Bremerin plant weiteres Kind

StephMeph, Montag, 31. Juli 2017, 11:30 (vor 83 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

wie so einige hier, komme ich zu euch ins Forum, weil ich eine SS plane und bereits die Hölle durchlebt habe. Leider war ich in meinen beiden Schwangerschaften sehr alleine mit dem HG und war selbst total überfordert, bis in die Depression ging es. Die erste SS habe ich abgebrochen (war eh eine furchtbare Geschichte), die zweite brachte uns vor zwei Jahren ein Traumkind.

Ich lese bereits fleissig im Forum, mach mir Notizen. Aus der letzten SS weiß ich, es kann so einen harten schlimmen Kern von zwei Monaten geben, der uns sehr herausfordern wird. So ab dem fünften Monat sollte es bergauf gehen. Ich rechne mit dem worst case Szenario ("Aber die zweite Schwangerschaft muss doch nicht so schlimm werden" - wie ich den Satz hasse. Kaum einer weiß von der ersten, die auch schlimm war. Und soll ich ganz naiv in die SS gehen, so tun, als ob es nicht die Hölle werden kann?)

- Kind geht von 8 bis 15 Uhr in die Krippe, zum Glück keine 50 Meter entfernt. Verwandte können nur ab und zu einspringen, mein Mann wird wahrscheinlich erst so ab 17 Uhr zu Hause sein.
- Ich habe eine tolle Frauenärztin, die leider keine Ahnung von HG hat, muss eine neue her?
- Krankenhaus Bremen Mitte soll angeblich gar nicht schlecht sein für HG Schwangere, hab mich damals aber geweigert dort hinzugehen
- Haushaltshilfe hätte ich gerne, realistisch?
- Medikamente: Agrax ist anscheinend das Mittel der Wahl, ich will es auch unbedingt damit probieren
- Ich bin in therapeutischer Behandlung, die ich dann per Mail sicherlich fortsetzen kann.
- Meine Hebamme aus der letzten SS kennt sich nicht mit HG aus, aber ich mag sie. Sollte ich lieber eine andere suchen? Mein Wunsch wäre ja eine Beleghebamme.

Kommt jemand hier aus Bremen und kann mir etwas empfehlen?

Falls jemand sich Zeit genommen hat, über weitere Tipps wäre ich dankbar :)

Ich werde mich nun mal weiter durch das Forum lesen, ich bin so unendlich dankbar für dieses Forum.

Liebe Grüße!

Bremerin plant weiteres Kind

Stern, Montag, 31. Juli 2017, 16:20 (vor 83 Tagen) @ StephMeph

Hallo nach Bremen,
ich kann Dir zu Bremen keine Tipps geben, da ich aus dem südlichen Teil Deutschlands komme, aber ich kann dir vielleicht etwas so weiter helfen
Aktuell bin ich in meiner 2. HG Schwangerschaft und zu meinem großen Glück bin ich am Ende angekommen (35+×). 
Ich kenne diese Aussagen, dass es ja beim zweiten Mal nicht so schlimm werden muss. Ja, ich hatte es natürlich auch gehofft und es gibt sicher Frauen, bei denen es zutrifft. Aber ich habe immer mit dem Schlimmsten gerechnet, nämlich, dass alles viel schlimmer werden könnte. Mir persönlich hat dieses Wissen, also worauf ich mich einlasse, wirklich geholfen. In der ersten Schwangerschaft war ich psychisch am Ende. So tief bin ich in dieser Schwangerschaft nicht gefallen. Ich war stärker, ich wurde nicht überrascht. Das war mein großer Vorteil. Vor meiner ersten Schwangerschaft wusste ich nichts von HG, ich kannte nicht mal jemanden, dem übel in der Schwangerschaft war..

