Christina

 
Christina hat auch alle Höhen und Tiefen einer Hyperemesisschwangerschaft durchgemacht (wenig Gewicht;Selbstmordgedanken;Unverständnis der Familie...) (08.03.2010)
 
(08.03.2010) Ich wurde im September 2008 schwanger im 7. Zyklus. Einen Monat nach der Hochzeit hatte ich den positiven Test in der Hand. ABSOLUT GEWÜNSCHT! rnrnMir gings erstaunlich gut! Ich hatte zwar so ein Ziehen im Bauch und Rücken, als würde die Periode kommen, aber anders war es trotzdem! Und rechts tat es in meinem Bauch bei Druck immer weh anfangs. Die Hosen konnte ich kaum zumachen deswegen. Aber das legte sich recht schnell nach 2 Wochen.rnrnIch weiß es noch wie heute. Am Donnerstag bei 5+2 begann die erste Übelkeit. Ganz sanft! Ich habe am Tag davor noch gedacht, dass so ein BISSCHEN Übelkeit ja ok wäre, dass ich überhaupt weiß, dass ich schwanger bin! ;-) 'Hätte ich mir das bloß nicht gewünscht' , dachte ich die Wochen danach! An diesem Tag fuhren wir 600 km zu meinen Eltern und Geschwistern, nur übers Wochenende, um ihnen persönlich von dem kleinen Würmchen zu erzählen. Die Fahrt bekam ich gut rum, die Übelkeit verschwand gegen Nachmittag!rnrnAn diesem kommenden Wochenende allerdings wurde sie immer schlimmer. Erst schleichend… immer ein bisschen mehr… Ich konnte kaum mehr Gerüche haben, mein Mann stank mir sogar! Er tat mir so leid! Am Dienstag bei 5+6 (SSW) ging ich dann doch zum Frauenarzt, weil es mir erstens wieder so seltsam im Bauch zog und ich daher Angst hatte, und zweitens die Übelkeit immer schlimmer war, nun schon durchgehend. Man sah direkt das Baby, schon 4 mm groß und mit Herzschlag. Was für ein UNGLAUBLICHES GEFÜHL! Und während dem Termin verschwand die Übelkeit vor Aufregung auch noch ein letztes Mal… Ich habe die Frauenärztin gefragt, was ich denn gegen die Übelkeit machen könnte, aber da kamen leider nur Tipps wie "In kleinen Portionen essen, vor dem Aufstehen was essen, etc. pp.". Na gut… ich war ja noch voller Hoffnung, dass es bei NUR Übelkeit bleibt. Meine letzte RICHTIGE Mahlzeit/Mittagessen, die drin blieb, aß ich noch bei IKEA am folgenden Mittwoch – Bauerngulasch! Und das schmeckte so lecker!rnrnAm Donnerstag in der nächsten Woche fuhren wir wieder zurück. Ich war bei 6+2. Und auch dieser Tag ist mir so im Gedächtnis geblieben. Ich stand auf, aß einen Happen zum Frühstück trotz SEHR schlimmer Übelkeit und als wir gerade ins Auto gehen wollten zum losfahren spürte ich es… ich rannte und das Frühstück hatte sich seinen Weg nach draußen gesucht. Das erste Mal erbrochen. Ok… einmal am Tag macht ja nix. Danach gings mir auch tatsächlich besser – für 10 Minuten. Ich holte auf dem Weg noch schnell in der Apotheke Nux Vomica D6 und nahm diese, leider ohne großartige Besserung. Am nächsten Tag stand uns noch eine Flugreise bevor zu meiner besten Freundin, die dieses Wochenende heiraten sollte. Ich hab ihr schon vorsichtig geschrieben, dass ich nicht weiß, ob ichs schaffe, weil es mir zusehends schlechter ging. Aber wir hatten uns schon 1 Jahr nicht mehr gesehen, ich wollte so gerne hin. Der Donnerstag ging also rum… irgendwie… und am Freitag flogen wir. Ich mit meinen Nux Vomica Globuli am lutschen… Ich erbrach ab da stetig weiter. Über