Kind Nummer 2

Elise2, Dienstag, 10. Dezember 2019, 12:25 (vor 205 Tagen)

Hallo ihr Lieben, hier bin ich in der 8. Woche mit Kind Nummer 2 und meiner Hyperemesis. Ich hatte die Hoffnung drumrum zu kommen, aber es hat mich wieder erwischt. Ich finde das aller Härteste ist die Versorgung meiner Tochter. Es strengt so an. Ich bin insgesamt so entkräftet. Ich nehme Agyrax, aber es gibt mir ja leider keine Kraft zurück. Ich hoffe es hält dieses Mal nicht ganz so lange an. Bei der ersten Schwangerschaft ging es bis in die 20. Woche, danach wurde es etwas besser, aber eben nur etwas. Auch unter der Geburt habe ich gebrochen. Wie habt ihr euer erstes Kind in dieser Zeit versorgt? Ich habe dass Gefühl ununterbrochen zu unterzuckern durch Anstrengungen und Zack wird mir schlecht und es geht nichts mehr.... liebe Grüße und danke fürs zuhören!

Kind Nummer 2

Flinz, Dienstag, 10. Dezember 2019, 15:46 (vor 205 Tagen) @ Elise2

Hallo,

Ich bin in der exakt gleichen Situation wie du. 8. Woche und 1 1/2 jähriger Sohn zuhause. Ganz ehrlich. Ich schaffe es einfach gar nicht. Mein Freund also sein Papa schaut aktuell nach ihm. Heute habe ich von der Frauenärztin ein Attest für eine Haushaltshilfe bekommen, damit wir hier unterstützt werden und mein Freund wieder arbeiten kann. Ich hoffe das klappt. Sobald ich mich in irgend einer Art und Weise anstrenge muss ich mich auch übergeben. An so Sachen wie wickeln ist überhaupt nicht zu denken.

Kind Nummer 2

Elise2, Dienstag, 10. Dezember 2019, 21:33 (vor 205 Tagen) @ Flinz

Das ist echt Wahnsinn oder? Und würde die Haushaltshilfe dann auch euren Jungen mit betreuen? Ich muss zugeben, dass ich tatsächlich wieder die Frauen verstehe, die es einfach nicht packen eine zweite Schwangerschaft durchzuziehen. Aber ich will nicht aufgeben. Aus welchem Bundesland kommst du?

Kind Nummer 2

Flinz, Mittwoch, 11. Dezember 2019, 18:00 (vor 204 Tagen) @ Elise2

Ja, die soll dann das Kind mit betreuen. Dass kann auch ein verwandter oder bekannter sein, der dann von der Krankenkasse bezahlt wird. Nur haben wir hier leider niemand der das machen könnte in der Nähe.
Wir wohnen in Rheinland - Pfalz. Aber das steht dir in jedem Bundesland zu. Du musst nur ein Attest vom Arzt haben, dass du das brauchst. Meine Ärztin hat mit mir gemeinsam den Antrag an die Kasse ausgefüllt

Kind Nummer 2

Simachma, Mittwoch, 11. Dezember 2019, 20:24 (vor 204 Tagen) @ Flinz

Ich kann kurz zum Thema Haushaltshilfe was sagen: wer gesetzlich versichert ist und Kinder unter 9 Jahre (so hieß es jedenfalls damals bei mir) hat, der hat Anspruch darauf. Und zwar während der Partner / Ehemann bei der Arbeit ist - waren bei uns damals 8 Stunden.
Laut Krankenkasse heißt es Haushaltshilfe - die Bezeichnung dieses Berufs ist „Familienpflegerin“.
Gibt Diakonie oder Caritas, die das Koordinieren oder auch den Landfrauenverein - regional unterschiedlich.
Aus eigener Erfahrung: das kann eine große Entlastung sein, bei uns ging es aus verschiedenen Gründen über 15 Monate und das wird dann irgendwann anstrengend. Bei uns waren die Damen sehr unterschiedlich in ihrer Arbeit - eine hat den Haushalt pingelig gemacht, dafür kaum mit den Kindern etwas gemacht - dann gab es eine, die irgendwann begonnen hat schränke neu einzuräumen, weil sie es geschickter fand oder sie hat eigene Regeln mit den Kindern eingeführt.... kurz: es ist schon eine Entlastung, aber gleichzeitig ist es halt wie Schwiegermutter ununterbrochen mit im Haushalt... deswegen haben wir auch immer wieder einen Wechsel gemacht - kam mir zwar auch komisch vor, aber ist durchaus erlaubt und empfohlen.
Beste Grüße - haltet durch!!

