warum gibt es so wenig aufklärung über hg?

julia2, Samstag, 28. Juli 2018, 13:48 (vor 136 Tagen)

Hallo,

schwere hg wurde bei meiner ersten schwangerschaft nicht diagnostiziert und behandelt. habe in meiner verzweiflung mein wunschkind in der 10. woche abgetrieben.
ärzte haben mir auch torschlusspanik gemacht, dass ich schnell entscheiden muss, da man nur am anfang abtreiben darf.

von einer überstürzten abtreibung hält dich ja in deutschland kein arzt ab. kaum äusserst du den vagen wunsch abzubrechen, läuft alles wie am schnürchen, hier unterschreiben, da bezahlen,... gruselig

warum wird so wenig aufgeklärt?
mir wurde sofort unterstellt, dass ich das muttersein unterbewusst ablehnte.
es ist seelisch sehr belastend, schlimm krank zu sein und keine diagnose zu bekommen und nach hause geschickt zu werden.

jetzt bin ich mit kiwu-behandlung wieder schwanger und zum glück zur infusionstherapie ins krankenhaus aufgenommen. diesmal war ich aufgeklärt und mental vorbereitet.

wenn ich beim ersten mal gewusst hätte, dass es sich um eine krankheit handelt, die behandelt werden kann, hätte ich nie abgetrieben.
ich bin soo sauer.

man muss darüber aufklären. ich bin sicher dass ich nicht die einzige bin, die so überstürzt in eine völlig ungewollte abtreibung geraten ist.

julia

warum gibt es so wenig aufklärung über hg?

Deichkind, Sonntag, 29. Juli 2018, 09:54 (vor 135 Tagen) @ julia2

Liebe Julia!

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Es ist schön, dass du dich trotzdem nochmal dazu entschlossen hast und es auch geklappt hat, das freut mich sehr für dich!

Warum so wenig aufgeklärt wird kann ich dir nicht sagen. Ich verstehe deine Wut nur zu gut. Und auch deine Entscheidung damals kann ich sehr gut nachempfinden. Ich hatte HG bei der 2. ssw, bzw. es wurde nur in der 2 ssw diagnostiziert. In der ersten ssw ging es mir zwar auch nicht gut, da war die Übelkeit und das Erbrechen auch nicht ganz so schlimm wie in der 2ten. Es hieß damals es sei die normale Schwangerschaftsübelkeit, die über die 12 Wochen hinaus bei mir anhalten.

Ich glaube die schlechte Aufklärung kommt einfach davon, dass man auch noch zu wenig über die Entstehung weiß und die Ärzte auch Angst vor Medikamenten in der ssw haben. Je weniger sie da diagnostizieren, desto weniger kommen sie in die Lage Medikamente zu verschreiben. Jedenfalls könnte ich mir das so vorstellen.

Wie geht es dir denn sonst so aktuell?

Ich wünsche dir an dieser Stelle erstmal alles erdenklich gute und viel Kraft alles gut zu überstehen!

Liebe Grüße Deichkind

warum gibt es so wenig aufklärung über hg?

julia2, Donnerstag, 02. August 2018, 23:02 (vor 131 Tagen) @ Deichkind

Danke für die mitfühlenden worte!
jetzt bin ich schon die dritte woche zuhause und mit pantoprazol und agyrax unterwegs.
die küche muss lebensmittelfrei bleiben zur geruchsvermeidung. es darf nur salat, obst und rohkost hier gewaschen und zubereitet werden, gekocht wird nicht, sonst dreh ich wieder durch. aufgehoben wird auch nichts. alles wird sofort weggeschmissen und rausgebracht.
gegessen wird nur unterwegs und in restaurants und snacks auf die hand.
kuchenstücke beim bäcker gehen sehr gut und sind kalorienreich.
es läuft. wenn es so wie jetzt bleibt, halt ich das durch.
agyrax absetzen geht noch garnicht aber ok, bin ja auch erst 11+3
da ist es zu früh schon auf linderung zu hoffen.
ansonsten schlafe ich nur den ganzen tag. daran mich nützlich zu machen ist auch noch nicht zu denken.

grüsse
julia

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