dieses Wochenende hinweg nur 1-3 mal am Tag. Beim Rückflug am Montagmorgen wurde es allerdings schon SEHR schlimm. Ich kenne nun jedes Klo am Kölner Flughafen. Es war schrecklich, alles was rein ging, kam auch direkt wieder raus… an diesem Tag dachte ich das erste Mal, wie schrecklich alles ist!rnrnDaheim verschlimmerte sich das Ganze dramatisch! Ich behielt GARNICHTS mehr bei mir! Mein erster regulärer Arzttermin war aber erst bei 7+2… ich hielt irgendwie durch, wurde immer weniger. Ich nahm stetig ab, dabei wog ich bei Schwangerschaftsbeginn eh nur 51/52 kg auf 1,71 m verteilt. Ich wurde auch immer schwächer und wollte nicht mehr. Beim Arzttermin musste ich erstmal Urin abgeben und ging dann rein zur Untersuchung. Die Ärztin schrieb mir direkt eine Einweisung ins Krankenhaus. Ich hab noch gesagt, dass ich nicht sicher bin, ob ich echt gehen soll und sie meinte nur, ich solle mal lieber gehen und mich da erholen. Da hatte sie noch nicht mal die Urinwerte gesehen. Denn die waren schon so schlecht, dass eh kein Weg ums Krankenhaus mit Infusionen geführt hätte. Ich wäre daheim schlicht und einfach vertrocknet. Der Acetonwert war schon sehr hoch, mein Körper übersäuerte…rnrnIm Krankenhaus wurde ich an Infusionen angeschlossen, aber wirklich lieblos und auch nur mit Kochsalzlösung und Glukose. Man schob es eher auf die Psyche, ich sollte doch bitte so wenig Besuch wie möglich bekommen, mein Mann solle nicht so oft kommen, denn wenn ich spreche wäre das schlechter für mich (er konnte doch aber eh immer nur nach der Arbeit kommen!). Aha… Ich bekam Buscopanzäpfchen. Die sollten dagegen helfen??? Was passierte war ZUSÄTZLICH Durchfall und Kopfweh ohne Ende, ich dachte mir platzt der Kopf. Auf meine Nachfrage, ob ich vielleicht was gegen das Kopfweh bekommen könnte hieß es, man gebe Schwangeren ungern Schmerzmittel. Also bekam ich nichts. Ich habe auf eigenen Wunsch hin das Buscopan abgesetzt, es half ja eh nicht. Geweckt wurden wir immer um 7 Uhr morgens und das nicht gerade feinfühlig. Direkt aufstehen, damit Betten gemacht werden konnten. Dabei konnte ich kaum stehen. Zum Essen sollte ich mich ZWINGEN. Die Schwestern waren rigoros. Wenn sie sahen, dass ich noch nicht wirklich was gegessen hatte (ich KONNTE nicht, wenn ich mich zwang kams raus und übel war mir auch so unendlich) sagten sie nur, ich MÜSSE essen, sie ließen den Teller noch länger da… Ich aß 3 Löffel… versuchte es. Geschimpft wurde ich trotzdem, weil ja SO WENIG! Ich musste auch immer Bericht abgeben, wieviele Tassen Tee ich schon getrunken hatte… dazu noch meine Schwiegerfamilie, die mich nicht einmal besuchte (und das, obwohl ich grad vor ein paar Monaten erst in dieses andere Land gezogen war)... Ich fühlte mich einsam. Ich habe mir nur noch gewünscht nach Hause zu dürfen. Dieser Wunsch war so stark, dass ich 2 oder 3 Tage zwischendurch nicht mehr erbrach. Wie das ging kann ich mir bis heute nicht erklären. Als ich nach 5 Tagen TÄGLICHEM WIEGEN um 7 Uhr morgens nach dem "Aus-dem-Bett-geworfen-werden" nicht mehr abnahm durfte ich gehen. Da war der Acetonwert auch wieder bei 0. ICH WAR SO FROH!rnrnrnrnLeider hielt das alles nicht lange an. Ich war daheim und es ging von vorne