Ulrike

 
Hier beschreibt Ulrike ihre zwei Schwangerschaften (16.03.2005)
 
Ihr Lieben,
Wenn ich vor zwei Jahren das Internet mehr genutzt hätte, wäre ich sicherlich erleichterter gewesen…
Aber nun zu mir : Ich bin zwischenzeitlich 37 Jahre alt und habe zwei Kinder.
Ich glaube, meine Schwangerschaftsübelkeit war schon genetisch bedingt. Schon meine Mutter soll während sie mit mir schwanger gewesen war, tägliche Infusionen bekommen haben. Leider habe ich sie nicht mehr befragen können, das sie schon von 10 Jahren gestorben ist.

Nun bin ich im Oktober 1999 geplant und glücklich schwanger geworden. Übelkeit hat mich die ganze Schwangerschaft geplagt, aber ich muss gestehen, dass dies Erinnerungen daran ziemlich verblasst sind. Ich bin dann 2 Wochen vor dem ET ins Krankenhaus eingewiesen worden, mit Verdacht aus Gestose. War aber nicht der Fall, man hat mich aber dort behalten und nach einer Woche die Geburt eingeleitet. Ich weiss nur noch ganz genau, dass ich mich zuletzt am Morgen der Geburt übergeben habe und um 21.00 Uhr war unsere Tochter gesund geboren. Mit einem Schlag waren sämtliche Beschwerden vergessen. Heute weiss ich noch, dass ich mich die Schwangerschaft überwiegend von Nudeln und Cola ernährt… Also nichts mit der gepriesenen gesunden Ernährung in der Schwangerschaft.

Da ich aber kein Einzelkind haben wollte, planten wir ein zweites Kind. Und ich weiss auch heute, dass ich dankbar dafür sein, so unkompliziert wieder schwanger geworden zu sein. Zuvor habe ich versucht mein Übergewicht abzubauen und mit Erfolg 18 Kilo abgenommen, bevor ich wusste, dass ich wieder schwanger bin. Dafür hat es mich um so mehr umgehauen. Fast zeitgleich mit dem positivem Testergebnis wachte ich nachts mit Herzrasen, Beinschmerzen und schwitzend auf. Zum Glück habe ich einen fähigen Hausarzt, der sofort umfassende Bluttests machte und feststellen musste, dass ich eine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt habe, die die Übelkeit so sehr verstärkte, dass ich innerhalb von 14 Tagen fast 10 Kilo abgenommen habe, da ich absolut nichts mehr bei mir behalten habe. Da jetzt ja vorrangig die Schilddrüse in einen normalen Regelkreis eingestellt werden musste und sich hier in der Gegend irgendwie keiner rantraute, da dies ja Hormone sind… bin ich von Arzt zu KH und zurück gelaufen. Ich musste mir dann auch in der Frauenklinik der MHH anhören, ich solle mich nicht so anstellen, schliesslich wäre sie Hebamme und hätte auch 4 Kinder. Als ich dann nicht mehr konnte habe ich meinen Hausarzt angebettelt, mich in KH einzuweisen, was er auch sofort tat und mich vorab tel. anmeldete. Dort wurde ich auch mit offenen Armen empfangen und habe die übliche Therapie mit Infusionen, Fettlösungen, Vitaminen und Vomex A bekommen. Gleichzeitig wurde ich mit Schilddrüsenhormonen eingestellt. Bloss essen und trinken konnte ich noch nicht. Als dann anstand, mich künstlich zu ernähren, habe ich Angst bekommen, da so ein Zugang eigentlich unter Röntgenkontrolle gelegt werden sollte, aber wie bei einer Schwangeren. Also habe ich mich gezwungen, Häppchen für Häppchen zu essen und zu trinken. Nach 3 Wochen wurde ich Ostern 2003 auf eigenen Wunsch entlassen, mit Zäpfchen und Tabletten im Gepäck. Da mein Mann in Erziehungsurlaub war/ist, gab es mit der Betreuung unserer Grossen keine Schwierigkeiten. Ich war dann noch 4 Wochen krankgeschrieben ( es wusste ja noch keiner etwas von meiner Schwangerschaft ) und bin dann wieder los. Die Übelkeit lies mich nie ganz los; konnte keine Öffis mehr fahren, Vomex A machte mich zu müde und durch die nun super eingestellte Schilddrüse wuchs nicht nur meine Bauch sondern auch mein Gewicht. Ich habe es dennoch irgendwie geschaftt, den Jahrhundert Sommer 2003 schwanger arbeitend zu überstehen. Die Übelkeit war zwar da, aber ich konnte damit leben und wusste, dass ich halt nur bestimmte Dinge essen und trinken konnte ( diesmal Fanta und Chips ). Eine Woche nach dem errechneten ET im November 2003 habe ich unseren Sohn zur Welt gebracht. Er war schon so fertig, wog 4400 gr, 57 cm gross, dass ich froh war, dass er nicht unter allem gelitten hat. Zumal mir ja keiner sagen wollte, was unter der Medikamentation passieren könnte. Dafür habe ich jetzt von der Geburt noch erhebliche Beschwerden am Steissbein behalten, aber dies ist ein anderes Thema ( und wahrscheinlich auch nicht so selten…).

So nun ist es auch ziemlich lang geworden, aber ich bin begeistert, dass es diese Möglichkeit gibt, auch um anderen Mut zu machen.

Viele Grüsse aus dem frühlingshaften Hannover von Ulrike.