Michaela

 
Diesen Erfahrungsbericht habe ich heute von Michaela erhalten. (23.01.2005)
 

Bei meiner ersten Schwangerschaft 2001/2001 habe ich so etwas wie „Übelkeit“ nicht erlebt. Zum Schluss hatte ich etwas Sodbrennen und war überzeugt, dass ich zu den glücklichen Frauen gehören würde, die nur problemlose Schwangerschaften erleben werden. Ursprünglich wollte ich mal mindestens 3 Kinder….



Mein Sohn ist inzwischen fast 3 Jahre alt, und so dachten meine Mann und ich letztes Jahr, dass ja nun der richtige Zeitpunkt gekommen sei, um an unserer Großfamilie zu basteln. Wir verhüteten mit NFP (natürliche Familienplanung), und nutzten genau das auch zur Planung. Prompt blieb im Oktober die Menstruation aus. Was haben wir uns gefreut! Auch mein Söhnchen war vollkommen aus dem Häuschen, und hätte sein kleines Geschwisterchen am liebsten gleich gehabt. Es muss die 3. Woche gewesen sein- ich hatte noch keinen Test gemacht, weil ich auch so sicher war, dass es geklappt hatte. In der 3. Woche wusste ich es ganz genau! Es ging los mit Schwindel und Übelkeit. Sogar vertraute Gerüche lösten bei mir sofort schlimmste Magenattacken aus. Jeden Tag ging es mir schlechter. Als ich in der 8. Woche war, ging es los mit dem Erbrechen. Ich hatte schon die Tage vorher nur noch Schonkost und wenig zu mir genommen. Aber, nun ging es richtig los. Nicht nur morgens Erbrechen (das wäre ja erträglich gewesen!!!)- nein! Sobald ich etwas zu mir nahm, wollte es sofort wieder raus. Das Schlimmste war, dass ich nichts trinken konnte- das erbrach ich augenblicklich.

Unglaublicherweise reagierte meine Umwelt völlig unerwartet: Bekam ich Verständnis? NEIN!!! Sprüche und mildes Lächeln, wie „das gehört eben dazu“ musste ich mir anhören. Aber, die meisten suggerierten mir, dass ich vielleicht eine unterschwellige Abneigung gegen das Baby hätte. Also war diese Erbrechen hausgemacht! Mein Mann und mein Sohn bemerkten zum Glück, dass es schlimmer war, als die meisten um mich glaubten. Von ihnen bekam ich die moralische Unterstützung, die mich jeden Tag überstehen ließ (nur musste mein Mann jeden Tag zur Arbeit, und mein Sohn konnte mir nicht wirklich helfen). Völlig verzweifelt suchte ich nach Alternativen (so stieß ich auch auf diese Seite)- denn die vom Arzt verschriebenen MCP- Tropfen und auch Vomex halfen mir gar nicht. Ich versuchte es mit Akupressur, autogenem Training, tachyonisiertem Wasser (man versucht ALLES!!!!), Mudras, etc, etc. Nichts half. Vor der Schwangerschaft wog ich 67kg- um die 9. Woche wog ich noch knapp 63kg. Ich hatte Kreislaufprobleme, war ständig müde, fror erbärmlich, und war zu schwach, um mit meinem Sohn mehr als eine Runde um den Block spazieren zu gehen. Ich rief meinen Gynäkologen an, der mich sofort zu sich bat. Er gab mir Infusionen. Das war eine gute Lösung- ich musste nicht ins Krankenhaus (wo hätte ich meinen Sohn gelassen?!), und die intravenöse Lösung konnte ich Gott sei Dank auch nicht wieder Erbrechen. Wochenlang musste ich jeden Tag zur Praxis- aber es hat mir geholfen: ich nahm nicht weiter ab. Ich behielt sogar Nahrung bei mir. Und den Stress, dass ich ja unbedingt Trinken muss, hatte ich nun auch nicht mehr.

Zum Glück ist mein Gynäkologe auch ein Praktiker. Er wusste, dass ich mich auf dieses Baby freute- und schloss psychische Ursachen aus. Das erleichterte mich ungemein- endlich nahm mir jemand die Verantwortung dafür ab! Er vermutete, dass aggressive Helicobacter- Bakterien die Ursache für dieses übermäßige Erbrechen waren. Leider kann man die nur mit Antibiotika behandeln- und das ist in meinem Zustand natürlich nicht ratsam.

Inzwischen bin ich in der 18. Woche. Und immer noch muss ich mich manchmal erbrechen- aber das Schlimmste ist überstanden. Ich fühlte mich so alleingelassen am Anfang. Unverstanden und verzweifelt. Von allen Seiten (unter anderem von mir selbst- ich musste mich doch um mein Kind kümmern!!) unter Druck gesetzt. Ich erwog sogar eine Abtreibung- so verzweifelt war ich. Ich hatte bis dato keine Ahnung, dass man sich so schlecht fühlen kann. Ich bin froh, dass ich es überstand. Heute kann ich mich auf mein Baby freuen. Von ganzem Herzen! (Es wird übrigens für Ende Juni erwartet.)



Den Plan einer Großfamilie haben wir aufgegeben- heute bin ich überzeugt, dass 2 Kinder vollkommen ausreichen…



Geholfen haben mir wirklich nur die Infusionen und die Erkenntnis, dass ich nicht die Einzige bin, die so etwas erfahren muss. Mein Mitgefühl gehört jeder Frau, die das Gleiche erleben muss. Es ist wirklich schrecklich!! Und Ihr seid nicht allein- Ihr seid auch nicht hysterisch und Eure Sorgen sind berechtigt!!! Setzt Euch nicht unter Druck, und nehmt Hilfe an.





Es ist wirklich wichtig zu erfahren, dass man nicht allein ist- jedenfalls ging es mir so. Wer das noch nicht erlebt hat, kann das nicht nach empfinden. Ich bedaure zwar jede Frau, die ebensolches durchmachen musste- aber jeder Bericht hier hat mich, zumindest ein bisschen, motiviert. Und ich hoffe, dass auch andere Schwangere hier Kraft und Hoffnung schöpfen können!



Ich wünsche Dir noch viel Erfolg bei Deiner Arbeit- und wünschte, ich könnte mehr dazu beisteuern.



Viele Grüße, Michaela