los. Immer wieder und immer öfter erbrechen. Ich weiß nicht, wie oft, aber ich weiß, dass NICHTS drin blieb. Schon 4 Tage später hatte ich keine Kraft mehr und weinte wieder mal, weil ich nicht mehr konnte. Ich weiß noch einen Abend, an dem ich mich wieder erbrach und ich weinend über der Kloschüssel hing, da setzte ich mich daneben, auf den Boden, und weinte. Ich betete zu Gott (ich bin Christin), nein ich SCHRIE, LAUT(!), dass er dem ein Ende setzen soll. Entweder er holt mich jetzt zu sich oder er macht, dass die Übelkeit aufhört! (Mein Kind wollte ich nie hergeben! Ich hab ihm immer gut zugeredet, dass ich es liebe und ich weiß, dass es nix dafür kann; dass nur mein Körper "schuld" ist!) Ich konnte nicht mehr! Ich war verzweifelt und sah den Rasierer auf dem Schränkchen! Ein kleines Gefühl in meinem Kopf sagte mir, es wäre sicher schön, einfach die Adern aufschneiden und nix mehr spüren… getan habe ichs nicht… Aber ich war verzweifelt. Wenn ich das heute so schreibe, dann denke ich oft, wie es so weit kommen konnte. Ich bin ein sehr fröhlicher, optimister Mensch. Selbst in schlimmsten Situationen versuche ich noch das Positive zu sehen, Lösungen zu finden! Aber damals…rnrnMeine Eltern, meine Schwiegereltern, meine Familie, meine Verwandten und Bekannten – keiner verstand es! Alle dachten ich stelle mich extrem an. Und dass ich mal nicht so negativ denken sollte. Das würde schon wieder aufhören nach den ersten 3 Monaten. Irgendwann SCHRIE ich nur noch zurück, dass sie das nicht wissen können! Ob sie es mir wohl versprechen, dass es aufhört und ich SIE dann dafür verantwortlich machen kann, dass dem nicht so ist! Sogar meine Mutter, die selber 5 Kinder hat und in jeder Schwangerschaft extreme Übelkeit durchmachte verstand mich nicht. Sie hatte auch keine Hyperemesis… und ich weiß nun, dass KEINER, der es nicht mitgemacht hat oder bei anderen DIREKT miterlebt hat, es verstehen kann oder nur ansatzweise nachvollziehen! Bis heute versteht nur mein Mann, wie schlecht es mir wirklich ging, obwohl ich offen damit umgehe und klar sage, dass ich Selbstmordgedanken hatte, depressiv war!rnrnMittlerweile war ich in der 12. Schwangerschaftswoche angelangt und hatte die Seite www.hyperemesis.de empfohlen bekommen! SUPER! Ich hab geweint wie noch nie, ENDLICH jemand, der dasselbe durchgemacht hatte! Die ganzen Berichte und Erfahrungen… es tat so gut!rnrnTrotzdem gings mir übelkeitsmäßig nicht besser. Ich war dem Tod immer näher als dem Leben! Ich wog nur noch 45 kg.rnrnEs war Donnerstag glaube ich… meine Mutter hatte mir Vomex Retardkapseln aus Deutschland geschickt. (Ich wohnte im Ausland.) Ich hatte sie darum gebeten. Meine Schwester hat die auch genommen und durch die HG Seite hab ich die Tabletten als DAS WUNDERMITTEL empfunden… Ich nahm eine Tablette… ich beherrschte mich 60 Minuten… dann kam alles wieder raus. Ich sah die aufgegangene Kapsel mit den kleinen Kügelchen im Eimer schwimmen. (Ich schaffte es mittlerweile nicht mehr bis zum Klo.) Mein Mann kam gerade nach Hause von der Arbeit, wieder mal war sein erster Gang den Eimer zum Klo zu tragen. Er tat mir bei alledem auch noch leid. Und ich sagte ihm, dass es so nicht mehr ginge, ich müsse