Mirja

 
Mirja berichtet von ihren Schwangerschaften und ist derzeit mit "Nr.5" schwanger (22.04.2006)
 
Hallo!
Ich bin sehr überrascht gewesen über Deine Homepage.In den meisten Fällen glaubt man ja wirklich allein zu sein, gerade dann wenn selbst Ärzte und Schwestern, und sowieso alle finden das man übertreibt usw.
Ich finde es toll das Du anderen mit Deiner Seite mutmachen möchtest, und sogar "Ursachenforschung" betreibst. Hut Ab!
Hätte ich gewusst, das es so etwas gibt, wäre mir wahrscheinlich eine Menge Leid erspart geblieben, denn dann hätte ich zumindest gewusst was ich habe!
Aber vielleicht schreibe ich Dir kurz ein paar Infos zu mir.

Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich gerade frisch verheiratet, wir hatten gerade unsere erste Wohnung bezogen, und generell war alles sehr neu und spannend. Als ich dann erfuhr das wir unser erstes Kind bekommen würden, war ich einfach nur glücklich. Zumindest bis zur ca. 7. SSW. Mir wurde schlagartig schlecht, und so blieb das dann. Ich hatte noch nicht mal Pausen zwischendurch, gar nichts. Einmal gekotzt und nicht mehr weggekommen. Im Schnitt lief ich ca. 4-6 Mal zum Klo. Pro Stunde!! Wie so viele andere konnte auch ich nichts bei mir behalten, weder Tee noch Wasser, noch Tabletten oder andere Medikamente.
Vom Essen ganz zu schweigen. So dauerte es natürlich nicht lange bis ich auch Dauerdurchfall bekam, und anfing rapide abzunehmen. Nach zwei endlos erscheinenden Wochen hatte ich einen Termin bei meinem Frauenarzt. Doch bis dahin kam ich nicht. Da ich zu dem Zeitpunkt noch kein Auto hatte war ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Und die Luft und auch die Ruckelei im Bus führte dazu das ich im Bus kotzen musste.Ich denke jeder kann sich vorstellen wie peinlich das war, zumindest war das Resultat das ich in den ganzen 9 Monaten nicht mehr in einen Bus eingestiegen bin.
Auf dem Nachhauseweg musste ich noch in den Supermarkt und auch dort konnte ich nicht mehr an mich halten. Man was waren die sauer. Aber sollte ich machen?
Endlich wieder zu Hause schleppte ich mich wieder ins Bett und wartete bis mein Mann von der Arbeit kam. Ich erzählte ihm von dem "tollen" Tag, und bat ihn für mich zum FA zu fahren um dort irgendwelche Medikamente zu holen. Ich wollte nur noch sterben. Mein Mann kam dann auch mit einer Packung Vomex A Zäpfchen an, aber auch die halfen nichts, denn bei Durchfall......naja.
Das ganze ging dann nochmal ca. 1 Woche bis ich feststellte , das ich bereits 8 Kilo abgenommen hatte. Nun schien auch mein Mann zu merken, das da irgendwas nicht stimmen konnte, und das mit einer normalen Schwangerschaftsübelkeit nichts mehr zu tun hatte. Ich muss sagen das bis zu dem Zeitpunkt acuh keine Ahnung hatte, woher denn auch ?
Mein Mann fuhr mich dann auch zu meinem FA, der immernoch meinte mir Vomex A Zäpfchen aufschreiben zu müssen. Nachdem ich dann mit etwas mehr Klarheit ihm versucht habe beizubringen das das nichts bringt, bot er mir an Ambulant Infusionen zu geben nach Bedarf, versteht sich.
Für den nächsten Tag sollte ich dann vormittags kommen. Da mein Mann zum Glück frei hatte, war das auch nicht so ein Problem, und nach der Infusion ging es mir auch etwas besser.
Da aber mein Mann ja nicht dauerhaft frei nehmen konnte um mich zum FA zu fahren, hatte ich auch bald keine Möglichkeit mehr dort hin zu kommen. So blieb alles beim alten, ich kotzte mich so durch den Tag und Schlaf, und nahm weiter ab. In der ca. 13 SSW hatte ich wieder einen Termin bei meinem FA und dieser meinte " Ihnen geht ja gar nicht gut" Welche Erkenntnis! Ich glaube das er bis zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung hatte wie schlimm es wirklich war, das zeigt auch sein Eintrag in meinen Mutterpass, denn dort schrieb er unter Bemerkungen: Vermehrte Übelkeit.
Er nahm mir auch Blut ab, und machte vor Ort noch ein Blutbild. Das Ergebnis schien ihn dann doch wachzurütteln, zumindest meinte er ich müsste wirklich täglich Infusionen bekommen.
Zum Glück stellte sich meine Mutter dann für mich bereit, mich jeden Morgen abzuholen, und mich zum Fa zu fahren,mich dann nach 1 1/2 Stunden dort wieder einzusammeln und nach Hause zu bringen.
Mit dieser Lösung und mit meiner Täglichen Infusion kam ich dann so über die Runden.Das ganze lief so ca. bis zu 16 SSW, das ging es zum Glück bergauf. Ich brauchte die Infusionen dann nicht mehr, und stieg auf Vomex A Dragees um. Damit kam ich dann bis zum Ende hin. Am 28.12.1999 kam dann mein erster Sohn Luca gesund und munter mit 4120 gr. und 52 cm. zu Welt.

