Vorbereitung auf die zweite Schwangerschaft

Julikind @, Montag, 08. Mai 2017, 10:40 (vor 167 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

ich habe eine fast zweijährige Tochter und natürlich denken wir über ein Geschwisterchen nach, auch wenn ich mir nach dem Lesen hier im Forum (und der aufgefrischten Erinnerung an meine eigene Schwangerschaft), der Mut fast wieder vergangen ist.

Noch bin ich ja zum Glück nicht schwanger und da wollte ich schon einmal gut vorplanen.

Ich hab folgende Ideen:

1. eine andere Gynäkoligin suchen.
Ich habe hier im Forum gesehen, dass Dr. Dangli in der Schönhauser Allee 81 in Berlin empfohlen wird und man sogar in der Praxis Infusionen bekommen kann. Da meine letzte Gynäkologin mit Hyperemesis total überfordert war, möchte ich gern in eine Praxis wechseln, wo man mich ernstnimmt.

Ich habe heute versucht, einen Termin bei Frau Dr. Dengli zu holen, aber es wurde mir mitgeteilt, dass sie keine neuen Patienten mehr annimmt. Sie arbeitet aber mit ihrem Mann in der Praxis und bei Ihm habe ich ganz kurzfristig einen Termin bekommmen.


2. Helicobacter Pylori Selbsttest
Genau, ich will einen Selbsttest machen und gegebenenfalls mit meinem Hausarzt darüber sprechen, denn wenn ich das habe, will ich es los sein!

3. Zunehmen
Sobald ich erfahre, dass ich schwanger bin (und noch ohne Erbrechen essen kann), will ich versuchen, 10 Kilo zuzunehmen, damit ich was habe, was ich während der Schwangerschaft wieder abnehmen kann. Letztes Mal habe ich 8 Kilo abgenommen und war körperlich total am Boden.

Als ich nach der Geburt meiner Tochter wieder essen konnte, habe ich innerhalb eines Monats 14 Kilo zugenommen, das sollte also kein Problem sein ;-)

Was habt Ihr denn vor der zweiten Schwangerschaft gemacht? Habt Ihr Tips, wie ich mich besser vorbereiten kann? Freue mich über jede Anregung! Vielen Dank :-)

Vorbereitung auf die zweite Schwangerschaft

Stern, Montag, 08. Mai 2017, 18:02 (vor 166 Tagen) @ Julikind

Hallo:-)
ich bin gerade mit dem zweiten schwanger. Mein Sohn war zu Beginn der zweiten Schwangerschaft 2,75 Jahre.
Wie habe ich mich vorbereitet? Neben dem, was du geschrieben hast:

Im Vorfeld alle möglichen Medikamente besorgen (Agyrax, Vomex, Kieselsäuregel). Agyrax habe ich dann bereits ab positiven Test genommen. Ich bilde mir ein, dass es geholfen hat. Ab positiven Test bin ich auch zur Hebamme (Akupunktur), das hat absolut nix gebracht. Denke ich...

Ganz wichtig: ein gutes Versorgungsnetz für dein erstes Kind. Ich weiß nicht, wie es jetzt betreut wird. Aber meist hat die Mama ja doch den Hauptanteil an der Betreuung. Ich hatte vorgesorgt, Stunden in der Krippe erhöht und den Opa fest eingeplant. Ich dachte, das reicht aus. Zeit verfehlt. Der Opa lag zu Beginn meiner zweiten Schwangerschaft mit Lungenentzündung im Krankenhaus (3 Wochen konnte ich ihn nicht einplanen), mein Sohn bekam einen schweren Magen-Darm Infekt und durfte natürlich nicht in die Krippe (4 Wochen)... Es war Horror pur, damit hatte ich nicht gerechnet. Zum Glück hatte mein Mann bewusst Überstunden aufgebaut (vor der Schwangerschaft) und konnte in der Zeit, dank super Chef, viel Minus machen. Eine Woche war er komplett zu Hause. Und mein Sohn durfte viel Fernsehen. Ich habe schon im Vorfeld einige Filme besorgt, damit er nicht den sinnlosen Schrott ansieht. Hörspiele gekauft und Bücher ausgesucht.

Auch habe ich diesmal im Vorfeld einige Leute aufgeklärt, wie es mir in der Schwangerschaft ging und wie man mich unterstützen kann.

Außerdem habe ich mich diesmal sehr früh ins Krankenhaus einweisen lassen. Also nicht gewartet, bis es nicht mehr anders ging.

Ja, was habe ich noch gemacht. Ich habe Dinge, die in den Zeitraum der Schwangerschaft fallen könnten (Geburtstag meines Sohnes) schon davor vorbereitet. Also Karten, Luftballons ect gekauft.

Ich wusste, auf was ich mich einlassen werde. Trotzdem war/ist es die Hölle. Gerade, weil mein Sohn die ersten Monate sehr stark zurückstecken müsste. Trotzdem leidet er sehr wenig darunter. Gerade sein Geburtstag war schön, weil ich 4 Monate davor schon alles geplant hatte..
Dadurch wurde mein schlechtes Gewissen ein wenig kleiner. Ich denke, das sollte man in der zweiten Schwangerschaft mit kleinem Kind nicht unterschätzen.

Als letzten Punkt habe ich mir die Hoffnung bewahrt, dass es nicht so schlimm werden könnte..

Viele Grüße und nur das Beste.
Stern

Vorbereitung auf die zweite Schwangerschaft

Julikind @, Montag, 22. Mai 2017, 13:09 (vor 153 Tagen) @ Stern

Hallo Stern,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und bitte entschuldige die späte Rückmeldung. Herzlichen Glückwunsch zur zweiten Schwangerschaft und Hut ab, für den Mut, das anzugehen!

