Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

TalaMi, Montag, 01. April 2024, 11:19 (vor 18 Tagen)

Hallo ich bin momentan in der Woche 20 +6 und leider seit der 7. Woche unter HG. Ich bin zum 4. Mal im Krankenhaus und ohne Medikamente komme ich kaum über den Tag. Selbst mit den Medikamenten kann ich kaum etwas Essen. Habe in einer Woche 3- 4 Kg abgenommen.
Geht es jemandem genauso? Ich bin echt verzweifelt und weiss nicht mehr weiter. Da unter der Infusionstherapie die Ketone mittlerweile negativ sind sehen die Ärzte keinen Grund mich länger stationär zu halten.

Doch wenn ich 2 bis 3 Tage zu hause bin fängt der horror von vorne an und die erhöhten Ketone fördern die übelkeit und das erbrechen nur.
Diese dauerhafte übelkeit und die zusätzlichen Magenschmerzen sind einfach nur schrecklich. Und wenn ich tabletten nehme wird es noch schlimmer.
Der arzt meine ich kann ja in 2 oder 3 Tagen wieder kommen wenn die werte wieder schlecht sind.
Habe so kaum noch kraft.
Hat jemand eine idee?
Bin wirklich am ende.
Vomex, Agyrax, Odansetron, Cariban alles als Tablette unf Zäpfchen probiert.
Ich liege nur noch im Bett und starre die Decke an.
Tv, lesen verstärkt den schwindel und die übelkeit nur.
Mir wurde gesagt ab der 12. wird es besser.
Ich kam in die 12.
Dann hieß es ab der 16. Wird es besser.
Als ich in der 16. War hieß es ab der 18.
Dann kam ich in die 18. Dann wurde es die 20.
Jetzt komme ich in die 22. Und kämpfe immernoch jeden Tag.

Gibt es jemanden der auch darunter leidet und hat vielleicht eine Lösung gefunden?
Ich fühle mich richtig alleine :( und die Ärzte nehmen mich einfach nicht ernst.

Lg an euch

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

AnnaM, Dienstag, 02. April 2024, 20:11 (vor 17 Tagen) @ TalaMi

Kannst du dich in eine Uniklinik bringen lassen, vielleicht kennt man sich dort besser mit dieser schrecklichen Erkrankung aus. Hast du schon eine Cortisontherapie bekommen? Das ist bei therapieresistenten Fällen oft schon hilfreich gewesen wenn nichts anderes half. Gibt auch hier im Forum Fälle, falls du die Kraft hast zu schauen. Ich kann mir gut vorstellen wie anstrengend es ist ständig wieder in die Ketose zu rutschen.

Alles Gute für dich.

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

TalaMi, Dienstag, 02. April 2024, 20:44 (vor 17 Tagen) @ AnnaM

Hatte insgesamt schon 2 Cortisontherapien
Die erste hat kurzfristig Besserung verschafft bei der zweiten war keinerlei Wirkung mehr.
Bevor ich den Beitrag gepostet habe habe ich mir alle Posts hier durchgelesen.
Das meiste habe ich probiert doch leider keine Besserung.
Habe auch Akupressur, Akkupunktur und Tees versucht.
Ich weiss einfach nicht wie ich das die restlichen Wochen noch aushalten soll und kann.
Sind die Uniklinik en auf Hyperemesis spezialisiert?
Hatte jetzt 4 mal die Ketone vierfach positiv.
Das möchte ich nicht nochmal erleben das war einfach nur schlimm.
Hast du schon erfahrung mit HG?

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

Sonja2, Sonntag, 07. April 2024, 09:57 (vor 12 Tagen) @ TalaMi

Hallo, liebe TalaMi,

es tut mir sehr leid für Dich, dass Du seit 14 Wochen nun diesen fürchterlichen Zustand ertragen musst und zu den Frauen gehörst, bei denen auch die Third-line-Medikation nicht ausreichend Besserung bringt. Deine Schilderung Deines Zustands zeugt von großer Not.

