Moni

 
Moni hat zwei "normale" Schwangerschaften erlebt; dann eine Abtreibung aus Verzweiflung wegen Hyperemesis.Seit letzter Woche ist sie zum 4ten Mal schwanger.Ihr ist nicht schlecht und sie hofft sehr auf eine"übelkeitsfreie" Schwangerschaft (18.07.2007)
 
Liebe Chrissi, gestern abend kam ich durch Zufall auf Deine Seite. Ich laß wie eine Besässene Deine Story, ich weinte und las. Ich bin so unendlich dankbar dass ich 1 Jahr nach langem Suchen endlich eine Antwort gefunden habe.

April 2006: Ich hatte bereits zwei entzückende Kinder, Mikael 5 und Amina 4, und zwei absolut "NORMALE" Schwangerschaften. Ich war seit 2 Jahren in einer neuen Beziehung und wir wünschten uns noch ein gemeinsames Kind. Ich wünschte; und schon war ich schwanger. Wir waren so überglücklich und schon am Namen suchen und voller Euphorie auf unser Baby.

6 SSW: Doch plötzlich der Schlag, wie bei Dir, von einem Tag auf den anderen, eine Übelkeit die ich höchstens mit einer unendlichen starken Wehe die nie aufhört, während man im Feuer steht, vergleichen kann. Mein FA war im Urlaub. Ich ging zu einer anderen Ärztin und wurde läppisch behandelt, ich müsse mich nach zwei Schwangerschaften nicht so anstellen. Selbst VOMEX in jeder Form half nicht. Ich fuhr ins KH, ich bettelte den Arzt an mir diese "Krankeit" zu enfernen. (Jetzt kann ich kaum glauben dass ich KRANKEIT zu meinem Baby sagte). Der Arzt verwies mich darauf hin dass es ein Katholisches KH sei und ich höchstens stationär Infusion bekommen könne. Ich fuhr Heim und blieb seit dem bei der Geschichte ich wollte das Kind nie, aus Angst ich könne zu der Schwangerschaft gezwungen werden. Ich hätte einen Arm darum gegeben wenn nur die Übelkeit auf hört.

Am nächsten Tag war ich wieder bei der FA, sie konnte mir aber keines wegs helfen. Abends fuhr ich in ein anderes KH. Ich wurde Stationär aufgenommen und mit VOMEX A Infusionen vollgepumpt. Ich kam so über die Runden. Ich lag zwischen Patientinnen die Babies bekommen hatten. Bei Visite fragte ich die Ärztin Löcher in den Bauch doch ich konnte weder einen Namen noch eine Erklärung für mein Befinden bekommen, für mich stand fest ich hasse dieses ETWAS in mir und wollte es loswerden. 3 Tage darauf hatte ich die Abtreibung. In der Tagesklinik mußten sie mir erstmal normale Infusionen geben, da ich so ausgetrocknet gar nicht OP bereit gewesen wäre. Die Krankenschwester sagte mir VOMEX A macht nur müde und benommen aber hilft nicht bei Übelkeit. Ich dankte ihr für diese Aussage, denn ich dachte schon ich sei verrückt.

Ich stehe absolut zu dieser Abtreibung. Durch diese Hyperemesis-Zeit bekam ich Panik-Attacken und unglaubliche Ängste sobald mit meinem Körper etwas nicht stimmte, z.B. Völlegefühl. In diesem Jahr wollte ich unbedingt was tun. Ich ging zu Psychologen und Ärzten bekam aber keine Antwort. Das käme vielleicht aus der Kindheit..ect blabla. Ich ging zu Pro-Familia und schilderte meine Ängste. ich wollte nur wissen was ich hätte vielleicht anders machen können. Die Antwort war :" ich versteh sie nicht, ach, werden sie erstmal schwanger, dann sehen wir wie wir ihnen helfen können!" ich dachte ich hör nicht richtig.

Bis jetzt wünschen wir uns so sehr ein gemeinsames Kind. Ich bin ohnmächtig von diesem Erlebnis und verzweifelt. Ich weiß nicht ein noch aus. Leider kann man nicht vorher wissen wie es einem geht. Ich hatte immer die Hoffnung einen erklärbaren Grund zu bekommen, da ja meine ersten 2 Schwangerschaften normal waren, aber leider ist es nicht so.

Ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine Seite und bete für alle Frauen denen es so schlecht geht durchzuhalten oder zur Beendigung der Schwangerschaft zu stehen. Respekt Respekt Respekt. Ich bin Muslimin und habe eine Sache sehr gut verstanden. Man sagt im Islam: Das Paradies liegt under den Füßen der Mutter. Und : Auf die Frage wenn man ehren soll wurde drei mal die Mutter genannt, dann erst der Vater. Jatzt verstehe ich warum.

Gaaaaaanz liebe Grüße

Moni