Dein Plan klingt wirklich gut. Gerade die Kinderbetreuung ist so wichtig. Du musst zwei Stunden am Nachmittag alleine mit Eurem ersten Kind überstehen. Das ist sicher hart, aber auch irgendwie machbar. Ich hatte meinen Sohn in dieser ganz schlimmen Zeit auch mal zwei Stunden Fernsehen lassen. Mein Sohn durfte bis zu meiner Schwangerschaft (da war er 2,75 Jahre) gar nichts schauen. Dann stieg der Konsum echt sehr schnell an. Ich habe im Vorfeld schon Sendungen/DVD herausgesucht, damit er nicht nur sinnloses Zeug anschaut. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, aber letztendlich die einzige Möglichkeit diese Zeit alleine mit Kind zu überstehen. Meist lag ich neben ihm auf dem Sofa und wir haben gekuschelt, während er Fernsehen sah. Zu ganz schlimmen Zeiten musste ich sogar morgens kurz eine Sendung anschalten (und das im Bett, da ich nicht mal aufstehen konnte). Mein Sohn steht um 5.30 auf. Die Zeit bis zur Krippe um 8 Uhr war eine Ewigkeit. Vielleicht lässt sich dein Kind auch auf Hörspiele ein.. Auch das würde ich im Vorfeld heraussuchen.

Inzwischen schaut er wieder 0 Fernsehen. Nur noch einmal die Woche 15 Minuten. Ich betone das nur, weil ich die Angst nehmen will, dass man den extremen Fernsehkonsum nicht mehr los wird.

Meine Hebamme kannte sich auch nicht speziell mit HG aus. Sie hat Akupunktur angewandt, was nichts half. Aber: sie kam in den ersten Wochen vorbei. Sie hat mir zugehört, als ich heulend vor ihr saß und sie hat mir die Angst genommen, dass ich meinen Sohn schade. Mir hat das enorm geholfen. Auch wenns "nur" psychische Unterstützung war.

Auch meine Frauenärztin kennt sich nicht wirklich mit HG aus. Das war zwar blöd, aber hier auf dem Land gibt es keine Auswahl an Ärzten. Zudem ist sie einfach super lieb. Sie hat mir jedes Mal eine Krankschreibung angeboten. Für sie war es nie ein Thema, ich durfte im Liegen auf die Untersuchung warten und musste nicht ins Wartezimmer. In der ersten Schwangerschaft mit anderen Arzt müsste ich kotzend in die Arbeit, brauchte für die 70 km nicht eine Stunde, sondern 2-3 Stunden. Sie bot mir auch gleich eine Haushaltshilfe an. 
Was hier (ländlich) ein Problem war, eine zu finden. Aber bei Dir in Bremen wird es wohl einfacher. Hol dir am besten schon jetzt den Antrag der Krankenversicherung. Bei mir gab es den online. Probleme habe ich deswegen keine bekommen. Die Krankenversicherung hat sofort genehmigt. Ich habe schon öfter gehört, dass es in der Schwangerschaft ohne Probleme läuft.

Ich würde auch empfehlen ins Krankenhaus zu gehen, sobald es notwendig wird. Mir hat es geholfen. Auch ich wollte in der ersten Schwangerschaft nicht ins Krankenhaus. Diesmal bin ich gegangen. Schon allein, dass ich paar Tage keine Verantwortung meinem Kind gegenüber hatte (Einfach liegen und nix tun), war angenehm. Ja, für meinen Mann war es blöd. Aber es ist ja unser Kind und nicht nur meines. 

Den Punkt "kleines Kind" darf man nicht unterschätzen. Schon "normale Schwangere" erzählen, wie anstrengend das alles mit Kind ist. HG ist da nochmal eine andere Hausnummer.

Agyrax würde ich unbedingt probieren. Der Versuch kann ja nicht schaden. Und dann schon ab positiven Test. So hatte ich es diesmal gemacht und ich hatte das Gefühl, dass es mich deswegen zumindest ganz am Anfang nicht ganz so schlimm erwischt hat. Auch wenn das große Kotzen trotzdem irgendwann kam.

