Abruch wegen extremer Hyperemesis und Gastritis...brauche Hi

Arabella1984 @, Karlsruhe, Sonntag, 24. September 2017, 13:30 (vor 77 Tagen)

Habe eben dieses Forum gefunden und es beruhigt mich nicht allein zu sein. Ich bin in der 8 Woche schwanger und egal was ich aus esse oder Trinke der Magen wärt sich dagegen mit Schmerzen und aufstoßen.Ich bin psychisch und körperlich am Ende und habe auch eine 11 Jährige um die ich mich kümmern muss . Ich möchte einen Abruch meines Wunschkindes .... :(( denn ich kann nicht mehr .Im Krankenhaus wurde mir gesagt muss den normalen Weg nehmen und erst eine Beratung machen dann 3 Tage warten und dann in einer Praxis den Eingriff vornehmen lassen.Das alle bedeutet für mich noch ca 1 Woche quälen .... gibt es keine andere Möglichkeit ?Es ist doch eigentlich eine Medizinische indiktation... leide auch an anderen chronischen Krankheiten zb mit dem Herzen.Vielen Dank für Antworten
Arabella

Abruch wegen extremer Hyperemesis und Gastritis...brauche Hi

Sonja2 @, Sonntag, 24. September 2017, 17:23 (vor 77 Tagen) @ Arabella1984

Liebe Arabella,

es tut mir sehr leid zu lesen, wie es Dir geht. Ich möchte Dir noch ein paar Informationen mit auf den Weg geben.

Medikamente: HG (Hyperemesis gravidarum) lässt sich behandeln – über das übliche Dimenhydrinat (Vomex) hinaus. Bei Embryotox (http://www.embryotox.de/hyperemesis_gravidarum_emesis_gr.html) gelistet ist unter anderem MCP, Promethazin (Atosil), Ondansetron (Zofran). Es gibt deutschsprachige Veröffentlichungen von Frau Prof. Dr. Anke Rohde, welche eine HG-Schwangere erfolgreich mit Mirtazapin (Remergil) behandelt hat (wirkt über den gleichen Rezeptor wie Ondansetron, https://www.aerzteblatt.de/archiv/57711/Erbrechen-in-der-Schwangerschaft-Mirtazapin-bei... sowie https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2002-33014 - auf die Lupe klicken). Außerdem gibt es in Fällen, in denen andere Behandlungoptionen versagt haben, die Möglichkeit einer Behandlung mit Steroiden. Bei Embryotox kann Dein Arzt anrufen, Du kannst Dich aber auch selber mit ihnen in Verbindung setzten und wirst sehr freundlich und kompetent telefonisch beraten.

Infusionen: Darüber finden fast alle Betroffenen es hilfreich Infusionen zu erhalten, zumal wenn man Getrunkenes nicht behält.

Ich selber habe zwei HG-Schwangerschaften hinter mir. Ich habe in beiden Schwangerschaften monatelang täglich Infusionen erhalten (mindestens einen Liter pro Tag). Alleine die tägliche Infusion hat mir in Bezug auf die Übelkeit sehr geholfen. In der zweiten Schwangerschaft habe ich zudem Ondansetron genommen und das hat einen sehr, sehr großen Unterschied gemacht.

Du schreibst, es ist ein Wunschkind. Und Du bist komplett am Ende. Wie sah denn Deine bisherige Behandlung aus? Kann Dein Mann sich für eine Behandlung einsetzen, die Dir wirklich hilft? Bei Ondansetron hat man QT-Verlängerungen beobachtet (wenn in sehr hohen Dosen verabreicht – bei HG werden üblicherweise 4-8 mg 3 x täglich verordnet, bei Übelkeit im Rahmen einer Chemotherapie gibt man sehr viel höhere Dosen und da wurden die QT-Veränderungen beobachtet). Da wäre dann vielleicht Mirtazapin eher zu erwägen, wenn entsprechende Herzprobleme bestehen. Infusionen gibt es auch ambulant, zum Beispiel bei Deinem Hausarzt – aber Achtung bezüglich der Elektrolyte und keine Glukoseinfusion ohne Thiamin!!!

Hier sind viele Frauen aktiv, die viel Erfahrung haben. Wenn es Dir zu viel ist, dann kann sich hier auch Dein Partner/Mann melden. Wir haben hier immer wieder werdende Väter, die sich unterstützen lassen. Idealerweise wäre es möglich, dass Dein Zustand halbwegs erträglich wird. In dem Artikel von Frau Prof. Rohde hatte die betroffene Frau auch um einen Abbruch gebettelt und dann unter Mirtazapin die Schwangerschaft fortführen können. Und wenn Du Dich in einer Woche immer noch für einen Abbruch entscheidest, so wäre wenigstens diese Woche erträglicher gewesen.

Alles Liebe, Sonja

Abruch wegen extremer Hyperemesis und Gastritis...brauche Hi

Inga-Lisa, Sonntag, 24. September 2017, 22:26 (vor 77 Tagen) @ Arabella1984

Liebe Arabella,

Was für ein schrecklicher Zustand! Vorweg, ich respektiere Deinen Wunsch nach einem Abbruch. Aber da es Dein Wunschkind ist, wäre es wichtig, die Behandlungsmöglichkeiten, die es gibt, auszuschöpfen. Was mit vielen HG-Frauen passiert, ist schon unterlassene Hilfeleistung. Und man ist zu schwach, um sich die Hilfe woanders zu holen.
Hallo ans Forum, jemand hatte doch mal eine übersichtliche Liste der Medikamente gemacht. Wo war die nochmal?
Die Liste ist gestaffelt, erst die Mittelchen, Ingwer, Vitamin B.
Dann die Antihistaminika, Vomex und Agyrax.
Dann Ondansetron und Zofran.
Dann noch Cannabis, das legal schwer zu bekommen ist, mit dem aber einige schwere Fälle gute Erfahrungen gemacht haben.
Liebe Arabella, vielleicht kannst Du (mit Hilfe Deines Mannes?) herausfinden, welcher Arzt oder welche Klinik Dir mehr Behandlungsoptionen eröffnet, damit Du Dein Wunschkind doch behalten kannst?
Wie auch immer es ausgeht, ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!

LG Inga-Lisa

Abruch wegen extremer Hyperemesis und Gastritis...brauche Hi

schluma, Montag, 25. September 2017, 13:41 (vor 76 Tagen) @ Inga-Lisa

Hallo,

links unter "Was kann helfen??" Gelangt ihr über einen Link an eine Liste zahlreicher Dinge, die helfen können.

Viel Erfolg beim Finden und ein hoffentlich schnelles Genesen mit einem wundervollen Ausgang wünscht

schluma

Abruch wegen extremer Hyperemesis und Gastritis...brauche Hi

Sonja2, Sonntag, 01. Oktober 2017, 20:49 (vor 70 Tagen) @ Arabella1984

Liebe Arabella,

ich habe in der letzten Zeit öfters an Dich gedacht. Wie geht es Dir? Bist Du noch schwanger? Hast Du Verständnis erfahren? Wurdest Du unterstützt, egal welchen Weg Du gewählt hast?

Liebe Grüße, Sonja

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