Kind Nummer 2

Elise2, Donnerstag, 12. Dezember 2019, 12:25 (vor 203 Tagen) @ Simachma

Danke, dann werde ich da auf jeden Fall auch mal drüber nachdenken. Der Gedanke dass allein jemand den täglichen Haushalt übernimmt stellt ja schon eine enorme Entlastung dar.

Kind Nummer 2

Bonsai, Donnerstag, 12. Dezember 2019, 16:10 (vor 203 Tagen) @ Elise2

Hallo,
auch ich hatte eine Haushaltshilfe während der 2. Schwangerschaft.

Es gibt Haushaltshilfen in Deutschland nur, wenn man gesetzlich Krankenversichert ist. Dann gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten: eine Möglichkeit ist die, dass der Frauenarzt bescheinigt, dass die Frau durch die Schwangerschaft außerstande ist, den Haushalt zu führen und dies auch kein anderer Mensch aus dem Haushalt erledigen kann. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn eine Frau in der Schwangerschaft Bettruhe einhalten muss, weil sonst eine Fehlgeburt droht und es keinen Partner gibt, oder der Partner auf Montage ist. Dann könnte ein Pflegedienst (nach vorherige Genehmigung der Krankenkasse) mehrfach am Tag kurz vorbeischauen, EInkaufen, Saubermachen, Essen hinstellen.

Dann gibt es noch die Haushaltshilfe, die gewährt werden kann, wenn der Arzt bescheinigt, dass Elternteile, aufgrund einer Erkrankung den Haushalt nicht weiterführen können und im Haushalt ein Kind unter 12 Jahren oder ein Kind mit schwerst-mehrfach Behinderung bis 18 Jahren lebt und der Partner nicht den Haushalt weiterführen kann. Auch da muss die Kasse das genehmigen und dann kann ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes (auch private Pflegedienste machen das), einer Sozialstation oder eine Jugendhilfestation, in einigen Regionen auch spezielle Pflegevereine, die Betreuung des Kindes und nachrangig die Haushaltsführung übernehmen.

Ich kenne den ersten Fall tatsächlich nur von einer allein lebenden Schwangeren, die durch eine vorzeitige Öffnung und frühzeitige Wegen strenge Bettruhe hatte.

Ich selber hatte die 2. Haushaltshilfe, die jedoch streng nach dem DIenstplan meines Mannes gestrickt war. Sie sollte sich tatsächlich nur um das Kind kümmern, da mein Mann ja lt Krankenkasse, nach der Arbeit den EInkauf und den Haushalt zusammen mit dem 2,5 jährigen Kind machen könne....

Es war trotzdem eine Herausforderung und ich höre heute noch von anderen Mütter aus der Zeit, wie leid ihnen mein Mann mit der vielen Arbeit getan hat. Seltsamerweise höre ich nie, wie leid ich jemandem getan habe....ich habe auch noch nie gehört, dass Mütter bemitleidet werden, weil sie alleinerziehend oder semialleinerziehend sind (weil der Mann zB auf Montage ist)....Seltsam....

Auf jedenfall würde ich immer dazu raten, sich den Antrag der Krankenkasse (gibt es bei vielen bereits im Internet zum downloaden) zu holen, einen Arzt bescheinigen zu lassen, den Dienstplan des Partner in Kopie und ab per Fax/ E-Mail oder Post zur Krankenkasse. Dann den Bescheid abwarten und damit alle Pflegedienste der Region (findet man zB bei der Internetseite der AOK) abtelefonieren. Es macht auf jeden Fall Sinn. Und ja, leicht ist es trotzdem nicht.

Kind Nummer 2

Elise2, Donnerstag, 12. Dezember 2019, 17:29 (vor 203 Tagen) @ Bonsai

Ja, ok danke. Ich zähle wieder jeden Tag und es ist so unendlich anstrengend. Ich bin auch so luftnötig obwohl ich ja erst in der 9. Woche bin. Kennt ihr das auch? Es ist wirklich immer als sei ich joggen gewesen oder so. Bonsai ich kenne dich noch aus meiner ersten Schwangerschaft vor 2,5 Jahren. Kann das sein?

Kind Nummer 2

Bonsai, Donnerstag, 12. Dezember 2019, 20:57 (vor 203 Tagen) @ Elise2

Hallo Elise,
ja vor 2017 habe ich hier auch schon geschrieben. Allerdings sind meine Kinder bereits älter.
Hier kommt bald die Pubertät.....

Kind Nummer 2

Carolin @, Dienstag, 14. April 2020, 16:56 (vor 79 Tagen) @ Simachma

Hallo,
ich finde es interessant, dass du schreibst man bekommt die Haushaltshilfe für die ganze Zeit in der der Partner bei der Arbeit ist. Ich bereite mich gerade auf die nächste HG Schwangerschaft vor und habe den Antrag zur Sicherheit auch schon hier liegen. Meine FÄ hat mir allerdings gesagt sie kann da nicht so viele Stunden aufschreiben, je nachdem wie es mir geht aber höchstens 6 am Tag … Mein Mann arbeitet aber mehr Stunden am Tag.