Bremerin plant weiteres Kind

Stern, Montag, 31. Juli 2017, 16:23 (vor 83 Tagen) @ Stern

Teil zwei, weil sonst zu lange:


Ich für mich kann jetzt am Ende der zweiten Schwangerschaft sagen, ja es war Horror und es ist teilweise noch furchtbar. Insgesamt ging es mir besser, was aber durch das erste Kind sich fast ausgleicht. Für mich war vor der zweiten Schwangerschaft klar, dass, wenn ich ein weiteres Kind will, dass ich durch diese Hölle muss. Und irgendwann war der Wunsch nach einem weiteren Kind so groß, dass ich es einfach hinter mich bringen wollte..

Aber auch ich hatte in den ersten Monaten den Gedanken an Abtreibung... Andererseits wusste ich, dass ich unbedingt ein weiteres Kind will, und jeder Tag, den ich hinter mich bringe, wird mich näher ans Ziel bringen. Meine größte Angst war eine Fehlgeburt (da hatte ich schon mal eine) und dass die Zeit umsonst war.

Viel mehr kann ich gerade nicht sagen. Außer, dass ich dir die Daumen für eine einigermaßen erträgliche Schwangerschaft drücke.

Liebe Grüße
Stern

Bremerin plant weiteres Kind

StephMeph, Dienstag, 01. August 2017, 13:14 (vor 82 Tagen) @ Stern

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort! Alles Gute für die weitere Schwangerschaft :)
Das mit meiner Tochter macht mir auch Sorgen, deswegen habe ich immer gesagt, frühestens wenn sie im Kindergarten ist. In den kommenden Monaten ergibt sich aber ein gutes Zeitfenster und ich möchte es auch einfach hinter mich bringen. Das wichtigste ist mein Mann: der will tatsächlich doch ein zweites Kind und ist bereit, das alles nochmal mitzumachen, obwohl er die Hauptlast tragen wird. Aber er ist hart im nehmen und sagt, er kriegt das hin. Dennoch sollte ich unbedingt weiter an dem Problem Kinderbetreuung arbeiten (und gegen kontrollierten Fernsehkonsum in solchen Notfällen habe ich auch nix), ich denke, ich werde meine Schwieger-Familie stärker einbinden, die müssen dann halt den weiten Weg regelmäßig auf sich nehmen. Ich denke, ein gutes Verhältnis zur Frauenärztin und Hebamme ist wichtig, dass man sich mag und die eben dazu bereit, einen krank zu schreiben usw.

Vielen Dank, du machst mir Mut, dass das, gut vorbereitet, schon geht :)

Bremerin plant weiteres Kind

Bonsai, Dienstag, 01. August 2017, 10:04 (vor 82 Tagen) @ StephMeph

Hallo Bremerin,
ich komme zwar aus Norddeutschland, jedoch nicht aus Bremen.
Aber ich habe 2 Kinder im Abstand von 3 Jahren, beide mit Hyperemesis.

Ich würde Dir empfehlen, in der Krippe mit anderen Eltern Kontakt aufzunehmen um ggf mehrere Eltern zu haben, die in ganz schlechten Zeiten (zB Krankenhausaufenthalt) Dein Kind bis zum Feierabend des Kindesvater betreuen können. Auch beim Beginn solltest Du schauen, ob der Kindsvater das Kind früh auf dem Weg zur Arbeit mitnehmen kann. Ich weiß noch, dass ich 2 Stunden brauchte um überhaupt angezogen und gewaschen zu sein....es fehlte die Energie.....

Das die Frauenärztin noch keine Ahnung hat, ist nicht so schlimm. Versuche vorher mit ihr zu besprechen, ob sie bereit wäre auch Off-Label-Medikamente (zB Zofran, was eigentlich für Krebsbehandlungsbedingte Übelkeit gelistet ist) zu verschreiben, ob sie gewillt ist, Dich bei der Beantragung einer Haushaltshilfe zu unterstützen. Ich hatte eine Haushaltshilfe in der Schwangerschaft, aber erst, als mein Kind krank wurde, mein Mann kein frei nehmen konnte und meine Hausärztin mir bescheinigte, dass ich mich in meinem Zustand nicht noch um das Kind kümmern kann. Daraufhin bekam ich die Haushaltshilfe. Das war gut und wichtig. Meine Hebamme kannte sich vor mir auch noch nicht mit Hyperemesis aus, aber da ich persönlich mit ihr gut klarkam, haben wir uns beide zusammen informiert.