Du fragst, was noch helfen könnte. Ich gehörte auch zu den Frauen, bei denen die Spuckerei bis zur Geburt andauerte. Bei mir wurde es in beiden Schwangerschaften zwischen der 25 und der 30 SSW besser. Besser war weit entfernt von gut, aber es fühlte sich immerhin so an, als hätte ich den Ausgang der Hölle erreicht. Bis dahin benötigte ich tägliche Infusionen, was wir in der zweiten Schwangerschaft weitestgehend ambulant geschafft haben dank eines sehr unterstützenden Hausarztes, der regelmäßig die Elektrolyte kontrollierte und mir in seiner Praxis Infusionen gab und dank einer Bereitschaftspraxis am Wochenende.

=> Das wäre mein erster Tipp: Hole den Hausarzt mit ins Boot. Bespreche mit ihm, was an stationärer Versorgung auch ambulant möglich sein könnte.

Meine Empfehlung, Dich an den Hausarzt zu wenden, hat noch einen zweiten Hintergrund. Du berichtest von den Magenschmerzen. Ich selber hatte eine Entzündung des Magens und eine Entzündung der Speiseröhre während der HG entwickelt, was mittels Spiegelung nach der Entbindung bestätigt wurde. Mein Hausarzt hatte mir aufgrund bestimmter Symptome in Absprach mit dem Gyn Omeprazol (ein Medikament, welches die Produktion von Magensäure blockiert) verordnet und das brachte dann für mich tatsächlich eine entscheidende Besserung. Mein Bedarf an Ondansetron ging daraufhin deutlich zurück. Weder das Würgen noch das Erbrechen war mehr so sauer und wenn mir Mageninhalt hochstieg. So konnte ich das Erbrechen besser kontrollieren.

=> Das also ist mein zweiter Tipp: Schildere Deinem Hausarzt Deine Magenbeschwerden. Zum einen ist es wichtig, dass hier nichts übersehen wird, sollte es ein weiteres medizinisches Problem bei Dir geben neben der HG. Zum anderen ist ein Magesäureblocker eventuell tatsächlich eben noch eine weitere medikamentöse Option.

Das führt auch direkt zu meinem dritten Tipp. Dieser bezieht sich auf die Medikation. Du hast ja schon viele Medikamente probiert und man hat beim Lesen Deiner Schilderung zunächst den Eindruck, dass Du zu der kleinen Gruppe von HG-Frauen gehörst, bei denen diese allesamt versagen. Hier im Forum waren aber auch die letzten Jahre immer wieder Frauen, die schilderten, dass bei ihnen z. B. Ondansetron nicht wirkt. Doch dann stellte sich heraus, dass sie dieses in einer eher homöopatischen Dosis verordnet bekommen haben. Ich erinnere mich an mehrere Frauen, die 2 x 2 mg nahmen, was ihnen gar nichts brachte. Aber als der Arzt dann auf 4 mg erhöhte, wurde es besser. Es gab hier auch Frauen, die bei 4 mg keine Wirkung spürten, jedoch bei 8 mg. Doch das ist jetzt keine Empfehlung, eigenmächtig die Dosierung zu steigern! Das muss der Arzt entscheiden, denn Ondansetron kann auch z. B. Herzrhythmusstörungen machen. Also Dosisänderungen unbedingt und immer mit dem Arzt besprechen!!!

=> Doch Du könntest – und genau das ist mein dritter Tipp – mit Embryotox telefonieren, um mit denen die prinzipiell möglichen Dosierungen zu besprechen und prüfen, ob da noch grundsätzlich Möglichkeiten bestehen, Deinen Zustand zu stabilisieren.

Du schreibst außerdem, dass Du innerhalb einer Woche 3 bis 4 kg abgenommen hast, im Krankenhaus aber rasch keine Ketonkörper im Urin oder Blut mehr festgestellt wurden. Hast Du Glukoseinfusionen erhalten? Wenn ja, dann ist wichtig, dass Du weißt: Glukoseinfusionen dürfen bei HG nie ohne Thiamin (ein B-Vitamin) gegeben werden.