Kind Nummer 2

Simachma, Mittwoch, 15. April 2020, 01:26 (vor 79 Tagen) @ Carolin

Haushaltshilfe
Bei mir war das damals von 9 bis um 17 Uhr. Und das lag vermutlich daran, dass ein Kind unter 3 Jahren versorgt werden musste, das nicht in einer Kita war. Als das Kind dann in den Kindergarten kam wurden die Stunden reduziert.
Mein Mann ist übrigens auch jeden Tag länger unterwegs, es geht um die offizielle Arbeitszeit, Weg zur Arbeit zählt für die Kasse nicht zu diesen Stunden und an den Urlaubstagen des Partners gibt es auch keine Hilfe, da ist er ja zu Hause und kann die Kinderbetreuung machen. Da es 2 Kinder im Haushalt gab unter 6 Jahren damals wurden uns die 8 Stunden genehmigt. Lief auch ganz zügig, weil ich in der Klinik war und mein Mann der Krankenkasse seinen Verdienstausfall dann vorgelegt hat. Und so war ich in der Klinik, mein Mann bei der Arbeit und die Familienpflegerin bei den Kindern. War bei uns aber auch immer wieder problematisch!

Kind Nummer 2

Anne @, Montag, 23. Dezember 2019, 23:40 (vor 192 Tagen) @ Flinz

Liebe „Elise“,

hier also meine Antwort auf Deine Frage im Thread "Methylprednisolon und Mirtazapin" (http://hyperemesis.de/forum/index.php?id=29224)

Schön, dass Du Dich meldest. Seit Du geschrieben hast, da hast Du wieder einen Tag hinter Dich gebracht – immerhin. Vielleicht ein kleiner Trost, aber ich rede und schreibe mich ja leicht, schließlich muss ich es nicht durchstehen.

Mir fallen drei Dinge ein. Das eine ist, dass Du mit Embryotox telefonieren könntest wegen der Dosierung des Antihistaminikums. Es gab eine Studie von Atanackovic, Navioz, Moretti & Koren – allerdings aus dem Jahre 2001 – zu einer höheren Antihistaminikadosis bei NVP/HG. Die Dosis wurde wirklich erhöht, allerdings will ich nicht näher darauf eingehen, damit das hier nicht als Empfehlung missverstanden werden könnte. Du bist Ärztin, Du könntest Dir das ansehen und mit Embryotox und Deinen Dich behandelnden Ärzten diskutieren. Hier der Link zur Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11504271 (Atanackovic, G.; Navioz, Y.; Moretti, M. E.; Koren, G. (2001): The safety of higher than standard dose of doxylamine-pyridoxine (Diclectin) for nausea and vomiting of pregnancy. In: J Clin Pharmacol 41 (8), S. 842–845.) Wenn ich das richtig verstanden hatte, so hattest Du in Deiner letzten Schwangerschaft pro Tag 1 bis 1 ½ Tabletten Agyrax pro Tag genommen. Du als Ärztin könntest nun einen Blick in die norwegische Leitlinie werfen, welche eine Dosierungsempfehlung für das Meclozin enthält (http://www.nfog.org/files/guidelines/7%20NGF%20Obst%20hyperemisis%20Vikanes.pdf). Außerdem gibt es eine deutsche Veröffentlichung in einem Fachmagazin von 2015, welche ebenfalls eine Dosierungsempfehlung für das Meclozin enthält (ich verlinke sie nicht – wieder damit das nicht als Empfehlung missverstanden wird, zumal hier eine deutlich abweichende Dosierung angegeben ist) und dann könnte man ja auch mal zum Vergleich einen Blick in den Beipackzettel z. B. von ITINEROL B6 werfen … Wie gesagt: Nur als Diskussionsgrundlage. Bitte bespreche das mit Embryotox und den Dich behandelnden Ärzten, denn es ist ja auch noch die Frage, wie gut Du das verträgst mit Deiner Neigung zur Bradykardie, von der Du mal geschrieben hast und mit möglichen Elektrolytstörungen aufgrund der HG.