Was Krankenhausempfehlungen angeht muss ich sagen, dass ich beim ersten Kind in einem RegionalKrankenhaus war, was super perfekt war, 3 Jahre später war dasselbe Krankenhaus mit selben Chefarzt total schwierig für mich. Es liegt eben nicht nur am Krankenhaus, Chefarzt, sondern auch an den wechselnden Assistenzärzten, an der Verwaltung, den aktuellen Krankenkassenabrechnungen etc....Kannst Du eigentlich nur jedesmal neu ausprobieren. (Dafür war bei mir das Geburtskrankenhaus beim ersten Kind extrem schwierig und das selbe Krankenhaus 3 Jahre später super top!)

Bremerin plant weiteres Kind

StephMeph, Dienstag, 01. August 2017, 13:28 (vor 82 Tagen) @ Bonsai

Danke für deine Antwort!

Leider sind wir relativ neu in der Krippe und ich weiß noch nicht, ob ich das mag, so um Hilfe zu bitten. Ich hatte gehofft, dass im Notfall die Tagesmütter mir das Kind rüber bringen können, ist nur einmal über die Strasse. Meine Schwiegerfamilie wird auch viel machen können, die müssen dann die Strecke halt auf sich nehmen, ein weiteres Enkelkind gibt es halt nicht gratis. Notfalls können die das Kind auch ein oder zwei Nächte nehmen, wenn ich wirklich ins Krankenhaus muss...aber einfach wird das alles nicht. Mein Mann wird sicherlich das Kind morgens fertig machen und zur Krippe bringen können, nur wird es abends dafür später...
Schade, ich dachte, das HG plus Kind plus Vollzeit arbeitenden Mann würde ausreichen für eine Haushaltshilfe. Aber das ist mir eigentlich ganz wichtig, mein Mann wird nicht alles machen können und wenn die Kasse das nicht zahlt, wir können uns das nicht leisten. Oder meine Schwiegermutter kommt zum putzen. Na, die wird sich am Ende bedanken :D

Ist das ätzend. Ich sehe hier auf dem Spielplatz reihenweise Frauen mit dicken Bauch und einem wirklich kleinen Kind an der Hand. Und all diese Frauen, die einfach eins nach dem anderen kriegen. Die sogar arbeiten gehen. Schwanger und mit kleinem Kind. Ich will auch einfach so ein Kind bekommen. Stattdessen bereite ich mich auf einen Krieg vor, brauche einen Schlachtplan und bin extrem abhängig von anderen Menschen.
Ich setze bald die Pille ab. Gestern Abend ist meine Tochter halb ausgeflippt und konnte nicht schlafen, irgendwas hat sie enorm beschäftigt. Die Pupse oder der Tag in der Krippe...und ich dachte, das ist irre, ich kann nicht schwanger werden. Das ist wie freiwillig den Noro Virus zu bekommen, das will doch keiner und dann auch noch mit Kind. Eigentlich können wir uns ein zweites Kind nicht wirklich leisten (müssen unsere Ansprüche halt herunter schrauben und jünger werde ich auch nicht) aber das finde ich gar nicht schlimm. Ich finde es fast schon verantwortungslos von uns, eine weitere HG Schwangerschaft einzugehen. Wisst ihr, was ich meine? Das ist ganz irrational, aber so ist gerade mein Gefühl.

Liebe Grüße!

Bremerin plant weiteres Kind

Stern, Mittwoch, 02. August 2017, 08:45 (vor 81 Tagen) @ StephMeph

Hallo StephMeph,

also ja, es ist auf alle Fälle machbar. Aber es ist auch extrem hart. Ich hatte das Glück, dass es mich in der zweiten Schwangerschaft nicht extrem erwischt hat )mit künstlicher Ernährung usw). Aber ich musste mich die ersten Wochen auch 20-30 Mal übergeben.

