Nach HG-Schwangerschaft ständig krank

Kapuze, Samstag, 08. Februar 2020, 10:52 (vor 156 Tagen)

Ihr Lieben, vielen Dank für dieses Forum! Ich habe hier in der Schwangerschaft immer mal mitgelesen, aber nichts geschrieben.
Die Schwangerschaft war hart. Auch wenn das Erbrechen nach ca. der 18. Woche weniger wurde ich immer gerade so ums Krankenhaus herumgekommen bin, hielt die lähmende Übelkeit bis zur Geburt an. Meine Tochter ist jetzt dreieinhalb Monate und wenn ich an die Zeit zurück denke, dann fühlt es sich an, als hätte ich eine schwere Krankheit überlebt.

Bei mir wurde die Situation nach der Geburt leider zunächst einmal nicht besser. Ich war die ersten vier Wochen unglaublich erschöpft und konnte gar nichts. Danach war ich dann ständig krank. Ich konnte die Zeit mit Kind überhaupt nicht genießen, denn auch wenn die Übelkeit weg war, war ich überhaupt nicht handlungsfähig. Ich hatte zunächst eine Zahnentzündung. Der Zahn ließ sich nicht betäuben (habe ich vorher noch nie erlebt) und so gab es zwei Wurzelbehandlungen an dem Zahn, bei denen ich dem Zahnarzt an der Decke hing. Der Zahn wurde schließlich. Es folgte eine Brustentzündung mit über 40 Fieber, dann eine Nagelbettentzündung, bei der mir der Finger aufgeschnitten werden musste, dann eine weitere Zahnentzündung (der Zahn konnte mit einer Resektion immerhin gerettet werden) und dann noch zwei Erkältungen. Und nebenbei eigentlich noch Wochenbett.

Jetzt meine Frage: Kennt jemand sowas? Kann das mit HG zusammenhängen? Ich hab den Verdacht, dass mein Körper nach den harten Monaten noch geschwächt ist und dass ich womöglich Nährstoffmängel habe, weil ich mich zumindest gefühlt über Monate von Toast mit Nutella und Schokoflakes mit kalter Milch ernährt habe.

Falls das jemand kennt, wäre ich dankbar für Tipps. Ich würde fast alles machen, um wieder richtig auf die Beine zu kommen. Ein Nahrungsergänzungsmittel nehme ich seit ca. vier Wochen.

Nach HG-Schwangerschaft ständig krank

Sonja2 @, Samstag, 08. Februar 2020, 11:22 (vor 156 Tagen) @ Kapuze

Liebe „Kapuze“

herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deiner Tochter. Du bist für ihr Leben einmal durch die Hölle gegangen und das verdient großen Respekt. Du darfst zurecht sehr stolz auf Dich sein. Und ich freue mich für Dich, dass Du diese Zeit hinter Dich gebracht hast und möchte Dir ganz herzlich zur Geburt gratulieren, auch wenn das nun schon drei Monate zurückliegt.

Zu Deiner Frage: Ja, ich kenne das, dass ich nach der Geburt meines ersten Kindes nach einer schweren HG-Schwangerschaft sehr erschöpft und müde war. Einer der Gründe bei mir war eine Schilddrüsenunterfunktion, die dann nach einiger Zeit endlich diagnostiziert und behandelt wurde, womit es mir schlagartig sehr viel besser ging. Später habe ich in einer großangelegten Register-Studie gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schilddrüsenautoimmunerkrankung, welche mit einer Unterfunktion einhergeht, nach einer HG-Schwangerschaft erhöht ist. (Einige andere Autoimmunerkrankungen sind ebenfalls häufiger in der HG-Gruppe erfasst worden). Das traf also auf mich zu. Ob das bei Dir ebenfalls eine Ursache sein könnte, das weiß ich jetzt natürlich nicht. Auch ein Vitamin- und Eisenmangel wäre nach einer HG-Schwangerschaft nicht ungewöhnlich. Ein Immunsystem, welches beeinträchtigt zu sein könnte, bedarf aus meiner Sicht ohnehin eine Abklärung. Hast Du einen Hausarzt Deines Vertrauens?

Das grundsätzliche Problem ist ja: die HG wird oft nicht als schwere Erkrankung gesehen, anerkannt oder behandelt. Es ist ja eher ein „reingesteigerter“ Zustand, der den Betroffenen unterstellt wird. Und wenn die Schwangerschaft dann vorbei ist, dann spätestens sollte doch wieder alles gut sein. Ist es aber häufig leider nicht. Die Psyche leidet unter dem Erlebten und der Körper ist geschwächt. Betroffene berichten von den unterschiedlichsten Leiden nach der HG-Schwangerschaft. Meinem Eindruck als Nicht-Medizinerin nach scheint sich das wirklich länger auswirken zu können – das sage ich jetzt rein so auf der Basis dessen, was ich hier von anderen über die Jahre mitbekommen habe. Wissenschaftlich erfasst sind diese Folgen nach meinem Kenntnisstand kaum. Aber es ist sicherlich keine „Spinnerei“, denn eine HG-Schwangerschaft ist eine enorme Belastung für den Körper.

Wie gesagt: Mir hatte es geholfen, mit meinem Arzt auf Eisenmangel, Schilddrüse etc. zu schauen. Das wäre der Tipp, den ich Dir geben könnte.

Alles Liebe, Sonja

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