freunde" es sind. Es ist wohl ein ganz großer Unterschied ob man nur drei mal am Tag sich übergeben muss oder 40-50mal. Aber wie auch, wie sollte mich einer verstehen, der das selber nie durchlebt hat. Ich war am Boden, aber richtig, wie viele die unter gravidarium leiden sicher sehr gut kennen. Und ich will jetzt auch keinen hier schlecht machen oder so, aber hab einige Berichte im Netz gelesen, die das auch hatten und nicht mehr weiter wussten. Was ich dabei dann aber nicht verstehe, das manche davon vier Kinder bekommen haben, obwohl es immer wieder so schlimm gewesen sein soll. Tut mir leid, aber das kann ich nicht nachvollziehen, wie das gehen soll. Klar heißt es, dass vergisst man irgendwann. Dann sag ich aber was anderes, denn so was kann man nicht vergessen, niemals. Dafür ist und war es viel zu schlimm. Das prägt einen fürs Leben. Jeder hat natürlich ein anderes Empfinden, aber ich bin an meine größte Grenze gestoßen, die es nur gibt. Und man hörte auch immer das es nach dem 3. oder 4. Monat besser werden soll. Darauf hab ich versucht von Tag zu Tag hinzuarbeiten, das der Tag kommt, aber die Zeit verging und der Tag kam einfach nicht. Ich wollte doch einfach nur wieder ganz normal am Leben teil nehmen...rnDann im 5.Monat hatte ich einen letzten Hoffnungsschimmer, die sogenannte osteopathische Behnadlung. Mein Freund hat bei einem guten Osteopathen angerufen und ich bin gleich am nächsten Tag als Notfallpatientin dran gekommen. Wollte stark sein, aber automatisch kamen die Tränen und konnte mich auch ganz schwer wieder beruhigen. Er hat mich dann behandelt. Ich musste gleich nach der Behandlung wieder brechen aber es wurde wirklich weniger und den übernächsten Tag hab ich dann fast gar nicht mehr gebrochen. Eigentlich konnte ich damit zufrieden sein, aber da mir trotzdem weiterhin total übel war, meine Ohren ständig taub wurden, keine Kraft aufkam, schlimme Kreislaufprobleme hatte usw. war ich noch genauso depri. Ich bin dann noch ein weiteres Mal zur Behandlung, die dann leider nix gebracht hatte. Das machte mich noch fertiger, weil ich mit großer Erwartung hin bin. Dann nochmal und nochmal Behandlung und die vierte und letzte Behandlung haben mich wieder ins Leben zurück geführt, worüber ich überglücklich bin. So konnte ich wenigstens noch die letzten Monate von der Schwangerschaft geniesen, überhaupt eine Bindung zum Kind aufbauen, wozu ich erst nicht in der Lage war. Denn ich hab sie in meinem Bauch gehasst obwohl sie ja gar nichts dafür konnte. Ich glaube wenn ich diese Behnadlungen nicht gemacht hätte, wäre es mir bis zum Ende der Schwangerschaft so gegangen wie auch einigen anderen, wie man hier lesen kann. Allerdings respekt an alle die das die ganze Schwangerschaft durchgestanden haben, ich hätte es glaube nicht gekonnt.rnAlso allen die, die darunter leiden, denen kann ich nur empfehlen zum Osteopathen zu gehen. Aber Vorsicht, es gibt auch viele, die sich zwar Osteopathen nennen, die aber fachlich nicht kompetent genug sind. Deswegen informiert euch vorher mal im Internet, wer ein wirklich guter Osteopath ist, denn da wird euch sicher geholfen. Wichtig ist auch, wenn die erste Behandlung nicht gleich hilft, dann wirklich mehrmals hingehen und versuchen, denn auch der Osteopath muss vieles aufarbeiten in dir. Zwar kostet eine Stunde Behandlung so 85€, aber davon kann man glaub so 60 € von der Krankenkasse wiederholen. Aber ganz ehrlich, ich achte zwar sonst aufs Geld, aber das Geld war mir wirklich in dieser Situation egal. Ich hätte ihn auch 1000€ bezahlt, nur damit es wieder besser wird. Viele halten leider nix von Osteopathie. Aber ich bin völlig überzeugt davon. Dank ihn kann ich mir auch jetzt wieder vorstellen ein zweites Kind zu bekommen. Und falls es wieder so eintreten sollte, gehe ich gleich dort hin. Eigentlich dauert es ewig bis man bei Osteopathen einen Termin bekommt, aber lasst euch nicht abspeißen, ihr zählet wirklich als Notfallpatienten, denn es geht um dein Leben und um das Leben eines Babys. Viele fragen auch, was da gemacht wird. Kurzgesagt, es werden Blockaden gelöst. Insgesamt hatte ich 4Behandlungen, die von der Gesamtzeit ca. 7h angedauert haben, so sehr haben sie sich drum bemüht meinen Körper zu durchleuchten, sage ich jetzt mal. So wurde sich viel Zeit genommen, meine Blockaden zu finden und das aufzuarbeiten. Ich möchte jetzt nicht unbedingt meine Diagnose mitteilen, weil das ziemlich skurril klingt für manche aber der Grund für meine Hyperemesis liegt bei meiner eigenen Schwangerschaft im Bauch meiner Mutter und an meiner Geburt. Da sind nämlich unschöne Sachen passiert, die mich geprägt haben fürs Leben, nur das ich es selber nicht weiß. Es steckt alles im Unterbewusstsein fest und deswegen habe bzw. hatte ich schreckliche Angst vor der Schwangerschaft, ohne es selbst zu wissen. Was wohl der Auslöser der ganzen Geschichte war. Wie gesagt, es klingt alles etwas albern, aber es ist was wahres dran und ich kann euch wirklich bloß nahe legen, es zu probieren. Was habt ihr zu verlieren. Ganz oft ist der Auslöser dieser Krankheit ein psychisches Problem von dem man selbst aber gar nichts weiß und das muss versucht aufgearbeitet zu werden. Im allgemeinen ist es auch ich sage jetzt mal krass zu wissen, wie viel ein Kind schon bei Zeiten im Mutterleib mitbekommt. Auch deswegen rate ich nach der Geburt noch mal mit dem Baby zum Osteopathen zu gehen, denn es hat das alles miterlebt diese schreckliche Zeit.rnrnIch wünsche allen die das haben viel Glück und wirklich Hut ab, an alle, die das durch haben, das ihr es durchgestanden habt!!! rn