Perfekt, wenn Dein Mann hinter Dir steht und es wirklich will. Mein Mann hat vor der Schwangerschaft einiges an Überstunden aufgebaut und etwas Urlaub gespart und dann mit Eintreffen der Schwangerschaft alles (Schritt für Schritt) abgebaut. Vielleicht ist das bei deinem Mann auch möglich. Aber natürlich ist nicht jeder Beruf dafür geeignet.
Ich kann Dir nicht sagen, wie ich die Zeit seit Weihnachten überstanden habe, aber ich habe sie überstanden. Irgendwie mich von Tag zu Tag gekämpft. Und wir wollten dieses Kind unbedingt, das war leider der einzige Weg. Was nicht bedeutet, dass ich nicht nachvollziehen könnte, wenn jemand den Weg kein zweites Mal schafft...
Und ja es ist hart, wenn man sieht, andere Mütter gehen auf den Spielplatz, an See, in den Zoo oder gehen einkaufen. All das blieb mir die letzten Monate verwehrt... Mein Sohn und ich mussten zwangsweise unsere gemeinsame Zeit zu Hause verbringen. Und mir tut es wirklich sehr leid. Aber für ihn ist das alles gar nicht schlimm. Nur für mich... Er weiß, dass er mit mir gerade nichts unternehmen kann.


Wenn Du ein gutes Verhältnis zu Deinen Schwiegereltern hast, kannst Du vielleicht Dich auch mal paar Tage bei ihnen mit Kind einquartieren. So habe ich es bei meinen Eltern gemacht. Sie wohnen 80km weit weg, aber die Strecke habe ich mich dann fahren lassen, um ein paar Nächte dort zu verbringen. Es hat meinen Mann entlastet und mir einiges an Verantwortung genommen.


Ich weiß, was Du meinst, dass es verantwortungslos ist nochmal schwanger zu werden. So etwas in der Art hatte ich auch zu meiner Hebamme gesagt (in der 7. Woche). Sie meinte nur, dass ich meinem Sohn das größte Geschenk mache, das ich ihm überhaupt machen kann: "ein Geschwisterchen".
Genau, es ist schon unschwanger und ohne HG anstrengend tagsüber mit Kleinkind. Aber irgendwie lernt man dazu. Mich hat diese Schwangerschaft total gestärkt. Ich weiß, dass ich enormes leisten kann. Und ja, genau solche Situationen, das Kind flippt aus, gibt es in der Schwangerschaft auch. Aber wahrscheinlich wirst Du auch ganz schnell lernen wie Du damit umgehst, ohne dass die Übelkeit noch unerträglicher wird. Ich bin extrem gelassen geworden in der Schwangerschaft.

Also ich weiß nicht genau, ob ich mich falsch ausgedrückt habe, mir hat die Kasse ohne Probleme eine Haushaltshilfe gezahlt. Nur hier in der Pampa gab es lange niemanden, der bereit war vorbei zu kommen... Versuchen solltet ihr es auf alle Fälle.

Ich drücke fest die Daumen, dass es mit der Schwangerschaft bald klappt und ihr dann hoffentlich einigermaßen erträgliche 9 Monate habt.

Und ja, Du ziehst gefühlt in den Krieg, aber Du bist vorbereitet und weißt, worauf Du Dich wohl einlassen wirst. Das ist diesmal Dein Vorteil.;-)

Stern

Bremerin plant weiteres Kind

StephMeph, Mittwoch, 02. August 2017, 11:36 (vor 81 Tagen) @ Stern

Liebe Stern,

Danke für deine Antwort.