wieder ins Krankenhaus. Meine Mutter rief an, um wegen den Tabletten nachzufragen. Ich sagte ihr alles und sie machte sich das erste Mal ernsthaft Sorgen und wollte auch, dass ich ins Krankenhaus gehe. rnrnMein Innerstes war am Nullpunkt angelangt. Diese so gewollte Schwangerschaft wurde für mich zu einem todesnahen Trip...rnrnAußerdem hatte ich ziemlich Angst… nicht wieder in DAS Krankenhaus… NEIN! Ich musste außerdem erst zum Hausarzt eine Einweisung holen. Ich sagte ihm, dass ich bitte in die Hauptstadt will, ist eine Stunde von uns entfernt, in die Uniklinik. Er schrieb mir den Wisch aus und wir machten uns auf den Weg. Auf der einstündigen Fahrt merkte ich, dass wohl ein paar der Vomexkügelchen, die in der Kapsel waren, dringeblieben sein mussten, denn ich wurde müde und ich konnte an einem Apfel knabbern… Aber nennenswerte Erleichterung kam nicht auf. Vielleicht empfand ich das auch nur so, weil ich wusste, ich bekomme endlich wieder Hilfe…? rnrnIm Krankenhaus wurde ich erst untersucht, dem Baby gings gut! (Aber wecken lassen wollte es sich nicht! ;-) ) Mir wurde Blut abgenommen, sitzend… ich fiel fast noch um. Der Arzt war noch ganz jung und sehr nett, der erste, der mir MUT zusprach! Er gab die Anweisung nicht nur NaCl und Glukose zu geben, sondern VITAMINE reinzumischen! ICH WAR SO DANKBAR! Ich wurde auf Station aufgenommen und schon die Aufnahme ging ganz anders von statten! Mir wurde gesagt, ich muss NICHT trinken und essen, ich soll mich nicht zwingen, denn das bringt nichts. DANKE! Ich bekäme ja eh alles per Infusion, was ich brauche. Es war schon spät und mein Mann musste leider nach 5 Minuten gehen (strenge Besuchszeiten gab es leider in den Krankenhäusern schon). Er hatte ja auch nun immer über eine Stunde Fahrtzeit zu mir. Die Infusion lief durch und ich fühlte mich nach den Vitaminen (übrigens Giftgrün) schon besser, frischer irgendwie. Ich schlief ein… in der Hoffnung, es würde besser werden. Am nächsten Tag erbrach ich wieder direkt… aber die Infusionen liefen und ich musste sogar wirklich wieder pieseln. Das kannte ich ja garnicht mehr. Aber das zeigte mir, dass endlich wieder Flüssigkeit durch mich durchkam und nicht oben raus!!! Ich war so dankbar, allein schon dafür, dass ich da nicht als psychisch krank abgetan wurde.rnrnSie wollten mir wieder Buscopan geben. Ich habe erklärt, dass ichs nicht möchte. Dass ich davon höllische Kopfschmerzen bekommen habe und Durchfall von Zäpfchen. Die Ärzte waren ratlos… sie kennen hier nix anderes gegen Schwangerschaftsübelkeit. Ich hätte verzweifeln können. Am Abend zuvor lag ich noch wach im Bett und dachte wieder dran, wie es wohl wäre einfach aus dem Fenster zu springen, wenn keiner hinsieht… Die Vomex hatte ich mitgenommen und traute mich am nächsten Tag die den Ärzten bei der Visite zu zeigen… sie hatten sowas nicht, nicht mal den Wirkstoff. Ich sollte sie probieren zu nehmen (dabei hätte ich sie so gern intravenös bekommen, damit ich sie nicht erbrechen kann!). Es war Samstag, mein Mann war bei mir und auch er ermutigte mich, dass ichs nochmal versuchen soll. Also schluckte ich eine und versuchte nicht zu spucken. Ich schloss einfach die Augen und sagte mir, dass ich nun