Stimmt, das Versorgungsnetz für das Kind habe ich in meiner Liste noch außen vorgelassen, dabei ist das mindestens so wichtig, wie die gesundheitliche Unterstützung. Mit Großeltern und Freunden, die babysitten sind wir leider nicht gesegnet, da müssen wir gut planen und organisieren.

Manchmal wünschte ich, wir wären reich. Dann würde ich mir einfach einen persönlichen Arzt, Nanny, Babysitter und Co leisten und noch ein paar Kinder bekommmen ;-)

Ich drück Dir Die Daumen, dass es bald vorbei ist und Dein gesundes zweites Kind Dich die Schwangerschaft schnell vergessen lässt!

liebe Gruß aus Berlin,
Julikind

Vorbereitung auf die zweite Schwangerschaft

Bonsai, Montag, 08. Mai 2017, 20:19 (vor 166 Tagen) @ Julikind

Hallo Julikind,
also, ich habe vor der zweiten Schwangerschaft: - mit meiner Frauenärztin gesprochen, mit der Familie und Freunden gesprochen, die Krippe meines Sohnes informiert, eine Haushaltshilfe gesucht und ein Krankenhaus gesucht. Außerdem ein Kinderbuch, dass meinen Sohn auf die Schwangerschaft und das Baby vorbereitet, gekauft -

Trotzdem empfand ich es als schlimmer, als in der ersten Schwangerschaft!

Mein Sohn war bereits vor der Schwangerschaft ein Vollzeit-Krippenkind (weil ich voll berufstätig war). Er war 2,5 Jahre. Meine Mutter hat ihn damals sehr oft betreut (von der Krippe abgeholt, nachts bei sich behalten wenn mein Mann arbeiten musste), die Haushaltshilfe hat einmal die Woche die Wohnung gesäubert, im Krankheitsfall hat eine Kinderpflegerin (Kollegin der Haushaltshilfe) den Kleinen zuhause betreut (mein Mann konnte nicht immer zuhause bleiben). Zum Glück gab es in der Krippengruppe meines Sohnes ein Mädchen, deren Mama genau wie ich an Hyperemesis litt - dadurch konnten die Papas und die Kinder sich gemeinsam ausweinen.

Ich glaube dieses Netz an Familie / Freunden und Helfern hat meinem Mann und meinem Sohn sehr über die schlimme Zeit geholfen. Ich habe in dieser Zeit mehr oder weniger vor mich im Schlafzimmer oder im Krankenhaus dahinvegetiert.

Mein Mann war nach der Zeit sehr fertig. Mein Sohn hat es erstaunlich locker genommen - trotzdem bekam er nach der Geburt über ein Jahr jeden Abend eine 30 bis 60 minütige "Mama-nur-für-sich"-Zeit. Die habe ich durchgezogen, auch wenn die Schwester mal unleidlich war und warten musste! Da durfte er entscheiden, was er mit mir machen will. Nach einem Jahr hat er dann lieber mit der Schwester gespielt! Noch heute sind die zwei ein sehr liebevolles Geschwisterpaar. Er sorgt sich um sie, verteidigt sie vor uns und sie kümmert sich um ihn. (Er ist eher ein Denker und Sprecher, sie ist eher pragmatisch und praktisch veranlagt)

Vorbereitung auf die zweite Schwangerschaft

Ina @, Montag, 22. Mai 2017, 22:24 (vor 152 Tagen) @ Bonsai

Hallo,

eine laaange Tabelle hatte ich angefertigt.
Das war die 1. Seite unseres "Ordners".

Oh nein. Wo ist mein laaanger Text, mühevoll am Smartphone getippt, nur hin?!

Vorbereitung auf die zweite Schwangerschaft

Stern, Samstag, 27. Mai 2017, 14:37 (vor 148 Tagen) @ Ina

Hallo Julikind,
ja, besser wäre es mit Hyperemisis reich zu sein. Vor allem, wenn man noch Krankengeld erhält wegen diesem Mist.

Ich habe mich auf die zweite Schwangerschaft irgendwann "gefreut". Kurz nach Nummer eins, wollte ich nie wieder schwanger sein. Dann wurde der Wunsch nach einem zweiten Kind immer größer. Mein Mann hatte sich allerdings lange quer gestellt, er hatte große Sorge, dass ich eine zweite Schwangerschaft nicht überleben würde. Als er endlich überzeugt war, dauerte es noch paar Monate, bis es bei uns geklappt hat...

Naja, ich wollte einfach endlich schwanger sein, weil ich den Mist hinter mich bringen wollte. Ich wollte einfach wissen, ob es nochmal der Horror wird und umso früher ich schwanger werde, umso früher bin ich mit dem Kapitel "akute" Hyperemisis durch.

Als ich zum neuen Jahr einen positiven Test in den Händen hielt. Habe ich geweint (aus Angst) und mein Mann hat sich kein bisschen gefreut.

Unser Baby ist willkommen, aber am Anfang stand nur Angst...

Ich glaube, dass das leider unser aller Schicksal ist: wenn wir unbedingt ein zweites wollen, dann müssen wir höchst wahrscheinlich wieder durch die Hölle. Für mich gab es nur Augen zu und durchhalten. Irgendwie überleben...

Ich wünsche Dir sehr, dass dich die Hyperemisis nicht nochmal trifft oder es zumindest nicht ganz so schlimm werden wird.

Viele Grüße
Stern

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