Mein Mann sucht sich derzeit eine neue Stelle, erst dann wollen wir auch endgültig mit der Verhütung aufhören. Deswegen wissen wir noch nicht ganz genau, wie er arbeitet, wobei flexible Arbeitszeiten schon drin sein müssen. Deswegen können wir erst mal nicht mit Überstunden oder Urlaub planen. Es werden sicherlich noch einige Monate ins Land gehen, bis ich schwanger bin. Dann sieht das anders aus und wir können das einplanen.

Ich hab fast zwei Monate bei meinen Schwiegereltern gelebt, weil ich es in unserer Wohnung nicht ausgehalten habe, all die Gerüche und der Lärm der Nachbarn. Mir tat die Zeit sehr gut, die Übelkeit wurde erträglicher, ich lebte in einem kühlen, dunklen, stillen und fast geruchlosen Raum und musste mich um nichts kümmern (ähnliche Konditionen kriege ich auch hier in unserer neuen Wohnung hin). Im Notfall kann ich dort hin mit meiner Tochter, keine zwei Monate, aber die würden uns aufnehmen. Sie waren in der letzten SS extrem hilfreich und werden sicherlich diesen Weg nochmal mit uns gehen.

Was deine Hebamme zu dir gesagt hat, klingt ganz toll und richtig. Wir als Ehepaar, als Familie, alle unsere Verwandten würden sehr gerne ein weiteres Kind bei uns sehen. Aber krass, was ich dafür auf mich nehmen muss. Dafür braucht man halt Hilfe von allen, und das Kind kriegt das hin. Mein Mann sagte: die geht daran schon nicht kaputt, die nimmt keinen Schaden, dann muss sie halt mal mehr wegstecken, aber die kann das.

Ich kann nur hoffen, dass die nächste Schwangerschaft zumindest nicht schlimmer wird, die schlimme Phase also mit dem 5/6 Monat aufhört, da hatte ich nur noch Morgenübelkeit, das war kein Problem. Und dann wären das nur 3-4 Monate.

Derzeit zweifle ich aber, ob ich das alles überhaupt will. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr Angst bekomme ich, je eher sage ich: nee, ich lass das. Vielleicht in ein paar Jahren. Vielleicht gar nicht. Das ist doch verrückt, sich das nochmal anzutun...

Ganz lieben Dank auf alle Fälle :)

Bremerin plant weiteres Kind

Bonsai, Mittwoch, 02. August 2017, 10:30 (vor 81 Tagen) @ StephMeph
bearbeitet von Bonsai, Mittwoch, 02. August 2017, 10:37

In meine zweiten Hyperemesis-Schwangerschaft hat mich das schlechte Gewissen mindestens genauso belastet wie die Kotzerei: zuerst weil ich über der Kloschüssel hing und nicht zu meinem schreienden zweijährigen konnte, dann weil mein Zwejähriger mein Kotzen nachahmte, danach weil meine Schwiegermutter mir Egoismus vorwarf (sie hat selber nur ein Kind bekommen können) und ich wäre verweichlicht, danach weil der Verdacht auf schwerste Behinderung bei meinem Ungeborenem bestand... es war eine schlimme Zeit!

ABER und das musst Du Dir immer wieder sagen: Es geht zu Ende und es lohnt sich. Gerade spielen meine 2 (heute 10 und 7 Jahre alt) fröhlich miteinander draußen. Mein Großer sagt mir sehr oft, wie glücklich er mit seiner Schwester ist. Sie ist übrigens total gesund und er hat auch keine bleibenden Schäden behalten.