Das zweite, was ich Dir noch mitgeben schließt hier direkt an: Ich erinnere mich an eine Ärztin, die ebenfalls zu Hause in Eigenregie mit Infusionen versorgt wurde. Es kam zu Komplikationen und was sich rückblickend herausstellte war, dass es keine einzige Elektrolytbestimmung gab. Es kann aber bei HG zu deutlichen Störungen sowohl im Natrium- wie auch des Kaliumhaushalts kommen, zudem zu einem Thiaminmangel, was die Glukoseinfusionen so gefährlich macht. Pass da gut auf Dich auf und sorge dafür, dass regelmäßige Laborkontrollen erfolgen - solltest Du wie in der letzten Schwangerschaft erneut in Eigenregie eine Infusionstherapie anfangen - und lass einen Mediziner kontrollieren, ob Deine Infusionstherapie so passt. Du bist durch die HG geschwächt und möglicherweise mental eingeschränkt, zudem wirkt das Meclozin ja auch auf die kognitiven Funktionen. Da ist ein zweites paar Augen sicherlich nicht verkehrt, damit Dir da keine Fehler unterlaufen.

Als drittes möchte ich noch in den Raum stellen, dass Du Dir überlegen könntest, wie Du weiter vorgehst, sollte es noch schlimmer werden. Vielleicht entspannt es Dich ja, wenn Du einen Plan hast mit klar definierten Punkten: ab wann gehst Du ins Krankenhaus, ab wann beantragst Du die Haushaltshilfe, ab wann bindest Du Deinen Partner mehr mit ein, ab wann diskutierst Du die Medikation …

Und noch etwas, was mir gerade beim Durchlesen Deiner alten Beiträge aufgefallen war: Vor zwei Jahren hattest Du die Vermutung formuliert, dass es sich um eine genetische Prädisposition handeln könnte: „Ich bin überzeugt davon, dass es einen hormonellen Hintergrund gibt mit genetischer Prädisposition. Wer weiß, vielleicht handelt es sich eben um ein Gen, welches gleichzeitig eine Immunsuppression verursacht (Erkältungen, etc.)“ (http://hyperemesis.de/forum/index.php?id=28441) Hast Du mitbekommen, dass ein Genabschnitt inzwischen gefunden wurde? Hier der Link zur Zusammenfassung auf Deutsch: http://www.hyperemesis-netz.de/gdf15--igfbp7.html

Ich wünsche Dir, dass Du morgen ein Weihnachtsfest erleben kannst, welches Dich froh stimmt. Auch wenn Du selber mit Übelkeit und Erbrechen nur Zuschauerin sein solltest, so wird Deine Tochter diesmal Weihnachten bereits bewusst erleben und das Leuchten in ihren Augen Dich erfüllen.

Alles Liebe, Anne

Kind Nummer 2

Elise2, Montag, 06. Januar 2020, 11:54 (vor 178 Tagen) @ Anne

Liebe Anna, bitte entschuldige, dass ich mich jetzt erst melde, aber mir ging es die letzten zwei Wochen wirklich schlecht. Auch heute ist kein guter Tag, aber die Kita ist auf und ich kann mich nochmal ausruhen. Ich wollte dir nur kurz danken für deine ausführlichen Gedanken zu dem Thema und habe mir einiges davon angenommen. Ich habe zur Zeit irgendwie die Motivation verloren jeden Tag als einen Tag weniger zu betrachten, denn ich bin gerade in dieser Dauerschleife gefangen und irgendwie fertig. Dabei bin ich gerade erst 12. Woche, das ist so furchtbar. Ich werde weiter kämpfen, aber es ist wirklich hart.

Kind Nummer 2

Theresa, Berlin, Sonntag, 23. Februar 2020, 17:07 (vor 130 Tagen) @ Elise2

Die Lösung----> Kind Nr. 3

Kind Nummer 2

Elise2, Montag, 27. April 2020, 17:07 (vor 66 Tagen) @ Theresa

Ich wollte mal ein kurzes Statement abgeben. Ich dachte ja, dass mich zwei Wochen Schließzeit im Winter schon umbringen (Kita meine ich). Aber nun das!?? Corona.., das fehlte mir noch zu meiner Hyperemesis. Die Zweijährige zuhause. Ich habe jetzt eine Notbetreuung von vier Stunden obwohl meine Frauenärztin eigentlich explizit schrieb, das die Notbetreuung notwendig ist für die Vermeidung eines stationären Aufenthaltes.
Wir hatten uns gegen eine Haushaltshilfe entschieden obwohl es wohl sinnvoller gewesen wäre. Ich breche nicht mehr so viel, aber dennoch geht es mir nicht gut. Es ist eine harte Zeit und meine kleine Tochter ist hoch aktiv. Sie fordert einen schon als gesunder Mensch und bringt einen an die Grenzen. Ich bete für Öffnung von Spielplätzen und Kitas jeden Tag.
Ich bin nun 28. SSW und belastend ist nach wie vor der extreme Speichelfluss sowie die Schlappheit. Obwohl alles schon wieder so normal ist, so wünscht man sich doch ein bisschen normales Leben. Es ist so hart.

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