einschlafen muss. Und ich tat es, ich schlief ein. Ich schlief zu der Zeit eh sehr viel, ich hatte keine Kraft was anderes zu tun. Nach 3 Stunden wachte ich auf… Mein Mann saß neben mir, las in der Zeitung. Und ich dachte ich bin im Himmel! DIE ÜBELKEIT WAR SO GUT WIE WEG! Unterschwellig natürlich da, aber SO wenig wie seit WOCHEN nicht mehr. Und dann… dann Aß ICH!!! Ich aß eine ganze ORANGE! Ich hatte so Hunger darauf, die gabs an dem Tag als Nachtisch beim Mittagessen. Ich hatte sie ins Nachtschränkchen gepackt. rnrnIch werde mein Leben lang nicht vergessen, wie die beste Orange der Welt geschmeckt hat! ;-) rnrnrnAb da gings dann erstmal aufwärts. Meine Urin- und Blutwerte wurden wieder besser, da ich jetzt auch trotz Infusionen noch essen anfangen konnte und trinken. Ich nahm Vomex 3 mal am Tag, morgens und nachmittags und abends. Immer nach 8-10 Stunden ca, da sie 2-3 Stunden brauchten, um zu wirken und die alte Wirkung aber so nach 6-9 Stunden nachließ. rnrnMeine Schwiegerfamilie kam wieder nicht, meine eigene Familie 600 km entfernt… Ich fühlte mich allein gelassen und einsam.rnrnLeider musste ich auch in diesem Krankenhaus noch einige schreckliche Sachen miterleben! Links neben mir lag eine junge Frau mit Zysten, noch eine mit einer Fehlgeburt nach künstlicher Befruchtung und rechts neben mir lag ein junges Mädchen mit einer Spätabtreibung in der 18. Woche, wo wir "live dabei waren". Es war einfach grausam. Als obs einem nicht schon schlecht genug ginge! rnrnIch wurde dann aber Gott sei Dank recht schnell entlassen, ich war so dankbar nicht noch mehr mitzubekommen! Und wir fuhren direkt AUF MEINEN WUNSCH hin bei McDonalds vorbei! ;-) Dass ich sowas wieder essen konnte war damals ein Weltwunder für mich!rnrnrnDaheim gings dann 2 Wochen gut… auf einmal aber fing ich wieder das Erbrechen an. Erst nur morgens, dann wieder auch nachmittags… aber ich nahm die Vomex brav weiter… meine einzige Hoffnung. Es blieb bei dem Erbrechen 2-3 mal täglich. Ich war zwar wirklich niedergeschmettert, aber konnte damit leben. Mir ging es psychisch so viel besser! Ich glaube mein Mann war dabei am dankbarsten. (Wenn man ihn heute auf die Schwangerschaft anspricht, dann sagt er oft gern, dass er anfangs schon immer "nett" begrüßt wurde, wenn er den Eimer nach der Arbeit direkt ins Bad tragen musste!) Aber wir haben es überstanden, gemeinsam. Ich bin ihm so dankbar!rnrnrnDank Vomex kam ich also ab der 12./13. Woche immer besser klar. Ab da hab ich auch das Mäuslein spüren können, so früh. Die Ärztin hat es mir bestätigt, weil ich eh so dürr war… In der 17. Woche fingen dann auch richtig feste TRITTE an! Wir waren da über Weihnachten zu Besuch bei meiner Familie und ich versuchte die Vomex abzusetzen… es ging nicht. Ich fing wieder an mit Erbrechen. Also hab ich sie wieder schnell genommen. Aber ich konnte auf 2 am Tag reduzieren! Eine noch 3 Stunden vor dem Aufstehen, damit sie bis dahin wirkt, und eine dann gegen späten Nachmittag. So ging es recht gut. Ich war so dankbar.rnrnEs gab immer wieder Rückfälle. Mal bessere Tage ganz ohne Erbrechen und dann wieder schlimmere Tage, wo ich 5 mal erbrach. Es wechselte sich ab. Nach der 25. Woche wurde das Erbrechen