Ich denke, du musst Dir ein soziales Netzwerk aufbauen:
- rede mit der Frauenärztin, drucke ihr Informationen aus (Flyer von hier)
- rede mit den Erzieherinnen der Krippe - sie müssen Dein Kind auffangen (Bei uns hat das Gespräch mit den Erzieherinnen dazu geführt, dass die Kontakte zu einer anderen Familie mit Hyperemesis herstellen konnten, so hatte mein Mann einen "Leidensgenossen" und mein Sohn hatte auch "eine FreundiN", der es genauso ging - das war für die Männer und die Kinder echt hilfreich)
- frage Deinen Mann, ob er seine Familie mehr einbinden kann - bei mir hat damals meine Mutter sehr viel aufgefangen und meinen Sohn regelmäßig auch nachts bei sich betreut. Das hat beiden eine sehr enge Bindung gegeben, aber es ist schwer die Erziehung für 6 bis 9 Monate abzugeben, weil Omas bei aller Liebe doch manchmal andere Prioritäten setzen:-P.
- Sprich mit Deiner Krankenkasse wegen der Haushaltshilfe, manche Krankenkassen sind kulanter als andere! Suche Dir einen guten Kinderbetreuungsdienst. ALlerdings ist die Hauptaufgabe bei einer Haushaltshilfe bei Kindern unter 12 Jahren die Versorgung der Kinder, NICHT die Reinigung des Haushalts - letzteres sieht die Krankenkasse als Aufgabe des mitwohnenden Mannes! Daher ist es wichtig, dass Du gleich mit der Kinderversorgung und Deiner Versorgung (Essen, Trinken, Blutdruck messen etc) argumentierst und nicht mit der sauberen Wohnung (die aus meiner Erfahrung auch wichtig ist - gerade wegen der undefinierbaren Gerüche).

Hol die Tagesmutter ins Boot und vielleicht kann sie Euch unterstützen - vielleicht übernehmen Verwandten die Kosten dafür?

Das wichtigste ist: Mach Dir einen Abreißkalender, damit du jeden Tag etwas abschneiden kannst und siehst, dass es vorwärts geht! Ach und was mir noch einfällt: Besorge ein Kinderbuch, damit Dein Kind versteht, dass Mama nur eine begrenzte Zeit (zB "Bis der Osterhase kommt") krank ist und wieder ganz die alte wird! Das hat meinem Sohn damals sehr geholfen. WIr haben bereits in der 6. Schwangerschaftswoche das Geheimnis gelüftet und ihm erklärt, dass Mama zu seinem Geburtstag (beide haben in der selben Woche Geburtstag!) ein Baby bekommen wird. Da konnte er sich drauf einlassen und hat auch immer allen gesagt: "Mama ist krank, bis das Baby da ist". Ich glaube, dass das ganz wichtig ist.

Ich drück Dir alle Daumen!

Bremerin plant weiteres Kind

StephMeph, Mittwoch, 02. August 2017, 11:46 (vor 81 Tagen) @ Bonsai

Liebe Bonsai,

einen Teil deiner Antwort habe ich mir nun mal in meinem Ordner kopiert, der den schönen Titel "HG" trägt :D. Sehr hilfreich!

Die Krippe (sind zwei Tagesmütter und eine Hilfe) ist tatsächlich ein entscheidender Punkt und ich werde mit denen frühzeitig reden und schauen, ob die uns irgendwie unterstützen können. Die sind eigentlich super. Sowieso werde ich mit Hebamme, Frauenärztin und Hausarzt früh das Gespräch suchen, und nicht erst, wenn ich schon halb verdurstet bin und nur noch sterben will, das muss ich mir fest vornehmen. Ich suche mir eigentlich nur ungern Hilfe, bin eher der Typ für allein Leiden. Meine Schwiegerfamilie war in der letzten SS bereits eine große Hilfe, hab es Stern schon oben geschrieben, dass ich dort zwei Monate gelebt habe. Die lieben ihr Enkelkind abgöttisch, das sollte also gehen (wobei ich halt ungern mehrere Wochen dort mit Kind leben will, weil sie dort keine Krippe hat und mein Mann nicht da ist, so müsste ich dann doch irgendwie auch wieder mehr tun). Danke für deinen Tipp mit der Haushaltshilfe, ist notiert und ich informiere mich mal.

Mama ist krank bis das Baby da ist...schon irgendwie süß. Meine Tochter wird es wohl irgendwie verstehen. Hätte ich nicht den Eindruck, dass meine Tochter ebenfalls bereit ist für diese schwere Phase, würde ich noch warten.

Ich danke dir!

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