Nach Geburt ständige Erinnerung an HG

Sternschnuppe, Donnerstag, 08. März 2018, 11:15 (vor 165 Tagen)

Hallo,
erst einmal möchte ich mich ganz herzlich für diese tolle Seite bedanken, sie hat mir in meiner HG-Zeit sehr geholfen, auch wenn ich immer nur stiller Mitleser war. Kurz zu mir, vor 3 Wochen habe ich meinen wunderbaren Sohn geboren. Dies war meine 2. Schwangerschaft mit HG von der 6.-14. Woche. Danach auch noch tägliches Erbrechen, aber ich konnte wieder am Leben teilhaben und ab der ca 20 Woche ging das Erbrechen tatsächlich weg, die Übelkeit war dennoch fast bis zur Geburt ständig da. Nun zu meiner Frage, während der HG-Zeit konnte ich nur Hörbücher hören, es ging kein Lesen, Fernsehen oder sonstwas. Nun kann ich einfach keine Hörbücher mehr hören, ohne dass ich so an die Übelkeit erinnert werde, dass mir sehr schlecht wird und ich es panisch ausstelle. Dasselbe habe ich bei bestimmten Liedern, Gerüchen oder Essenssachen, die ich während der HG-Zeit "ausprobiert" habe. Getränke ebenfalls. Habt ihr das auch? Wird das mit der Zeit besser?

Liebe Grüße
Marie

Nach Geburt ständige Erinnerung an HG

Karla-2011, Donnerstag, 08. März 2018, 20:27 (vor 164 Tagen) @ Sternschnuppe

Hallo, ich war vor etwa 6 Jahren hier sehr aktiv und dann mit etwas milderer Übelkeit nochmals 2015. Das was du beschreibst, hatte ich auch. Ein/zwei Sachen sind auch geblieben, zum Beispiel dass ich kein stilles Wasser mehr trinken kann. Und ich kann kein pudding essen , dass war eine Zeitlang mein Nahrungsmittel in der Schwangerschaft 2015. In der ersten Schwangerschaft konnte ich ebenfalls keine Hörspiele hören, nicht lesen, nicht Fernsehen. Es ging mir nur ums Überleben. Diese Dinge konnte ich aber nach und nach wieder, es hat aber sehr lange gedauert. Dazu kam aber auch der zeitliche Aspekt, die Hormonumstellung nach der Geburt und das anfreunden mit dem Mutterdasein. Das alles hat mich so in Anspruch genommen dass für diese Dinge die ich früher gerne gemacht habe, keine muße da war und eben auch die traumatische Schwangerschaft verarbeitet werden musste.
Also was ich sagen will, lass dir Zeit. Einiges kommt wieder, anderes wird ersetzt. Die Seele muss ja auch erst heilen. Das dauert. Und wenn du merkst, ach ein bestimmtes Hörspiel oder Hörbuch interessiert dich, oder du hast doch Lust auf ein gericht, welches mit deiner Hg verbunden ist, dann würde ich es langsam angehen lassen und probieren. Und wenn es halt nicht geht (so wie bei mir mit dem stillen Wasser) dann akzeptiere es so, wie es ist. Achte auf dich! Alles gute

Nach Geburt ständige Erinnerung an HG

Karla-2011, Donnerstag, 08. März 2018, 20:36 (vor 164 Tagen) @ Karla-2011

Das sind übrigens sogenannte Trigger. Die sind typisch nach einer schweren Belastung. Bitte achte ganz doll auf dich dass das Wochenbett gut verläuft. Hast du eine gute Hebamme? Sprech sie sonst darauf an. Wenn es nach einigen Wochen nicht besser wird, also wenn dir wirklich Panik kommt und dir schlecht wird, dann würde ich dir empfehlen, dich einmal an deine Frauenärztin zu wenden. Dafür ist der Nachsorge Termin auch ganz gut.