immer weniger. Ich hab damals dann übrigens dann allen gesagt, wie Unrecht sie hatten, dass es schon "nach den ersten 3 Monaten aufhört". Es hat mich wirklich sehr verletzt, dass ich nicht ernst genommen wurde. Nicht mal nach der 13. Woche! rnrnDas Schlimmste war noch meine Schwiegermutter, die dann zu allem übel –wortwörtlich – auch noch an einem Tag beim Essen bei Ihnen meinte, ich würde einfach zu viel an die Übelkeit und das Spucken denken. Wenn ich nicht mehr dran denken würde, dann würde es auch aufhören. Ich war so empört, da ich gerade an diesem Morgen noch fast nebens Bett gebrochen hätte und nur GRAD SO den Eimer hergezogen hatte in letzter Sekunde. Mein (sonst sehr ruhiger) Mann schrie sie an, was sie sich denken würde sowas zu sagen, als ob ich gern erbrechen würde. Und ich sagte dann eiskalt, dass ich sicher heute morgen im Schlaf schon ans Kot*en gedacht habe und daher direkt nach dem Augenaufschlag dies getan habe. Ich stand auf und ging. Wie sehr mich das aufgeregt hat, brauche ich wohl nicht erläutern…rnrnrnrnZum guten Schluss wollten wir in der 37. Woche noch einmal meine Familie besuchen. Eine Entbindung in Deutschland wollte ich auch viel lieber, also hoffte ich schon insgeheim, dass die Wehen dann beim Besuch losgehen. Meine Vomex gingen mir genau 2 Tage vor der Abreise aus und die Packung, die auf dem Weg zu mir war per Post kam nicht an… sie kam erst eine Woche später habe ich im Nachhinein erfahren. Ich stand da und hoffte, dass es nun sicher geht… erst schien auch alles so, aber dann spuckte ich doch wieder. Erst nur am Abend, am nächsten Tag wieder zweimal. Und am dritten Tag war Abreise. Ich habe nicht gespuckt, sondern es mit Homöopathie nochmals versucht, diesmal Ipecacuanha. Und es half. Ich kam die erste Woche damit klar. Ich spuckte nicht mehr!!!!!!!! EIN WUNDER WAR GESCHEHEN! Und: Es gingen tatsächlich Wehen los, sicher durch die Psyche mit ausgelöst. Zwar "nur" geburtsvorbereitende Wehen, die den GMH verstreichen ließen und den Muttermund LANGSAM, aber sicher öffneten, aber sie waren da! Also blieb ich in Deutschland, mit dem Befund wollte ich nicht mehr losfahren, mir kams ja eh recht! Mein Mann musste leider zurück, arbeiten. Ich hatte 2 Wochen durchgehend diese Wehen, mal stärker, mal schwächer. Und dann gings an einem Dienstagmorgen los. Um halb 4 Uhr nachts wurde ich wieder mal von den Wehen wach, diesmal waren sie stärker. Ich dachte noch, das ist wieder Fehlalarm. Einschlafen konnte ich aber nicht mehr, also wusste ich, es geht los. Ich ging noch duschen, wollte frühstücken (das ging nicht mehr…) und meine Schwester fuhr mich ins Krankenhaus um halb 9. Meinen Mann wollte ich erst verständigen, wenn ich SICHER dableiben durfte nach 2 Fehlversuchen zwei Wochen zuvor. Wir riefen ihn also direkt um halb 9 an… aber die Geburt ging rasant und schon mittags durfte ich meine so ersehnte, erwünschte Tochter im Arm halten, 3200 Gramm, 52 cm und 35 cm Kopfumfang! Gesund und munter!rnrnrnrnMein Mann kam 2,5 Stunden später an. Aber meine Schwester war dabei und mir eine große Hilfe. Sie brachte mir immer wieder Trinken (ich entwickelte einen ungewöhnlich großen Durst) und versorgte mich in den Presswehenpausen