Michaela

 
Dies ist meine Geschichte (09.12.2004)
 
Liebe Chrissi,

ich habe lange gezögert dieses zu schreiben. Ich habe Deine Seite, nach meinem zweiten Abbruch im Nov. 2001, im Internet gefunden.

Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich an die Zeit zurück denke.

Aber zu meiner Geschichte:

Ich war das erstemal 2000 ungewollt schwanger geworden. Ich war mit meinem Freund noch nicht lange zusammen.

In der 8. Woche erfuhr ich durch meine Frauenärztin von der Schwangerschaft. Irgendwie habe ich mich darauf gefreut. Aber auch nur bis eine Woche später. Da ging es dann mit der Kotzerei los. Aber nicht einmal am Tag, nein ich pendelte zwischen Bett und Toilette hin und her. Das habe ich ca. eine Woche mitgemacht, in der Zeit habe ich schon gut 5kg abgenommen, weil es blieb nichts drin, keine Suppe, kein Wasser und eigentlich habe ich auch gebrochen, obwohl schon nichts mehr war was hätte rauskommen können. Da bin ich dann ins Krankenhaus gekommen und gleich an den Tropf. Ich konnte endlich mal schlafen. Damit war aber nicht die Kotzerei vorbei, ich lag insgesamt drei Wochen im Krankenhaus mit Unterbrechungen. Ich Krankenhaus kam ich mir vor wie eine stark Depressionskranke Person, mir wurden nur Adressen gegeben, wo ich Seelische Hilfe bekommen konnte. Ich war am Ende. Ich habe mich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Ich wog nach dieser Zeit gut 43kg von 55kg und sah aus wie ein Magersüchtige. Ich habe drei Monate gebraucht um über diese hinweg zu kommen.

Das zweite mal war von mir gewollt. Es fing wieder alles genauso an wie beim erstemal. Nur diesmal werde ich die Zeit im Krankenhaus nicht vergessen können. Dieses war auch die Entscheidung des zweiten Abbruchs. Ich wurde wieder als psychisch krank hingestellt. Von den Schwestern als Simulantin eingestuft, wo bei sich eine Schwester entschuldigt hat. Die Ärzte waren aber auch nicht besser, auch auf meine Nachfrage ob es so was gibt, das es einem Dauer Schlecht sein kann, erntete ich nur Gelächter und den Satz „Stellen Sie sich nicht so an“. Auch die Bettnachbarn waren nicht besser, da habe ich dann solche Sätze wie “Die gehört wo anders hin“, „Die simuliert nur“ mitbekommen.. Auf jeden Fall habe ich mich kurz vor Ende des dritten Monats dazu entschlossen den Abbruch zu machen. Der seelische Druck war zu hoch.

Nach dem Abbruch war ich dann bei meiner Frauenärztin, die auch nur mit den Achseln zucken konnte und meinte, das ich wohl zu labil wäre und das Kind nicht wollte.

Beim zweiten Termin, da ich mir das Verhütungsstäbchen einsetzten lassen habe, hatte ich Ihr Unterlagen aus dem Internet mitgebracht und Sie direkt auf diese Übelkeit angesprochen. Dieses wurde aber nur mit wieder Wille Bedacht und die Unterlagen die ich Ihr gegeben habe, hat Sie auch gleich ganz weit weg gelegt, ohne auch nur einen einzigen Blick in diese zu werfen.

Für mich war von da an das Thema Schwangerschaft durch, ich habe mich auch drei Jahre nicht beim Frauenarzt sehen lassen.

Ich habe die Zeit genutzt mir eine neue Frauenärztin zu suchen, mit der ich auch Glück habe. Ich habe diese auf mein Problem hin angesprochen und Ihr die ganze Geschichte erzählt, Sie hat nur mit dem Kopf geschüttelt und gesagt das es Möglichkeiten genug gibt.

Was ich bei meiner Geschichte festgestellt habe bin, nicht nur die Medikamente sind wichtig auch das Menschliche muss stimmen. Stimmt das auch nicht, muss man ein sehr guter Kämpfer sein um dieses zu bestehen.

Viele Grüße
Michaela