Cariban

Sonja2 @, Samstag, 22. Februar 2020, 00:31 (vor 2184 Tagen) @ Claudia82

Liebe Claudia,

es freut und erleichtert mich zu lesen, dass sich die Ärzte gut um Dich kümmern und sich dafür eingesetzt haben, dass Du auch ambulant versorgt wirst. Gerade mit Deinem Hintergrund, der mir sehr leid tut. Tja, man könnte meinen, dass 64 Jahre (ab 1956) bzw. 44 Jahre (ab 1976 gerechnet) reichen müsste … aber möglicherweise war es Deiner Ärztin nicht bekannt, dass Cariban im Ausland schon so lange erprobt ist und sie wusste lediglich darum, dass es in Deutschland eben erst seit Mitte letzten Jahres auf dem Markt ist.

Es gibt sehr, sehr viele Untersuchungen zu der Doxylamin/Pyridoxin-Kombination, die wie schon geschrieben, in Kanada unter dem Namen Diclectin® verkauft wird. Diclectin® enthält die gleichen Wirkstoffmengen, nämlich ebenfalls „doxylamine succinate and pyridoxine hydrochloride delayed release tablets (10 mg/10 mg)“ – also wohl auch ebenfalls mit zeitverzögerter Freisetzung. (Link zu Diclectin-Produktionformation von Duchesnay Inc. auf englisch)

Eine dieser Untersuchungen beschäftigte sich mit der Dosierung. Man ging der Frage nach, ob es vertretbar ist, das Diclectin® höher zu dosieren als die empfohlene Standarddosierung von bis zu 4 Tabletten täglich. Hier die Studie:

Atanackovic, G.; Navioz, Y.; Moretti, M. E.; Koren, G. (2001): The safety of higher than standard dose of doxylamine-pyridoxine (Diclectin) for nausea and vomiting of pregnancy. In: J Clin Pharmacol 41 (8), S. 842–845. (Pubmed-Link)

Diese Studie ist ja nun schon ein wenig älter und ich weiß nicht, ob es dazu neuere Erkenntnisse gibt. Dennoch will ich Dich das wissen lassen, denn wenn Du jetzt Ärzte hast, die bereit sind, sich einzulesen und sich für Dich einzusetzen, dann könntest Du mit ihnen besprechen, ob Du - sollte Dir die Medikation nur unzureichend helfen - bei Bedarf mit der Dosierung hochgehen könntest oder ob bei Dir etwas dagegenspricht bzw. neuere Erkenntnisse dagegensprechen.

Du bist nicht alleine. Und Du übertreibst nicht. Seekranke Matrosen hat man an den Mast gebunden, damit sie nicht vom Schiff springen. Cicero wünschte sich im seekranken Zustand auf das Schlachtfeld zurück. Und in dem Film "Sick" von Charlotte Howden findet sich am Ende eine Einblendung, die eine HG-Betroffene wiedergibt: „I have dealt with two HG pregnancies in the last 6 years, as well as diagnosis and treatment for cancer … I found HG much more difficult to handle“ – sinngemäß übersetzt: „Ich habe mich in den letzten 6 Jahren mit zwei HG-Schwangerschaften sowie mit der Diagnose und Behandlung von Krebs herumgeschlagen ... HG fand ich viel schwieriger zu bewältigen.“ (Link zum Trailer)

Alles Liebe, Sonja


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