=> Habe da bei den nächsten Infusionen unbedingt ein Auge darauf, dass keine Glukoseinfusion ohne Thiamin gegeben wird.

Wieviel hast Du denn insgesamt bereits abgenommen?

Dass man Dich so rasch immer wieder entlässt, das klingt ein wenig danach, als würde man die Aufenthalte aus Abrechnungsgründen kurzhalten wollen. Ich würde Dir sehr wünschen, dass ein Teil der stationären Versorgung auch ambulant für Dich möglich wird! Hast Du denn einen Hausarzt oder einen Internisten Deines Vertrauens?

Ich freue mich, von Dir zu lesen und wünsche Dir von Herzen, dass Du am heutigen Tag ein paar Momente hast, in denen es ein wenig erträglicher ist und Du Dich auf Dein Kind freuen kannst.

Liebe Grüße,
Sonja

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

TalaMi, Sonntag, 07. April 2024, 11:30 (vor 12 Tagen) @ Sonja2

Hallo liebe Sonja <3

Ich freue mich wirklich von dir zu lesen!
Ich komme Mittwoch in die 23. Woche.
Es wäre wirklich ein Lichtblick wenn es ab der 25. Woche besser wird.
Ich gehe jetzt einmal die Woche zusätzlich noch zur Akkupunktur.
Versuche es mit Schwangerschaftstee.
Nehme Nausema seitdem ich entlassen wurde.


Beim Hausarzt habe ich es auch schon versucht er verweist auf meinen Frauenarzt. Das er dafür zuständig sei so wie für die Infusionen.
Wollte den Frauenarzt dann wechseln aber die andere Frauenärztin sagte mir das geht nur pro quatal und da es schon abgefangen hat kann sie nichts machen weil man nur einmal im quatal geld für schwangere bekommen würde.
Das gesundheitssystem ist so erstellt worden das nur das geld im fokus liegt und nicht der Patient. Ob es jetzt im Krankenhaus, beim Gyn oder Hausarzt ist.
Keiner fühlt sich verantwortlich.
Keiner will helfen.
Denn das könnte ja zu teuer werden.
Es kommen nur so Aussagen das es jetzt mal langsam vorbei sein müsste.
Trotz meines zustandes muss ich immer wieder kämpfen oder es über mich ergehen lassen.
Es hört sich wirklich hart an aber ich zähle schon die Tage an denen es endlich vorbei ist.
Embryotox habe ich zweimal kontaktiert.
Sie sagten sie können mir nicht weiterhelfen was ich zusammen nehmen kann und wie viel müssen die ärzte entscheiden.
Agyrax nehme ich morgens und abends 25mg.
Jeden morgen 40mg Pantoprazol.
Bei bedarf 2x täglich 4mg ondansetron.
Und wenn es gar nicht auszuhalten ist vomex als kapsel oder als zäpfchen.
Im krankenhaus habe ich immer Glukose und Frekavit i.v bekommen da ist thiamin mit enthalten.
Insgesamt habe ich nur 6 bis 8 kg abgenommen. Ich weiss klingt jetzt absolut nicht nach viel und ist auch noch vollkommen in Ordnung. Aber mir geht es einfach grottenschlecht.
Ich kann nichts machen.
Nicht kochen. Keine wäsche. Nicht einkaufen. Mich nicht um meine 5 jährige tochter kümmern. Besuch empfangen geht nur selten und mit großer Anstrengung. Man ist total sozial abgeschottet. Auto fahren ging ohne Medikamente schon nicht und mit den Medikamenten erst recht nicht. Jede kleine Anstrengung verschlimmert es nur.
Das Kind entwickelt sich mehr als gut. Keinerlei nachteile. Es nimmt sich alles was es braucht. Und das ist auch gut so.
Ich weiss das es das wichtigste ist das es den kind gut geht aber ist es wirklich so verwerflich sich das auch für sich selbst zu wünschen?
Bin ich deswegen ein schlechter Mensch das ich mir wünsche das es mir auch gut geht?

