Kind Nummer 2

Bonsai, Donnerstag, 12. Dezember 2019, 16:10 (vor 289 Tagen) @ Elise2

Hallo,
auch ich hatte eine Haushaltshilfe während der 2. Schwangerschaft.

Es gibt Haushaltshilfen in Deutschland nur, wenn man gesetzlich Krankenversichert ist. Dann gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten: eine Möglichkeit ist die, dass der Frauenarzt bescheinigt, dass die Frau durch die Schwangerschaft außerstande ist, den Haushalt zu führen und dies auch kein anderer Mensch aus dem Haushalt erledigen kann. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn eine Frau in der Schwangerschaft Bettruhe einhalten muss, weil sonst eine Fehlgeburt droht und es keinen Partner gibt, oder der Partner auf Montage ist. Dann könnte ein Pflegedienst (nach vorherige Genehmigung der Krankenkasse) mehrfach am Tag kurz vorbeischauen, EInkaufen, Saubermachen, Essen hinstellen.

Dann gibt es noch die Haushaltshilfe, die gewährt werden kann, wenn der Arzt bescheinigt, dass Elternteile, aufgrund einer Erkrankung den Haushalt nicht weiterführen können und im Haushalt ein Kind unter 12 Jahren oder ein Kind mit schwerst-mehrfach Behinderung bis 18 Jahren lebt und der Partner nicht den Haushalt weiterführen kann. Auch da muss die Kasse das genehmigen und dann kann ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes (auch private Pflegedienste machen das), einer Sozialstation oder eine Jugendhilfestation, in einigen Regionen auch spezielle Pflegevereine, die Betreuung des Kindes und nachrangig die Haushaltsführung übernehmen.

Ich kenne den ersten Fall tatsächlich nur von einer allein lebenden Schwangeren, die durch eine vorzeitige Öffnung und frühzeitige Wegen strenge Bettruhe hatte.

Ich selber hatte die 2. Haushaltshilfe, die jedoch streng nach dem DIenstplan meines Mannes gestrickt war. Sie sollte sich tatsächlich nur um das Kind kümmern, da mein Mann ja lt Krankenkasse, nach der Arbeit den EInkauf und den Haushalt zusammen mit dem 2,5 jährigen Kind machen könne....

Es war trotzdem eine Herausforderung und ich höre heute noch von anderen Mütter aus der Zeit, wie leid ihnen mein Mann mit der vielen Arbeit getan hat. Seltsamerweise höre ich nie, wie leid ich jemandem getan habe....ich habe auch noch nie gehört, dass Mütter bemitleidet werden, weil sie alleinerziehend oder semialleinerziehend sind (weil der Mann zB auf Montage ist)....Seltsam....

Auf jedenfall würde ich immer dazu raten, sich den Antrag der Krankenkasse (gibt es bei vielen bereits im Internet zum downloaden) zu holen, einen Arzt bescheinigen zu lassen, den Dienstplan des Partner in Kopie und ab per Fax/ E-Mail oder Post zur Krankenkasse. Dann den Bescheid abwarten und damit alle Pflegedienste der Region (findet man zB bei der Internetseite der AOK) abtelefonieren. Es macht auf jeden Fall Sinn. Und ja, leicht ist es trotzdem nicht.


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