Mit der restlichen Geschichte versuche ich mich jetzt wirklich kurz zu halten.
Als Luca 5 Monate alt war wurde ich erneut schwanger, jedoch verlor ich das Baby in der 12 SSW. Bei dieser Schwangerschaft hatte ich " nur " die normale morgendliche Übelkeit.

Nach der Fehlgeburt dauerte es nicht lange und ich war erneut guter Hoffnung.
Auch bei dieser Schwangerschaft hatte ich nur die normale morgendliche Übelkeit, und die Schwangerschaft verlief wunderbar. Am 13.07.2001 kam dann unser zweiter Sohn mit 4320 gr. und auch 52cm als "sanfte Geburt" zur Welt. Wunderschön!

Mit der Nummer drei liessen wir uns dann ein wenig mehr Zeit. Zumal ich auch dachte das die Hyperemesis in der ersten Schwangerschaft eine Ausnahme gewesen sei.
Doch so kann man sich täuschen. Schon kurz nachdem ich erfahren hatte das ich Nummer drei erwarte, fing die Kotzerei an. Und zwar genauso wie bei Nummer eins. Da ich nun wusste was mich erwartet, fackelte ich nicht lange. Ich hatte auch zwischenzeitlich meinen FA gewechselt, auch wegen anderer Dinge, und bin seitdem bei einem FA der einfach nur Spitze ist. Der fackelte dann auch nicht lange und gab mir eine Blankoeinweisung ins Krankenhaus.Er kannte ja auch meine Vorgeschichte und sagte zu Recht, das ich mit zwei kleinen Kindern zu hause nicht im Bett bleiben könne.Wie auch?
Ich solle einfach in die Klinik gehen, wenn mir danach wäre.
Wieder zuhause schaffte ich es noch zwei Tage, doch dann merkte ich das es nichts bringt und bat meinen Mann meine Sachen zu packen. Meine Zeit im KKH lässt sich eigentlich genauso beschreiben wie bei Dir Chrissi, nur Unverständnis und auch keine Ahnung der Leute. Nach zwei Wochen Dauerinfusion konnte ich auf Dragees umstellen und schaffte so den Rest der Schwangerschaft.
So kam dann am 15.06.2003 unser Dritter Sohn wieder als"sanfte Geburt" zur Welt. 4200 gr. und 53 cm.

Nummer vier kündigte sich dann auch bald an, und diese Schwangerschaft könnte man eigentlich genauso wie nummer drei beschreiben. Wieder KKH, und dann zuhause.
Unser vierter Sohn kam dann am 07.02.2005 zuhause zur Welt. Maße: 4450 gr. uznd 53 cm.

Nun bin ich mit Nummer fünf schwanger in der 6 SSW und bin mal gespannt was mich erwartet.
Eine Blankoeinweisung brauchte ich zum Glück noch nicht, aber ich will mich noch nicht zu früh freuen. Mal schauen was noch kommt.

Ich weiss es ist ziemlich lang geworden, aber was wegzulassen hätte vielleicht Fragen aufgeworfen. D
Liebe Grüße

Mirja