Ich hoffe das es ab jetzt von Woche zu Woche besser wird und ich irgendwann berichten kann das es mir wieder super geht und ich die Medikamente reduzieren kann.
Du hast mir Hoffnung gegeben.
Und das gefühl nicht mehr alleine zu sein.
Da die meisten Ärzte sagen das kann doch nicht sein.
Wollen sie nicht das es ihnen besser geht?
Bestimmt psychisch bedingt.
Das müsste längst weg sein.
So einen fall hatten wir noch nie.
Ich würde mich freuen wieder von dir zu lesen.

Ganz liebe Grüße deine TalaMi

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

Sonja 2 @, Montag, 08. April 2024, 19:43 (vor 11 Tagen) @ TalaMi

Hallo, liebe TalaMi,

es tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte. Ich hatte Deine rasche Reaktion gestern vormittag gelesen, war aber verabredet. Dass ich selber die HG zweimal durchgemacht habe, das hatte ich ja glaube ich geschrieben. Irgendwann wird es auch für Dich Geschichte sein, Du kannst zurückblicken, Dich erinnern an eine fürchterliche Zeit, Dich aber gleichzeitig an Deinen Kindern freuen und weißt: es ist überstanden und es hat sich gelohnt! So jedenfalls geht es mir. Ich bin gottfroh, diesen Zustand nicht mehr erleben zu müssen und gleichzeitig voll Dankbarkeit, dass ich diese zwei wundervollen Kinder habe. Es hat sich gelohnt. Und dass Du bald genauso zurückblicken kannst, das wünsche ich Dir!

Was ich bei Deiner Schilderung wirklich mit großem Bedauern lese ist, wie schwer es ist, einen Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung zu bekommen. Ich habe gestern und heute noch ein wenig darüber nachgedacht und möchte Dir etwas vorschlagen, was sich gleichzeitig falsch und richtig anfühlt. Die Situation ist ja einfach so, wie sie ist. Die Frauenärztin nimmt Dich nicht, weil das neue Quartal schon begonnen hat. Der Hausarzt verweist Dich an den Frauenarzt, von dem Du Dich aber nicht gut versorgt fühlst. Der Frauenarzt verweist Dich womöglich an das Krankenhaus. Das Krankenhaus ist bemüht, Dich nicht länger als drei bis vier Tage stationär versorgen und kalkuliert bei Entlassung schon mit der nächsten Aufnahme ... Du schreibst ja, dass Du den Eindruck hast, dass zumindest manche dieser Entscheidungen so getroffen werden, weil finanzielle Überlegungen im Vordergrund stehen. Das deckt sich mit meiner Beobachtung aus meiner Aktivität hier in dem Forum sowie mit meinen eigenen Erlebnissen während meiner HG-Schwangerschaften.

Wenn Du aber anbietest, für Kosten als Selbstzahlerin aufzukommen, dann könnte Dir das womöglich eine bessere Behandlung eröffnen. Wie gesagt, das ist falsch und richtig zugleich. Denn es dürfte nicht sein, dass man nur als Selbstzahlerin eine gute HG-Behandlung erhält. Doch wenn dem so ist, so ist das gut investiertes Geld. Du bist ja schon weit in der Schwangerschaft. Ich will Dir keine falschen Hoffnungen machen, doch es könnte tatsächlich sein, dass es in ein paar Wochen leichter wird. Es geht also womöglich „nur“ darum, noch ein paar Wochen zu überbrücken.

