Mechthild

 
Meine Erfahrung mit der Hyperemesis (08.08.2004)
 
Hallo

Ich habe mir einige Eurer Berichte durchgelesen und habe festgestellt, dass es noch schlimmer kommen kann, als ich es erlebt habe, bzw. gerade erlebe.
Ist leider auch ein langer Bericht. Es ist nicht einfach sich kurz zu fassen.

Es fing damit an, dass es mir etwas übel und ich hundemüde war. Als ich dann erfuhr dass ich Schwanger bin (7. Woche) war die Freude groß und habe die Übelkeit akzeptiert (ist ja normal).
Prompt am 1. Urlaubstag ging dann die Kotzerei los. Habe mir weiterhin nichts dabei gedacht, bis es so schlimm wurde nach 3 Tagen, dass ich bis zu 5x und mehr vor der Kloschüssel hing. Mein Mann meinte immer nur, "reiß dich zusammen, das macht jede Frau durch". Ich antwortete nur: " Ja danke für deine tolle Unterstützung, sei froh, dass du es nicht durchmachen musst": Als er das erste mal direkt miterlebte, wie viel ich am Tag kotze, fing er auch an sich Gedanken zu machen. Nach einer Woche kotzeritis (Ich habe alles, was ich zu mir genommen habe auch ausgekotzt und war in der 10. Woche), rief ich bei meinem FA an, um zu erfahren, dass er diese Woche im Urlaub ist (na toll) und bekam die Adresse des Vertretungsarztes. Erst habe ich es bei einem Arzt in meiner Wohnnähe versucht, um die Antwort der Helferin zu hören: "das ist normal und im übrigen habe ich keinen Termin frei". Also, doch zur Vertretung. Der sagte nur ich brauche mir keine Gedanken machen, soll viel trinken und bekam ein Rezept für Zäpfchen (Emesan E), welche aber nicht halfen. Also, noch eine Woche überstehen (konnte alleine kaum noch laufen)und zu meinem FA, der mache einen Acetontest und überwies mich direkt ins Krankenhaus. Da er mich auch gleich angemeldet hat, wurde ich sofort aufgenommen und auf der Station auch sofort erstversorgt. Nach einer Woche KH durfte ich wieder nach Hause, nur leider ging es sofort wieder los. Ich habe es noch 2 Wochen ausgehalten, dann habe ich wieder im Krankenhaus, direkt im Kreissaal, angerufen und sollte sofort kommen. Es war abends um 20.30. Trotzdem wurde ich liebevoll aufgenommen und im Kreissaal erstversorgt und bin dann so gegen 22.00 auf die Station gekommen. Wieder 1 Woche Krankenhausaufenthalt. Spätestens jetzt hat auch der Rest der Familie gemerkt (war in der 15. Woche) dass es ernst ist. Meine Schwester surfte im Internet und fand auf einer dänischen Internetseite dass die dänischen Krankenhäuser das Erbrechen mit Vitamin B6 und Ingwerkapseln behandeln.
Seit der Entlassung nehme ich beides und Vomex. Weiterhin bekomme ich 2x wöchentlich eine Akupuntur und Akupressurbänder sind schon bestellt. Bin jetzt schon 7 Wochen
krankgeschrieben und habe schon seit 3 Wochen nicht mehr gekotzt und hoffe, dass ich
( in der 17. Woche) jetzt bald wieder arbeiten kann und dass die kotzerei ein Ende hat.

Ingwer schmeckt zwar scheußlich, aber es hilft wirklich. Bei mir jedenfalls.
Vitamin B6 und Vomex hat mir der Arzt verordnet, Ingwerkapseln 4x täglich
(Zintona - 20 stk ca. 8 bis 9 Euro) gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Im Beipackzettel steht zwar "nicht für Schwangerschaftserbrechen", aber Arzt und Apotheke sagen, dass es nur zur Sicherheit ist, weil sie keine Testreihen haben laufen lassen. Bestandteil ist aber reiner Ingwer und unschädlich für Mutter und Kind.

Ich bin jetzt zuversichtlich, dass es sogut wie vorbei ist und kann der Geburt im Januar 2005 mit Freude auf unser 1. Kind entgegensehen. Ich hoffe es jedenfalls.

Mechthild Weiner