mit einem kühlen Waschlappen. An dieser Stelle nochmals: DANKE, DANKE, DANKE! rnrnMit meinem Mann genoßen wir die ersten Stunden zusammen und seitdem jeden Moment mit allen folgenden Höhen und Tiefen des Elternseins! rnrnrnWir sind so dankbar, das alles überstanden zu haben! ES HAT SICH GELOHNT!rnrnrnIch möchte allen Frauen Mut machen! Haltet durch, es lohnt sich definitiv! Man bekommt am Ende das schönste Geschenk, selbst wenn man meint, es geht nicht mehr, man kann nicht mehr! ES GEHT! MAN SCHAFFT ES! UND MAN WIRD WIEDER NORMAL, selbst wenn man daran zweifelt (was ich mehr als einmal tat… ich dachte es wird nie mehr normal!)! DOCH, nach der Geburt ist alles weg, verflogen! Wie von Zauberhand! Und man hat das schönste Gottesgeschenk in seinen Armen!rnrnrnIch danke noch meiner Familie für die Unterstützung und vor allem möchte ich noch Gott danken, für die schönen letzten Schwangerschaftsmonate, dass ich sie genießen konnte, für die Traumgeburt von innerhalb 3,5 Std. im Krankenhaus (und insgesamt nur 8,5 h) und dass wir eine gesunde Tochter im Arm halten dürfen! Ohne Deinen Segen wäre das niemals möglich und ich danke dir, dass du ihn uns schenkst!rnrnZu guter Letzt: Wir wünschen uns weitere Kinder, trotz Risiko wieder eine HG mitmachen zu müssen! Das ist doch das schönste Zeichen, oder? :-)rnrnrn" Ich habe mich 1 Jahr nach der Schwangerschaft auf Helicobacter Pylori testen lassen. Negativ. Der Grund für die Hyperemesis wird in meinem Fall wohl unentdeckt bleiben. Ich hoffe, dass eventuelle weitere Schwangerschaften ohne HE verlaufen werden. Die Angst wird bleiben, gerade ohne Behandlungsmöglichkeit im Vorfeld."rnrnrn(29.12.2011) - Nun sind 2,5 Jahre vergangen seit der Geburt unserer ersten Tochter. Wir sind nach Deutschland gezogen, in die Nähe meiner Familie und ich bin wieder schwanger. Und auch diesmal begann die Schwangerschaft gleich… in der 4. Woche ab und zu leichte Übelkeit, sodass ich schon früh den Verdacht hatte ich wäre wieder (geplant) schwanger. In der 5. Woche wurde die Übelkeit immer häufiger… und in der 6./7. Woche fing ich mit Erbrechen an.rnrnDurch meine schlimmen Erfahrungen damals hatte ich Vomex schon auf Vorrat hier. Als das Erbrechen begann nahm ich die erste Kapsel. Ich dachte vorher immer, ich schaffe es vielleicht diesmal ohne. Aber als die HG wieder auf dem Vormarsch war wurde mir Angst und Bange, alle Erinnerungen kamen hoch. Und nein, sowas wollte ich nicht nochmal erleben müssen. rnrnSeitdem nehme ich Vomex Retardkapseln. Erst nur 1mal täglich. Dann hab ich es mit der Zeit auf 2 steigern müssen. Ich rief direkt meine Hebamme an. Sie wollte es noch mit Nausema versuchen, dazu morgens vor dem Aufstehen Venengymnastik, einen Traubenzucker lutschen und an Zitrone riechen (habe ich mir als Duftöl im Reformhaus besorgt). Wer HG allerdings kennt, der weiß, dass das keine echte Besserung bringen kann. Nach knapp 2 Wochen hab ich es aufgegeben. Vomex nahm ich immer weiter. Auch die Fußreflexzonenmassage brachte mir nur streckenweise Erleichterung. Ich wurde danach ab und an für ein paar Stunden übelkeitsfrei. Aber ohne die Kapseln ging trotzdem nix. Ich überstand so die 8. bis 11. Woche. Danach hat meine Hebamme leider ihre Arbeit selber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, und ich suche jetzt eine Neue.rnrnIch bin nun in der 15. Woche angekommen und litt vor ein paar Tagen an einem Magen-Darm-Virus. 