Ich habe das so gemacht. Ich erhielt Ondansetron. Dass Ondansetron die richtige Therapie in meiner Situation ist, davon waren mehrere Ärzte aufrichtig überzeugt inklusive meines Frauenarztes. Doch Ondansetron ist nur zugelassen für einen sehr eingeschränkten Bereich von Beschwerden. Der Einsatz bei HG ist ein Off-Lable-Use und eine Verordnung im Off-Lable-Use geht mit einem Regress-Risiko für den verordnenden Arzt einher. Also erhielt ich Privatrezepte und zahlte an die 20 € pro Tag für die Medikamente. Das war viel Geld und kostete uns definitiv einen Urlaub. Aber es war so viel klüger, das Geld in diese Versorgung zu stecken als in einen Urlaub. Vielleicht hätte ich es doch noch irgendwie erstattet bekommen oder irgendwoher auf Kassenrezept ausgestellt bekommen – doch wir hatten nicht die Kraft, das zu organisieren. Also haben wir das selber gezahlt. Dann hatte ich einen Hausarzt, der die Infusionen privat in Rechnung gestellt hat. Auch das habe ich gezahlt, bis ich eine bessere Alternative gefunden habe. Auch diesbezüglich war es so, dass es definitiv die bessere Entscheidung gewesen war, die Infusionen selber zu bezahlen, als darauf zu verzichten bzw. für die Infusionen mich stationär aufnehmen zu lassen. Ich habe mir dann immer wieder vor Augen geführt, was Paare zahlen, die IVF-Behandlungen auf sich nehmen müssen. Kinder kosten Geld. Nach der Geburt sowieso und manchmal halt auch schon davor. Auch medizinische Versorgung kostet eben manchmal. In etlichen nordischen Ländern wird einem der Gyn und auch der Hausarzt zugeteilt. Wenn das nicht funktioniert – und das ist bei HG immer wieder der Fall – bleibt beim Arztwechsel nur das Selbstzahlermodell. Es ist nicht unüblich, dass Patienten dann lieber selber für Rechnungen aufkommen, als sich mit einer unzureichenden Versorgung ausgeliefert zu sehen.

...

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

Sonja 2 @, Montag, 08. April 2024, 19:47 (vor 11 Tagen) @ Sonja 2

...

Natürlich ist das immer davon abhängig, was finanziell möglich ist. Doch wenn ein Urlaub möglich ist, dann ist es eine Überlegung wert, ob man diesen nicht für die Gesundheit opfern möchte. Wie gesagt, es ist falsch, dass die Situation so ist, dass man Versorgung als Selbstzahler einfacher erhält als zu Lasten der Krankenkassen. Doch wenn dem so ist und Du eben JETZT eine Lösung brauchst, dann ist das halt so. Die nächste Schwangerschaft kannst Du im Vorfeld planen und Dir im Vorfeld Ärzte suchen, die Dich gut behandeln, doch Du brauchst ja JETZT eine Lösung.

Die Frage ist ja, was Dein Frauenarzt z. B. zur Dosierung des Ondansetrons sagt, wenn Du ihm anbietest, dass Du ein Privatrezept nimmst. Das Ondansetron ist teuer und belastet das Budget. Vielleicht ist die jetzige Dosierung genau die richtige Dosierung aus medizinischen Gründen, vielleicht aber spielen Budget-Überlegungen eine Rolle, als Dir 2 x 4 mg verordnet wurden. Das könntest Du offen mit Deinem Gyn besprechen, eben indem Du anbietest, die Kosten selber zu tragen. Das Gleiche gilt für ambulante Infusionen, so diese bei Dir medizinisch angezeigt sind. Für die Infusionen erhalten die Ärzte nämlich in der Regel kein Geld von den Krankenkassen – sie sind mit dem Budget mit abgegolten. Wenn Du aber für die Leistung selber aufkommst, dann sieht die Situation vielleicht anders aus. Vielleicht aber sagt der Arzt auch dann, dass er es medizinisch für nicht sinnvoll oder gar für schädlich betrachtet. Nur würdet Ihr in diesem Fall eben ausschließlich über medizinische Belange sprechen und nicht mehr über finanzielle Überlegungen.