Nach Geburt ständige Erinnerung an HG

Sternschnuppe, Montag, 19. März 2018, 15:40 (vor 153 Tagen) @ Karla-2011

Liebe Karla-2011,

vielen Dank für deine Antwort! Es ist schön zu lesen, dass man verstanden wird und es dir so ähnlich ging bzw mit dem stillen Wasser bis heute so geht. In meinem Umfeld wird das eher als merkwürdig angesehen, wenn ich davon erzähle. Aber es hatte auch keiner HG und weiß nicht wie es war viele Wochen abgeschottet von der Außenwelt nur im Bett liegen zu können und duschen schon eine fast unüberwindbare Herausforderung war. Naja, ich glaube auch, dass ich das wohl noch nicht so ganz überwunden habe und werde deshalb wohl immer wieder daran erinnert. Ich werde meine Hebamme mal darauf ansprechen, vielleicht kann sie mir helfen oder mir einfach nur mal zuhören ohne zu urteilen. Manches wird vielleicht bleiben, aber das werde ich dann akzeptieren, ist dann halt so.

Danke nochmal!

Nach Geburt ständige Erinnerung an HG

StephMeph, Montag, 19. März 2018, 19:15 (vor 153 Tagen) @ Sternschnuppe

Liebe Sternschnuppe

3 Wochen, herzlichen Glückwunsch!

Ich finde es total nachvollziehbar, dass man vieles nicht mehr riechen schmecken hören oder tun kann, was in dieser schlimmen Zeit vorkam. Ich kann bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr essen, sie schmecken mir nicht mehr. Klosteine sind schwierig.

Verständnis von anderen Menschen kriegt man eher selten. Es gibt emphatische Menschen, die versuchen mitzufühlen und Verständnis zu zeigen, an denen sollte man sich halten.

Diese Erfahrung dieser Zeit hat aber irgendwas unendlich einsames. Das ist keine Krankheit, wo man wenigstens etwas unter Menschen sein kann. Nein, monatelang vegetiert man in einem dunklen Raum vor sich hin und ist nur alleine mit diesem Elend. Da muss man erst mal drüber hinweg kommen.

Ich habe, wenn sich die Möglichkeit ergab, immer wieder von dieser schlimmen Zeit erzählt. Und gesagt wie furchtbar sie war. Lange Zeit musste ich das immer wieder machen, so eine Art Therapie. Auch nach 3 Jahren nutze ich eine Gelegenheit, Mitleid zu bekommen und lasse mich darüber aus. Klingt sonderbar, aber tut mir gut ;)

Es wird aber. Vieles kann man auch neu konditionieren, in einiger Zeit kannst du dich den Dingen einfach mal aussetzen und immer mal wieder probieren, ob es nicht doch geht. Und die Sachen halt mit neuen Erfahrungen belegen.

Alles Liebe!

Nach Geburt ständige Erinnerung an HG

sari @, Samstag, 11. August 2018, 09:20 (vor 9 Tagen) @ Sternschnuppe

Hallo
Ich hab 3 HG schwangerschaften hinter mir seit, 5,11, und 15 Jahren. was noch übrig geblieben ist: wenn mir schlecht wird zb von einer Magendarm grippe...oder so.. schieb ich grad panik " oh gott, wenn ich bitte nur nicht schwanger bin"... alles andere ging jrgendwan vorbei. Mir hat es geholfen diese Zeit als ein Teil von mir anzunehmen. Es ist ein teil meiner Geschichte, ein teil meiner Vergangenheit, ein Teil der mich geprägt hat, aber auch ein Teil der mich viel gelernt hat. Wie stark und überlebensfähig und regenerationsfähig mein Körper ist, auch wenn ich damals dachte das nicht zu schaffen. Es nimmt mir die Angst vor anderen Krankheiten, da ich weiss: ich bin stark, ich kann mehr als ich meine zu könne und zu schaffen.
Viel Glück auch dir, in allem etwas postivies zu suchen und zu finden!
Schau dir dein Baby an, du kannst stolz sein auf euch beide, den ihr habt es beide geschafft und das verbindet auch! Ihr seit zusammen da durch gegangen. Ihr seit nicht alleine.

ALles gute

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