'Das auch noch', dachte ich nur. Eine Nacht lang pendelte ich nur von Klo zu Bett und zurück. Nachdem der Virus überstanden war hatte ich auch die Hoffnung damit die Vomex absetzen zu können… vielleicht hatte mein Körper mit dem extremen Erbrechen die HG »überwunden«? Ich habs gewagt, tatsächlich, keine Vomex mehr genommen. Den Tag über ging es relativ gut. Ich konnte die Übelkeit aushalten, ich konnte es sozusagen veratmen, wenn ich meinte erbrechen zu müssen. Ich lag viel an diesem Tag. Gegen Abend allerdings wurde es wieder extrem schlimm. Ich verbrachte erst 2 Stunden regungslos auf dem Sofa, damit auch ja nix rauskommt, und als ich dann Hunger bekam (trotz Übelkeit), ein paar Salzstangen aß, da konnte ich nur noch zum Klo rennen. Versuch gescheitert. Nicht mal das Kotzen brachte Besserung, mir war danach direkt wieder so schlecht wie vorher. Also habe ich noch in dieser Nacht wieder mit Vomex angefangen. Damit erbreche ich zwischen 0 und 2mal täglich, meist einmal morgens nach dem Aufstehen. So wenig im Vergleich zu früher!rnrnDie Schilddrüsenwerte wurden in jeder Schwangerschaft kontrolliert und waren in Ordnung.rnJetzt hoffe ich einfach nur, dass ich mit den Vomex wieder gut bis zum Ende durchkomme. Nachdem die ersten wirklich harten Wochen überstanden sind, kann ich jetzt sagen, dass es mir wohl ein klein wenig besser geht. Im Vergleich zur ersten Schwangerschaft bin ich einfach froh, dass ich schon so früh die Kapseln bekommen und genommen habe, nicht erst in der 12. Woche. Somit konnte es nicht dermaßen eskalieren wie damals. Und auch wenn ich und mein Mann diesmal in den ersten Wochen erneut gesagt haben, dass wir so keine weiteren Kinder bekommen können und wollen: Doch, wir können uns nun wieder vorstellen irgendwann noch welche zu bekommen.rnUnsere Tochter hat sich in der schlimmsten Zeit viel alleine beschäftigt, war so ein liebes Kind gerade dann, wenn es mir schlecht ging. Ob sie es gespürt hat? Sie hat mir den Rücken gestreichelt, mich gefragt, ob mir schlecht ist, ob ich kotzen muss, ob ich eine Tablette will. Und das mit gerade einmal zweieinhalb Jahren! Das hat so einiges erleichtert. Wie es gewesen wäre, wenn sie auch noch stark gefordert hätte wage ich mir nicht auszumalen.rnrnIch habe die HG einmal durchgestanden und auch diesmal werde ich das. Ich kann mir zwar kaum mehr vorstellen wieder ohne Übelkeit zu leben, aber das war auch in der ersten Schwangerschaft so, und auch da ging sie mit der Geburt weg! rnrnÜbrigens hilft mir diesmal Karamalz. Das trinke ich in Massen und hat mir schon so manche Übelkeit erleichtert. Viel Zucker, viele Kalorien, viel Flüssigkeit… wohl teils ein Nahrungsmittelersatz bei mir, wenn mir so schlecht ist, dass Essen nicht geht.rnrnJetzt hoffen wir einfach, dass auch dieses Kind gesund und munter auf die Welt kommt und unser Leben bereichert. Und wir danken Gott, dass wir das Wunder des Lebens ein zweites Mal erleben dürfen, egal wie hart der Weg dahin ist… es lohnt sich ja doch!rnrn