Gut, dass Du bereits mit Embryotox telefoniert hast. Ich finde, die machen ganz grandiose Arbeit und sind sehr mitfühlend mit uns HG-Frauen. Sie wissen um die Not dieser Erkrankung und um die Schwierigkeiten im medizinischen Versorgungssystem. Doch tatsächlich ist es halt auch so, dass sie nur allgemein sagen können, was man nehmen kann und ob ganz allgemein es Hinweise auf Schädigung beim Embryo/Fötus geben kann. Was im Einzelfall das richtige Medikament ist und in welcher Dosierung, das muss immer ein Arzt entscheiden. Es geht da ja auch nicht nur um mögliche Schädigungen beim Ungeborenen, sondern auch um Neben- und Wechselwirkungen bei der werdenden Mutter. Das kann nur der behandelnde Arzt richtig einschätzen. Wie gesagt, ich finde es phantastisch, dass Embryotox Schwangere berät. Doch der Beratung sind eben bestimmte Grenzen gesteckt und es ist sehr verantwortungsvoll, wenn Embryotox diese Grenzen auch wahrt und einhält.

Traurig ist halt, dass Du in Deinem Versorgungssystem kaum mitfühlende und sich kümmernde Versorgung erlebt hast. 6 bis 8 kg Gewichtsverlust in der 23 SSW, wo ja schon eine gewisse Gewichtszunahme zu verzeichnen sein sollte, das könnten gut 10 % Gewichtsverlust gemessen am Ausgangsgewicht sein – und das ist nicht wenig. Umso mehr freut es mich, dass ich hier jetzt schon einige andere Betroffene auf Deinen Beitrag hin gemeldet haben.

Zu den Bemerkungen wie:
„Da die meisten Ärzte sagen das kann doch nicht sein.
Wollen sie nicht das es ihnen besser geht?
Bestimmt psychisch bedingt.
Das müsste längst weg sein.“
schreibe ich gerne das nächste Mal noch etwas.

Ich freue mich auf Deine Antwort.

Sonja <3 :-)
(Das ist sehr nett! Ich war vor 12 Jahren die zweite Sonja hier. Soweit ich weiß, gab es keine Dritte.)

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

TalaMi, Sonntag, 14. April 2024, 09:37 (vor 5 Tagen) @ TalaMi

Hey Sonja,

Tut mir leid das ich mich so spät melde.
Aber die letzten Tage ging es mir wirklich sehr mies.
Ich zahle schon sehr viel selbst.
Habe schon etliches investiert und langsam komme ich bzw wir an unsere Grenzen.
Haben dieses Jahr den Urlaub aufgrund meines Zustandes nicht geplant und dennoch wird es langsam knapp.
Ich hoffe wirklich sehr das es bald ein ende hat aber irgendwie habe ich wirklich pech.
Habe zusätzlich seit mehreren Tagen eine Blasenentzündung und soll Antibiotika nehmen was ziemlich belastend ist. Versuche das 2 Antibiotika weil das erste nicht geklappt hat. Die Antibiotika verschlimmern meinen Zustand nur noch.
Jetzt habe ich auch noch Schwangerschaftsjuckreiz bekommen.
Versuche es mit verschiedenen Lotionen um es zu verbessern.
Und die Nacken und Kopfschmerzen die ich zur Zeit habe verschlimmern meinen schwindel und die übelkeit.
Hatte am Freitag sogar einen Kreislaufzusammenbruch.
War kurze Zeit im Krankenhaus. Aber da die Blut und Vitalwerte in Ordnung waren durfte ich wieder gehen. Mit dem Kind ist auch alles in Ordnung. Es entwickelt sich gut und zeitgerecht.
Im moment ist mir nur nach heulen zumute.
Ich sehe kein ende.
Ich zähle die Tage doch es fühlt sich wie eine ewigkeit am.
Tut mir leid das der Text nicht so lang geworden ist aber kann nur begrenzt auf diesen Bildschirm gucken.

Lg TalaMi

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

Lauralila88, Sonntag, 07. April 2024, 14:06 (vor 12 Tagen) @ TalaMi

Hallo,

hast du schon Mirtazapin probiert? Ich kenne sehr schwere Fälle wo doeses Medikament geholfen hat.

Lg

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

TalaMi, Sonntag, 07. April 2024, 14:16 (vor 12 Tagen) @ Lauralila88

Bis jetzt hat noch kein Arzt in Erwähnung gezogen. Danke für die Information ich werde das beim nächsten Termin direkt ansprechen.

Vielen dank und liebe Grüße <3

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

Lauralila88, Sonntag, 07. April 2024, 20:23 (vor 12 Tagen) @ TalaMi

Was ich noch fragen wollte: war es bei deiner ersten schwangerschaft auch so schlimm mit der übelkeit?

Lg

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

TalaMi, Montag, 08. April 2024, 08:02 (vor 11 Tagen) @ Lauralila88

Tatsächlich nicht ganz so schlimm.
Ich war nur einmal stationär im Krankenhaus und musste nicht viele Medikamente nehmen. Ich war zwar viel zu hause und hatte oft mit Kreislauf zu kämpfen aber es war um einiges erträglicher als jetzt.

Hilfe!Starke Hyperemesis Gravidarum ...

Sonja 2 @, Sonntag, 14. April 2024, 10:38 (vor 5 Tagen) @ TalaMi

Hallo liebe TalaMi,

das klingt nicht gut. Dass Du mit den Nerven am Ende bist ist nur zu verständlich. Das tut mir wirklich leid.

Zu den Kosten: Ein konstantes Ärgernis aus meiner Sicht ist, dass den HG-Frauen sinnfreies Zeug angepriesen wird wie Globoli, Tees, diese Akupressurbänder und letztlich auch Akupunktur. Damit würde man ja auch kein Erbrechen im Rahmen einer Chemo behandeln. Das kostet Geld und bringt wenig bis nichts. Während wirklich effektive Medikament und Infusionen nur sehr spärlich verordnet werden. Das kann man natürlich mit der Vorsicht und Zurückhaltung in der Schwangerschaft erklären, welche ohne Frage immer angebracht ist. Aber manchmal muss man in der Risikoabwägung schon genauer hinschauen, ob das HG-Elend wirklich die bessere Wahl sein sollte, denn auch das ist für das Ungeborene nicht ohne.

Wenn Du eine Blasenentzündung hattest und gleichzeitig wenig trinkst, dann stellt sich schon die Frage, ob Du entweder dank medikamentöser Unterstützung in einen Zustand versetzt werden kannst, in dem Du ausreichend trinken kannst oder eben Infusionen erhältst, damit das eintritt, was bei jeder Blasenentzündung angezeigt ist: genügend Urin.

Ich würde an diesem Punkt protokollieren. Dein Mann erstellt eine Tabelle zum Erfassen der Trinkmenge, der Essensmenge und der Urinmenge. Du kannst in einen Messbecher pinkeln. Vielleicht macht ihr auch Fotos. Auf jeden Fall dokumentiert ihr es, falls Du nur wenig pinkelst. Denn dokumentiert ist das immer die bessere Basis für Arztgespräche. Dann fragt Ihr den Arzt, wie man das Problem lösen kann. Dein Mann kommt mit. Ihr braucht eine Lösung.

Mir gehen noch ein paar Dinge durch den Kopf mit dem Kreislauf und dem Juckreiz. Ich will Dich aber damit nicht überfrachten. Es läuft immer auf das Gleiche hinaus. Du brauchst eine bessere medizinische Unterstützung. Kann Dein Mann da übernehmen?

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bist Du in der 23 SSW, oder? Auch wenn noch ein langer Weg vor Dir liegt: Jeder Tag bringt Dich Deinem Kind näher. Ich wünsche Dir so sehr, dass es bald besser wird. Für heute wünsche ich Dir, dass dieser Tag ein paar erträgliche Momente hat und Du in Deinem Umfeld Trost findest. Ich jedenfalls fühle mit Dir – und ich glaube, hier sind noch ein paar Frauen, die still mitlesen und wissen, was Du gerade durchmachst.

Liebe Grüße,
Sonja

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum